Vielleicht gibt es an deiner Schule Ethik-Unterricht als Alternative zum Religionsunterricht. Tatsächlich ist die Ethik eine Teildisziplin der Philosophie, die die Frage nach dem guten Handeln bestellt. Es geht also um Moral und moralisches Verhalten. Man spricht daher auch von Moralphilosophie.



Die Frage nach der Moral

Die Philosophie beschäftigt sich zunächst damit, was Moral überhaupt ist, woher sie kommt und welche moralischen Normen für Menschen existieren. Dass es unethisch ist, einen anderen Menschen zu töten, ist in den meisten Zivilisationen Konsens, auch wenn es teilweise Einschränkungen hierzu gibt (zum Beispiel aufgrund der Todesstrafe oder im Krieg). Andere Lebewesen zu töten ist jedoch mit der Moral der meisten Menschen durchaus vereinbar, sofern es einem Zweck dient (z.B. Nahrung oder Kleidung). Die Philosophie beschätftigt sich damit, woher solche moralischen Normen kommen.

Außerdem geht sie der Frage nach, ob Moral sinnvoll ist oder Menschen einschränkt. Denn einerseits sorgt gutes Handeln dafür, dass das gesellschaftliche Zusammenleben einfacher wird. Wenn du darauf vertrauen kannst, dass dich auf dem Schulweg niemand angreift, kannst du dich mit anderen Problemen beschäftigen. Aus individueller Sicht kann es jedoch so scheinen, dass Moral einschränkend wirkt. Vor allem bei moralischen Konventionen, die nicht deckungsgleich mit geltenden Gesetzen sind, kann es verlockend sein, sie zu brechen. Wer beispielsweise lügt, kann es sich im Leben vielleicht einfacher machen. Im Philosophie-Unterricht diskutierst du daher auch die Frage, ob Moral auchin diesem Fall sinnvoll ist.

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