In diesem Artikel erklären wir dir, was mit 21st Century Skills gemeint ist und wie du sie trainieren kannst.

Neue Fähigkeiten für ein neues Jahrhundert

Vielleicht machst du dir Gedanken über deine beruflichen Wünsche oder fragst dich, was zukünftige Arbeitgeber oder die Gesellschaft von dir erwarten? Was hilft dir am besten, um gut durchs Leben zu kommen, erfolgreich im Berufsalltag und in der Gesellschaft gut aufgenommen zu sein?

Dazu musst du wissen, welche Anforderungen das 21.Jahrhundert an junge Menschen stellt. Sie sind anders, als diejenigen in der Zeit vor der Jahrtausendwende.

Diese Kriterien beinhalten die sogenannten „21st century skills„.

Was bedeutet das? Was brauchen die zukünftigen Erwachsenen, die Arbeitnehmer von morgen für Fertigkeiten, um ein selbstbestimmtes und in sozialer Hinsicht verantwortungsvolles Leben zu führen? Reicht es nicht, weiterzumachen wie bisher? Die Antwort lautet: nein. Im digitalen und globalen Zeitalter sind neues Denken und Handeln erforderlich. Den Rahmen zur Umsetzung liefern die „21st century skills„.




Was verstehen wir unter „21st century skills“?

Um die Jahrtausendwende wurde ein Mantelkonzept, die „21st century skills„, erstellt, das vier Kompetenzbereiche enthält. Diese sollte ein junger Mensch im 21.Jahrhundert erfüllen, um gut im Leben zu bestehen.

  1. Kompetenter Umgang mit Medien, Technologien, Informationen und Daten,
  2. Virtuelle und persönliche Kommunikation und Zusammenarbeit im Hinblick auf Verschiedenartigkeit (Alter, Herkunft, Kultur und so weiter…),
  3. Kreative Problemlösung, innovative Ideen, kritisches Denken,
  4. Flexibilität, Eigenmotivation, selbständiges Arbeiten.

Die Fachwelt ist zur Erkenntnis gekommen, dass es im digitalen Zeitalter nicht nur um technische Kompetenzen geht, sondern vor allem um die sogenannten soft skills. Dazu gehören beispielsweise Problemlösungsstrategien, das Verarbeiten von Informationen, abstraktes Denken, ein gutes Zeitmanagement, Ausdauer, Anpassungsfähigkeit, Flexibilität, Kreativität sowie kritisches und unternehmerisches Denken.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese „soft skills“ weniger die Schule als eine berufliche Lehre, die Eltern oder das soziale Umfeld vermitteln.

Wie kam es zur Entwicklung der „21st century skills“?

Im vorigen Jahrhundert stand die Ausbildung von Fachkräften im Mittelpunkt. Diese arbeiteten oft ein Leben lang im selben Beruf, manche sogar im selben Betrieb. Doch das 21.Jahrhundert stellt andere Ansprüche an die Berufswelt, bedingt durch globale und teils drastische Herausforderungen, wie Umweltthemen, Trinkwasser- und Nahrungsmittelknappheit, Kriege, Pandemien und Flüchtlingsbewegungen.

Die Mehrzahl der Berufe, die der heutige Nachwuchs später ausüben wird, gibt es noch gar nicht. Möglicherweise ist die Tätigkeit, der du später nachgehen wirst, noch nirgends definiert. Und zu guter Letzt nimmt die Fülle an Informations- und Medientechnologien stetig zu. Die Menschen sind ganz anders gefordert als noch vor wenigen Jahrzehnten, womit wir wieder bei den „21st century skills“ angelangt wären.




Der positive Nebeneffekt dieser Kompetenzen ist, dass sie euch Kinder und Jugendliche belastbarer machen, sowohl in Konfliktsituationen, als auch im Umgang miteinander. Es wird euch anhand dieser Fertigkeiten leichter fallen, Probleme zu lösen. So bleibt ihr motiviert, nicht aufzugeben, sondern zielstrebig weiter auf euer Ziel hinzuarbeiten. Es lohnt sich für euer ganzes Leben, wenn Ihr an euren „21st century skills“ arbeitet und sie weiterentwickelt.

Was kann die Schule zur Vermittlung der „21st century skills“ beitragen?

Klar, dass auch in der Schule umgedacht werden muss. Heutzutage reicht es nicht, dass die Lehrkraft an der Tafel steht und mit teils veralteten Lehrmitteln Wissen vermittelt, nach dem Motto: „Die Schule ist eine digitale Sperrzone“, in welcher Handys verboten sind und Computerkenntnisse höchstens auf freiwilliger Basis im Freifach am Nachmittag vermittelt werden.

Bereits während ihrer Schulzeit sollen die Schüler an die digitale Welt herangeführt werden, Medienkompetenz erwerben, wissen, wie man das Internet am besten für sich nützt, sichere Quellen findet, die eigene Bildschirmzeit sinnvoll einteilt, mit dem Thema Datenschutz umgeht und vieles mehr.

Lehrkräfte sollten den Schülerinnen und Schülern so viele Optionen wie möglich bieten, um diese vier Kernkompetenzen zu trainieren. Bücher stehen daher ebenso zur Verfügung wie moderne Technologien, die Schülerinnen und Schüler arbeiten selbständig, einzeln und im Team an ihren Lernprodukten, die Aufgabenstellung sollte für alle verständlich sein. Nur so, durch tägliche und selbstverständliche Anwendung werden die geforderten Fähigkeiten in Fleisch und Blut übergehen.

Heute wissen wir auch, dass Leistungsdruck die kreative Entwicklung und psychische Gesundheit von Heranwachsenden beeinträchtigen kann. Viele Schülerinnen und Schüler sind verunsichert, gehemmt oder leiden gar an Depressionen. Eine Lernumgebung ohne Leistungsdruck wäre ideal.

Wie können Eltern die „21st century skills“ vermitteln?

Eltern sollten darauf achten, dass sich ihre Kinder in der digitalen Bildung neben den technischen Fertigkeiten vor allem auch folgende Kompetenzen aneignen: kritisches Denken, positives Sozialverhalten, Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, ihre Mediennutzung selbständig zu regulieren. Hierbei können die Eltern Ihre Kinder unterstützen, indem sie viele Gespräche mit ihnen führen, mit ihnen auf Augenhöhe diskutieren und Vorbild sind.




Ganz wichtig für die gesunde Entwicklung der Kinder sind körperliche Bewegung und freie Spielzeit. Die jungen Menschen sollen nicht komplett verplant sein und unter Freizeitstress leiden, oder im Gegenteil nur zu Hause rumsitzen. Nach draußen gehen, Freunde treffen, Sport machen, Hobbys pflegen, oder auch einfach mal gar nichts tun. Den Gedanken freien Lauf lassen, innehalten, reflektieren, das alles pusht kreative Ideen und Entwicklungsfortschritte.

Für die Förderung von Kreativität und psychischer Gesundheit Heranwachsender sind das freie Spiel sowie eine Lernumgebung ohne Leistungsdruck aus entwicklungspsychologischer Sicht am wichtigsten.

Nun weißt du, was es mit den 21st century skills auf sich hat und kannst achtsam sein, um möglichst vieles davon aufzunehmen und weiterzuentwickeln, für dich persönlich, für dein Umfeld, die Gesellschaft und zukünftige Arbeitgeber.

 

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