Der Spanische Bürgerkrieg

Redaktion


 Der Spanische Bürgerkrieg, auch „Spanienkrieg“ genannt, fand in den Jahren 1936-1939 statt. Geführt wurde er zwischen den Anhängern der damals regierenden republikanischen Volksfront und den rechtsgerichteten Nationalisten, die die Macht ergreifen wollten. Der Konflikt spaltete das Land und forderte über eine halbe Million Opfer. Da beide Seiten während des Krieges von ausländischen Mächten unterstützt wurden, war der Konflikt auch international von Bedeutung. Nach dem Sieg der Faschisten unter General Francisco Franco begann in Spanien die Franco-Diktatur.

Wer trat im Spanischen Bürgerkrieg gegeneinander an?

Die Volksfront war ein politischer Zusammenschluss von Gruppen mit linksgerichteten Interessen, die sich zeitweise auch gegenseitig bekämpften. Große Teile der einfachen Bevölkerung unterstützten die Volksfront. Auf der Seite der Nationalisten fanden sich konservative Bürger*innen, Teile des spanischen Militärs und der Polizei sowie die katholische Kirche.

Die faschistischen Regierungen von Deutschland und Italien sowie Portugal und Irland unterstützten die Nationalisten. Auf Seiten der Volksfront beteiligten sich die Sowjetunion und die „Internationalen Brigaden“, ein Verbund von Freiwilligen aus verschiedensten Ländern, am Krieg.

Der Spanische Bürgerkrieg war damit im Prinzip ein „Klassenkampf“ bei dem linke und rechte Ideologien aufeinander trafen.

Die Ursachen: Was führte zum Spanischen Bürgerkrieg?

Die Zeit vor dem Spanischen Krieg war von gesellschaftlichen und politischen Veränderungen und Konflikten geprägt, die bei vielen für Unzufriedenheit sorgten. Verglichen mit seinen nordeuropäischen Nachbarn war Spanien um 1930 ein unterentwickeltes Land. Die Industrialisierung war noch kaum fortgeschritten und ein Großteil der Bevölkerung war ungebildet und litt unter Armut.

1931 wurde der König entmachtet und die Republik ausgerufen. Man wollte Reformen und politische Beteiligung für das Volk. Die einfache Landbevölkerung und die Arbeiterklasse erhofften sich bessere Lebensbedingungen. Das gefiel jedoch nicht allen. Die katholische Kirche und die wohlhabende Klasse fürchteten, Macht und Einfluss zu verlieren. Rechtsgerichtete Nationalisten wollten die „wahre“ Identität Spaniens bewahren und linke und liberale Einflüsse nicht zulassen.

Die verschiedenen Ziele und Wünsche spalteten das Land. Im Februar 1936 siegte bei demokratischen Wahlen die Volksfront und wurde zur regierenden Macht in Spanien. Der spanische General Francisco Franco plante einen Putsch gegen diese Regierung, der schließlich zum Beginn des Spanischen Bürgerkrieges führen sollte.

Der Verlauf: Wie kam Franco an die Macht?

Im Juli 1936 setzt Franco seine Pläne in die Tat um und es kommt zum Putsch. In Marocco, das damals unter spanischer Kolonialherrschaft stand, bringt er 34.000 Soldaten der spanischen Armee und der spanischen Fremdenlegion unter sein Kommando. Die Kriegsmarine hält weiterhin zur regierenden Volksfront und hindert Francos Truppen daran, das spanische Festland zu erreichen. Doch mit Hilfe deutscher Transportflugzeuge gelingt schließlich die Landung in Spanien.

Auf dem Festland schließen sich weitere Truppen den Putschisten an. Es handelt sich um Armeeangehörige, Teile der Polizei und der paramilitärischen Guardia Civil. Die Nationalisten erzielen schnell erste militärische Erfolge und richten ihr Hauptquartier in Sevilla ein. Franco erklärt sich zum Führer Spaniens. Die faschistischen Regierungen Deutschlands und Italiens unter Hitler und Mussolini erkennen seine Regierung schon im November 1936 offiziell an.

27 Staaten beschließen bei einer internationalen Konferenz, die Kriegsparteien nicht zu unterstützen. Eingehalten wird der Beschluss aber nicht. Als Touristen getarnt reisen 100.000 Soldaten aus Deutschland und Italien sowie Freiwillige aus Portugal und Irland ein, um den Nationalisten zu helfen. Später beteiligen sich auch deutsche Flugzeuge und Kriegsschiffe.

Freiwillige aus mehr als 50 Ländern kommen als Internationale Brigade zur Unterstützung der Volksfront. Die von Stalin regierte Sowjetunion schickt Kriegsgerät, Piloten und Militärberater und erhält im Gegenzug 510 Tonnen Gold von der Spanischen Zentralbank. Andere europäische Mächte wie Großbritannien und Frankreich sympathisieren zwar ebenfalls mit der Volksfront, wollen sich aber nicht am Konflikt beteiligen.

Franco versucht, Madrid einzunehmen, scheitert aber wiederholt. Dafür gelingt es ihm, den gesamten Norden des Landes einzunehmen und die republikanischen Streitkräfte von dort aus immer weiter zurück zu drängen.

Die Republikanischen Kräfte wehren sich verbissen, aber die Gegner sind militärisch überlegen. Im Januar 1939 fällt Barcelona in die Hände der Nationalisten. Der republikanische Präsident Manuel Azaña muss sich ins Exil nach Frankreich zurückziehen. Ende Februar erkennen Großbritannien und Frankreich die Franco-Regierung an. Der Kampf um Madrid geht noch bis Ende März weiter. Nach dreijähriger Belagerung nehmen die Nationalisten aber auch diese Stadt ein. Am 1. April 1939 verkündet Franco das Ende des Spanischen Bürgerkriegs.

Folgen und Bedeutung des Spanischen Bürgerkrieges

Auf beiden Seiten ist es während des Bürgerkrieges zu schrecklichen Verbrechen und Gräueltaten gekommen. Genaue Opferzahlen gibt es nicht, man geht jedoch von mindestens 500.000 aus. Viele der Opfer waren unbeteiligte Zivilisten, denn während des Spanischen Bürgerkrieges wurden erstmals gezielt Städte mit Flugzeugen bombardiert.

Nach Kriegsende ermorden die Nationalisten weitere 200.000 politische Gegner. Bis zu seinem Tod im Jahr 1975 regierte Franco in Spanien als Diktator. Man nennt diese Zeit den Franquismus. Die Spaltung des Landes während des Bürgerkrieges und die Zeit der Franco-Diktatur wirken bis heute in Spanien nach. Darüber, wie mit den Konflikten und Verbrechen der Vergangenheit umgegangen werden soll, herrscht bist heute Uneinigkeit. Manche möchten die Vergangenheit aufarbeiten, andere glauben, man solle sie ruhen lassen, um nicht neue Konflikte zu schüren.

Heute gilt der Spanische Bürgerkrieg auch als wichtiges Vorereignis für den Zweiten Weltkrieg, da die beteiligten Mächte sich dort später als direkte Gegner gegenüberstanden. Insbesondere Deutschland beteiligte sich intensiv an dem Konflikt, und man geht heute davon aus, dass Hitler und sein Militär die Situation als „Test“ nutzen wollten. Man wollte herausfinden, wie andere Großmächte auf die Einmischung reagieren würden. Außerdem konnten militärische Schlagkraft und Waffentechnik Deutschlands erprobt werden.

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