Durch Adjektive werden Texte anschaulicher und Beschreibungen detaillierter. Hier erfährst du alles, was du über diese Wortart wissen musst.

Was sind Adjektive?

Ein Adjektiv wird auch Wie-Wort, Eigenschaftswort oder Beiwort genannt. Mit einem Adjektiv kannst du einen Vorgang, einen Zustand, ein Lebewesen oder einen Gegenstand genauer beschreiben. Beispiele für Adjektive sind schön, freundlich, blau, lustig und hoch. Du musst Adjektive stets kleinschreiben.

Möchtest du ein Adjektiv in einem Satz finden, kannst du die Frage „Wie ist etwas?“ stellen. Im Folgenden stellen wir die verschiedenen Arten von Adjektiven vor und erläutern, wie du Adjektive steigern und aus Verben sowie Nomen bilden kannst.




Die Arten von Adjektiven: Attributive, prädikative & adverbiale Adjektive

Es gibt drei Arten von Adjektiven: die attributiven, prädikativen sowie adverbialen Adjektive.

Attributive Adjektive

Ein attributives Adjektiv befindet sich zwischen einem Substantiv und einem Artikel. Mit einem solchen Eigenschaftswort hast du die Möglichkeit, das Nomen näher zu beschreiben. Dabei musst du das Adjektiv an das Nomen anpassen (deklinieren). Welche Adjektiv-Endung du nutzen musst, richtet sich nach folgenden Aspekten:

  • Steht das Substantiv im Singular oder Plural?
  • Ist das Substantiv feminin, maskulin oder neutral?
  • Steht vor dem Substantiv ein bestimmter Artikel, ein unbestimmter Artikel oder kein Artikel?

Beispiele:

  • das große Hause
  • ein großes Haus
  • die großen Häuser

Prädikative Adjektive

Prädikative Adjektive befinden sich hinter den Verben sein, werden sowie bleiben und beschreiben das jeweilige Verb. Die Grundform dieser Adjektive bleibt unverändert. Dementsprechend musst du ein solches Adjektiv nicht deklinieren.

Beispiele:

  • Der Schüler ist fleißig.
  • Die Mutter bleibt fürsorglich.
  • Die Suppe wird kalt.



Adverbiale Adjektive

Adverbiale Adjektive stehen hinter dem Verb. Ausnahmen bilden die Verben sein, bleiben und werden. Hinter diesen Verben stehen nämlich, wie bereits beschrieben, die prädikativen Adjektive. Genau wie die prädikativen Adjektive musst du die adverbialen Adjektive nicht deklinieren.

Beispiele:

  • Der Junge rennt schnell.
  • Das Mädchen springt hoch.
  • Die Schüler singen fantastisch.

Substantivierung

Darüber hinaus kannst du ein Adjektiv substantivieren. In diesem Fall wird aus einem Adjektiv ein selbstständiges Substantiv (Nomen). Beispielsweise kannst du aus dem Adjektiv langsam das Nomen (das) Langsame formen.

Zudem kannst du an ein Eigenschaftswort eine Endung, wie -heit oder –keit, hängen und dieses dadurch zu einem Nomen machen. Zum Beispiel kannst du an dem Adjektiv langsam die Endung –keit hängen und somit das Nomen Langsamkeit bilden.

Die Steigerung von Adjektiven

Du kannst Adjektive steigern, wenn du verschiedene Ausprägungen einer Eigenschaft angeben oder miteinander vergleichen möchtest. Insgesamt gibt es drei Steigerungsformen. Diese heißen Positiv, Komparativ und Superlativ.

Das Positiv

Die Grundform eines Adjektivs wird als Positiv bezeichnet. Diese Adjektive musst du nicht verändern. Verwendung finden diese Eigenschaftswörter häufig bei einem Vergleich mit so … wie.

Beispiele:

  • Jasmin ist so schlau wie Lisa.
  • Thomas ist genauso fleißig wie Jan.

Der Komparativ

Beim Komparativ handelt es sich um die erste Steigerungsform. Mit dem Komparativ hast du die Möglichkeit, zwei Dinge bzw. Lebewesen zu vergleichen. Um dieses Adjektiv zu bilden, musst du die Grundform mit der Endung -er verbinden. Sofern sich der Komparativ vor einem Substantiv befindet, musst du diesen deklinieren.

Beispiele:

  • Thomas ist fleißiger als Jan.
  • Rica macht schönere Fotos als Alina.



Der Superlativ

Der Superlativ stellt die höchste Steigerungsform dar. Mit diesem kannst du mehrere Lebewesen oder Dinge miteinander vergleichen und dabei sagen, wer hinsichtlich einer Eigenschaft den „ersten Platz“ einnimmt. Gebildet wird dieses Adjektiv mit einem bestimmten Artikel oder mit dem Wort am.

Möchtest du den Superlativ mit einem bestimmten Artikel bilden, musst du an die Grundform die Endung -ste hängen. Möchtest du den Superlativ mit am bilden, musst du an die Grundform die Endung -sten hängen.

Beispiele:

  • Am schönsten ist es zuhause.
  • Das schönste Haus ist meins.

Möchtest du den Superlativ eines adverbialen Adjektivs bilden, kannst du dies nur mit am. Handelt es sich um ein prädikatives Adjektiv, kannst du den Superlativ entweder mit amoder mit einem bestimmten Artikel bilden. Den Superlativ eines attributiven Adjektivs musst du stets mit einem bestimmten Artikel bilden (Beispiel: ein großes Mädchen, ein größeres Mädchen, das größte Mädchen).

Steigerungsformen: Die Ausnahmen im Blick

Bezüglich der Steigerungsformen von Adjektiven gibt es Ausnahmen und Unregelmäßigkeiten. Nachfolgend stellen wir diese genauer vor.

Adjektive mit den Endungen -d, -t, -z, -s, -ß und -x

Handelt es sich um ein Adjektiv, das auf -d, -t, -z, -s, -ß oder -x endet, besteht der Superlativ in der Regel aus der Grundform und der Endung -este oder -esten. Dadurch kannst du das Wort leichter aussprechen.

Beispiel:

  • fies – fieser – am fiesesten

Einsilbige Adjektive

Ist das Adjektiv einsilbig, musst du den Vokal dieses Wortes bei der Bildung des Komparativs und Superlativs oft in einen Umlaut verwandeln. (Vokale sind a, e, i, o und u. Umlaute sind ä, ö und ü.)

Beispiel:

  • kurz – kürzer – am kürzesten

Adjektive auf -el oder -bel

Endet das Adjektiv auf -el oder -bel und wird die Endung nicht betont, musst du den Buchstaben e in der Regel weglassen, wenn du den Komparativ bilden möchtest. Bei der Bildung des Superlativs entfällt der Buchstabe e nicht.

Achtung! Diese Regel gilt nicht, falls das Adjektiv auf -ell endet oder falls die Endung des Adjektivs betont wird.

Beispiele:

  • nobel – nobler – am nobelsten
  • aktuell – aktueller – am aktuellsten

Unregelmäßige Adjektive

Weiterhin gibt es einige Adjektive, bei denen der Komparativ sowie der Superlativ unregelmäßig sind. Diese Steigerungsformen musst du im Grunde auswendig lernen.

Beispiele:

  • gut – besser – am besten
  • gern – lieber – am liebsten

Nicht steigerbare Adjektive

Manche Adjektive kannst du nicht steigern. Hierzu gehören zum Beispiel folgende Adjektive: leer, falsch, entscheidend, schwanger, lebendig und einzig. Die Steigerungsformen dieser Adjektive würden keinen Sinn ergeben.

Adjektive aus Verben und Nomen

Aus Nomen und Verben können Adjektive entstehen. Hierzu musst du meist eine weitere Silbe an das Wort hängen.

Adjektive aus Verben

Möchtest du aus einem Verb ein Adjektiv formen, musst du häufig die Verb-Endung entfernen. Anschließend kannst du eine passende Adjektiv-Endung, wie beispielsweise -sam oder -bar, an das Wort hängen. So kannst du zum Beispiel aus dem Verb biegen das Adjektiv biegsam oder aus dem Verb formen“das Adjektiv formbar bilden.

Adjektive aus Nomen

Ebenso kannst du aus einem Nomen ein Adjektiv bilden. Dazu musst du in der Regel eine Endung, wie beispielsweise -ig, -lich oder -haft, an das Nomen hängen. Zum Beispiel kannst du aus dem Nomen Freund das Adjektiv freundlich bilden.