Sylvia Plath (geboren am 27. Oktober 1932 in Jamaica Plain im Bundesstaat Boston, gestorben am 11. Februar 1963 in Primrose Hill, London) war eine US-amerikanische Schriftstellerin. Zu ihren bekanntesten Werken zählt der Roman Die Glasglocke, der im Jahr 1963 herausgegeben wurde. Sylvia Plath litt zeitlebens unter Depressionen. Am 11. Februar beging sie wegen ihrer psychischen Erkrankung Selbstmord. Tatsächliche Berühmtheit erlangte sie erst nach ihrem Freitod. Noch heute wird sie als große Feministin bewundert. Deshalb nehmen sich Mitglieder von Frauenrechtsbewegungen Sylvia Plath gerne zum Vorbild.

Kindheit, Jugendzeit und Leben als Erwachsene

Sylvia Plath hatte seitens der Eltern sowohl deutsche als auch österreichische Wurzeln. Ihr Bruder Warren Plath wurde 1935 geboren. Der Vater verstarb im Jahr 1940. Sylvia war zu diesem Zeitpunkt acht Jahre alt. Kurz nach diesem Ereignis begann sie ihre Schriftstellerkarriere. Zudem schreib sie ihr Leben lang immer wieder an ihrem Tagebuch. Das erste von ihr verfasste Schriftstück ist ein Gedicht. Mehrere hundert weitere sollten daraufhin folgen.

Ihr späteres Leben wurde von Kontrasten bestimmt. In den Fünfzigerjahren studierte Plath unter Anderem kreatives Schreiben am amerikanischen Smith College. Einen Monat lang arbeitete sie für eine amerikanische Frauenzeitschrift in New York. Nach der Rückkehr erkrankte sie an Depressionen. In dieser schweren Phase unternahm sie bereits den ersten Selbstmordversuch. Die Folge war ein monatelanger Aufenthalt in der Psychiatrie. Trotz ihrer Erkrankung erreichte sie einen hervorragenden Studienabschluss im Sommer 1955. Kurz danach lernte sie in der englischen Stadt Cambridge den Poeten Ted Hughes kennen.

Der Dichter erinnerte sie an ihren Vater. Nach ihrem Studium heirateten die beiden. Gemeinsam unternahmen sie ausgedehnte Reisen nach Kanada und in den USA. Anschließend kehrten sie nach England zurück. Im Laufe ihrer gemeinsamen Jahre lebten sie in London und Boston. Trotz gemeinsamer Interessen hielt die Ehe leider nicht lange an. Im Jahr 1962 trennte sich Sylvia Plath von Ted.

Ihre Tochter Frieda arbeitet ebenfalls als Autorin. Der Sohn Nicholas wurde durch wissenschaftliche Forschung bekannt. Er verstarb im Alter von 47 Jahren. Frieda besitzt die australische Staatsbürgerschaft und lebt auch in dem Land.

Traurigkeit als Inspiration

Sylvia Plaths schwere Depressionen begleiteten sie von ihrer Studienzeit bis hin zum Lebensende. Der frühe Tod ihres Vaters, negative Begebenheiten während ihrer Jahre auf dem College, eine Fehlgeburt und Eheprobleme mit Ted Hughes trugen dazu bei. Wegen ihrer Krankheit unternahm Sylvia mehrere Selbstmordversuche mithilfe von Schlaftabletten oder während eines Verkehrsunfalls.

Die Depression verhalf ihr sogar teilweise zum Erfolg: In ihren lyrischen Werken und Prosatexten setzte sich Sylvia Plath mit Begebenheiten auseinander, die sie selbst erlebt hatte. Die Gedichte befassen sich mit ihren Gefühlen über den Tod des Vaters.

Ihr Buch Die Glasglocke wurde von ihrer ganz persönlichen Leidensgeschichte in der Nervenklinik geprägt: Die Hauptfigur namens Esther ist so wie Sylvia selbst depressiv, möchte nicht mehr leben und wird in einer Psychiatrie behandelt. Esther darf am Ende des Buches die Klinik wieder geheilt verlassen. Für Sylvia Plath gab es kein glückliches Ende. Sie wurde nie mehr völlig gesund. Kurz nach Herausgabe des Werks beging sie in ihrer Londoner Wohnung Selbstmord durch Ersticken. Wenige Monate zuvor hatte sie sich von ihrem Ehemann getrennt. Ihre letzte Ruhestätte befindet sich auf einem Friedhof im englischen Heptonstall.

Schaffensphase und Nachwirken

Schon in jungen Jahren bewies Sylvia Plath ihre Begabung für das Schreiben: Sie gewann zahlreiche Preise, darunter den Scholastic Art & Writing Award, ihre Texte erschienen in Zeitschriften, sie konnte auf dem College glänzen und bekam nach ihrem Tod nachträglich den begehrten Pulitzer-Preis in der Kategorie Poesie verliehen. Plath selbst hatte eher eine bescheidene Sicht auf ihr Talent. Nach eigener Aussage habe sie Die Glasglocke nur geschrieben, um die Familie ernähren zu können. Die englische Schriftstellerin Virginia Woolf wurde zu einem ihrer Idole und zur Inspirationsquelle. Viele ihrer Stücke wurden erst nach ihrem Leben veröffentlicht. Ihr Ehemann Ted veranlasste die Herausgabe.

Die Bewunderung für die Schriftstellerin besteht bis in unsere Zeit hinein. Mittlerweile gibt es sogar Foren im Netz, auf denen sich (Hobby-)Lyriker über Sylvia austauschen und ihr nacheifern. Vor allem bei jungen Erwachsenen erfreut sie sich ungebrochener Beliebtheit.

Sylvia Plath als Feministin

In den Fünfzigern und Sechzigern hielt die Gesellschaft den meisten Frauen nur einen Lebensentwurf offen: Heirat und die Gründung einer eigenen Familie. Individualität klang oftmals wie ein Fremdwort. Das war Sylvia Plath viel zu einseitig. Sie gestand den weiblichen Rollen in ihren Werken ein unabhängiges Leben zu, in denen sie sich gegen die Ehe entschieden und ihre beruflichen Träume verwirklichten.

Ein Beispiel dafür findet sich in der Glasglocke wieder. Aus ihrer Sicht konnten Frauen viel mehr von sich selbst erwarten als eines Tages zu heiraten. Selbstbestimmung sowie Selbstverständnis der Frau sind wichtige Bestandteile in ihren Schriftstücken. Sie ermutigte ihre Geschlechtsgenossinnen, sich von gesellschaftlichem Druck und dem Zwang nach Anpassung zu befreien. Diese Meinung teilten auch die Frauenrechtlerinnen der Siebzigerjahre. Sie orientierten sich unter anderem an Plaths Aussagen und versuchten, sie im tatsächlichen Leben durchzusetzen – durchaus mit Erfolg.

(Anzahl Bewertungen: 1 Durchschnitt 5)
Autor(in)

Artikel der nachgeholfen.de-Redaktion

Schreibe einen Kommentar!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen