Patrick Süskind ist ein zeitgenössischer Autor. Sein Hauptwerk Das Parfum wurde millionenfach verkauft. Darin beschreibt er die Geschichte eines Mörders. Süskinds zentrale Themen sind die Liebe und der Tod. Der Autor lebt zurückgezogen. Über das Leben des Autors ist nur wenig bekannt.

Vita

Kindheit, Jugend und Ausbildung

Der Schriftsteller und Drehbuchautor wurde am 26. März 1949 im bayrischen Ambach geboren. Sein Vater arbeitete bei der Süddeutschen Zeitung und war ebenfalls Schriftsteller sowie Übersetzer. Der Vater Wilhelm Emanuel Süskind war ein Freund von Klaus Mann. Auch der ältere Bruder des Autors war als Journalist tätig. Seine Mutter war eine Sportlehrerin.

Die Familie lebte in Seeheim am Starnberger See in einer Villa. Patrick und Martin Süskind wuchsen mit einem berühmten Vater auf, der ihr künftiges Leben maßgeblich prägte. An den „Seeheimer Tischgesprächen“ nahm Patrick Süskind von Kind auf teil. Bei den Mahlzeiten wurden kulturelle, literarische, politische und gesellschaftliche Themen diskutiert. Sein Vater thematisierte den Sohn immer wieder in seinen Glossen in der Süddeutschen Zeitung.

Süskind schloss die Schule mit dem Abitur ab und absolvierte anschließend den Zivildienst. Sein Vater starb kurz nach Patrick Süskinds Schulabschluss.

1968 nahm er ein Studium der mittelalterlichen und neueren Geschichte auf, dass er ohne Abschluss beendete. Er studierte in München. Zwei Semester verbrachte er in Aix-en-Provence. Neben seinen Hauptfächern belegte er weitere Fächer, darunter Kunst, Politik und Theologie sowie mehrere Sprachen. Während des Studiums begann der Autor selbst Texte zu verfassen.

Tätigkeit als Autor

Süskinds Karriere begann 1984 mit seinem Roman Das Parfum. Das Buch wurde durch die Veröffentlichung als Fortsetzungsroman in der FAZ bekannt. Marcel Reich-Ranicki und andere Kritiker waren begeistert. Insgesamt wurde das Buch in 45 Sprachen übersetzt. Es ist eines der meistverkauften deutschen Werke.

In seiner Studienzeit lernte der junge Patrick Süskind Helmut Dietl kennen. Der Regisseur und der Schriftsteller veröffentlichten zahlreiche Drehbücher. Das Ergebnis waren mehrere Produktionen für Kino und Fernsehen.

Die meisten Informationen zu Süskind stammen von seinen Bekannten und Freunden. Der Autor selbst hält sich zurück. An Verfilmungen seiner Werke nimmt er wenig Anteil. Beim Kinodreh von Rossini sei er nicht dabei gewesen. Der Autor kam auch nicht zur Premiere des Filmes zu Das Parfum im Jahre 2006. Er hatte das Drehbuch an Bernd Eichinger verkauft. Er beteiligte sich nicht an den Arbeiten zu diesem Film.

Der Autor lebte in München, am Starnberger See und in Frankreich in Montolieu und Paris. Nur wenig ist über sein derzeitiges Leben bekannt. Er trat bisher nicht öffentlich in Erscheinung und gab bisher nur 4 Interviews. Auch gibt es kaum Fotos von Süskind. Sein Cameo-Auftritt in der Serie Monaco Franze – der ewige Stenz ist einzigartig.

Süskind heiratete eine Münchner Verlegerin. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn. Bisher sind keine Pläne des Autors für weitere Werke bekannt.

Themen der Werke

Der öffentlichkeitsscheue Autor schreibt häufig über Außenseiter. Die Protagonisten sind Antihelden, die abseits der Gesellschaft stehen. Er konzentriert sich in Stücken wie Der Kontrabaß auf gesellschaftlich Benachteiligte. Dabei vereint der Schriftsteller kabarettistischen Humor mit melancholischen Inhalten.

Im Roman Das Parfum erschafft Süskind einen literarischen Erzähler. Die erzählende Stimme kommentiert und wertet ironisch. Viele Figuren Süskinds sind einsam und distanziert. Das Weltbild ist oft grausam und angsterregend. Die Protagonisten bleiben außerhalb dieser Welt. Eine Deutung ist, dass Süskind durch seine Werke eigene Ängste verarbeiten. Der Mörder Grenouille hat Angst, ungeliebt zu sein. Aber auch die Sorge vor der Ungewissheit und Ahnungslosigkeit schwingen mit.

Auch in einem Essay widmet sich Süskind der Liebe. Über Liebe und Tod bearbeitet diese elementaren Themen der Literatur. Neben seiner Faszination für die Liebe spielt das Lebensende in seinen Werken eine große Rolle.

In seinen Werken verzichten Protagonisten oft auf die Liebe. Gleichzeitig ist sie aber immer präsent. Im Roman Das Parfum entwickelt Süskind außerdem „Geruch“ und „Geruchssinn“ als Themenkomplexe. Der Geruchssinn ist eine Parallele zur Liebesfähigkeit. Der Duft junger Mädchen wird zu einem Parfum, das Menschen zur Liebe inspiriert.

Das gesellschaftskritische Thema nimmt auch den Münchner Kulturbetrieb aufs Korn. Süskind verarbeitet filmisch seine Beziehung zum Literaturbetrieb. Diesem verwehrt er sich bis heute.

Eine Besonderheit Süskinds ist seine Erzählart. Seine literarischen Themen spiegeln sich darin wider. Im Parfum bindet er fantastische Elemente in eine reale Welt ein. Diese reale Welt bildet Süskind detailliert ab. Die imaginären Elemente der Erzählung fügt er übergangslos ein.

Werke

Süskind schrieb Romane und Essays. Er ist aber auch als Drehbuchautor für Film und Fernsehen aktiv. Außerdem übersetzte er die Werke von Jean-Jacques Sempé aus dem Französischen.

Belletristik

  • 1981: Der Kontrabaß – erschien auch als Bühnenstück
  • 1985: Das Parfum
  • 1991: Die Geschichte von Herrn Sommer

Drehbücher

  • 1982: Monaco Franze – Der ewige Stenz – mit Helmut Dietl
  • 1986: Kir Royal
  • 1997: Rossini
  • 2004: Vom Suchen und Finden der Liebe

Preise

Süskind hat mehrere Preise abgelehnt. Er war für den französischen Preis für das beste Debüt, für den FAZ-Literaturpreis und den Münchner Tukan-Preis nominiert. Der Film zu Das Parfum gewann unter anderem 6 Lolas, den Bambi und den Bayrischen Filmpreis. Auch das Drehbuch zu Rossini von Süskind und Dietl wurden mehrfach prämiert.

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Artikel der nachgeholfen.de-Redaktion

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