Das 19. Jahrhundert

Viele Historiker*innen bezeichnen das 19. Jahrhundert auch als „das lange 19. Jahrhundert“ und rechnet es nicht von 1801 bis 1900, sondern von 1789 bis 1914. Der Historiker Eric Hobsbawm hat diesen Begriff geprägt. Der Grund hierfür ist, dass die geschichtlichen Entwicklungen in diesem etwas längeren Zeitraum sehr eng miteinander zusammenhängen und gut als eine größere Einheit betrachtet werden.



Das 19. Jahrhundert: Das ist passiert

Hobsbawm, der aus dem 19. Jahrhundert das lange 19. Jahrhundert gemacht hat, hat dieses außerdem in drei Zeitalter eingeteilt, die wir uns ein wenig näher anschauen wollen:

Das Zeitalter der Revolution (1789 – 1848)

1789 begann die Französische Revolution, die die Gesellschaftsformen in Europa nachhaltig veränderte. Denn durch die Revolution wurde erstmalig die Macht des Königs durch das Volk aktiv eingeschränkt. Dass dies möglich war, veränderte auch die anderen Monarchien in Europa. In Folge der Französischen Revolution krönte der Feldherr Napoleon Bonaparte sich selbst zum Kaiser und eroberte viele Länder in Europa. Dort installierte er den Code Civil, der die übrigen Monarchien ebenfalls einschränkte.

Das Zeitalter des Kapitals (1848–1875)

Mit der Erfindung der Dampfmaschine Ende des 18. Jahrhunderts konnten im 19. Jahrhundert neue technische Möglichkeiten zur Produktion von Gütern gefunden werden. Dies führte zur sogenannten Industriellen Revolution, die das Arbeitsleben der Menschen deutlich änderte.



Das Zeitalter des Imperiums (1875–1914)

Ebenfalls im 19. Jahrhundert begannen die europäischen Länder verstärkt, afrikanische und asiatische Kolonien zu erobern. Zwar geht der euorpäische Kolonialismus bis ins 16. Jahrhundert zurück, doch die neuen technischen Möglichkeiten sorgten für einen größeren Bedarf an Ressourcen und auch für eine neu entstandene Profitgier. Die Länder Europas standen daher in ständiger Konkurrenz darum, fremde Länder zu erobern und deren Ressourcen zu übernehmen.

Die Industrielle Revolution

Die Industrielle Revolution bzw. Industrialisierung begann in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und veränderte im 19. Jahrhundert die Arbeitsbedingungen und damit die gesamten Lebensumstände der Menschen grundlegend. Die Entwicklung nahm in England ihren Anfang, erfasste bald Westeuropa und die USA, und zuletzt, also gegen Ende des 19. Jahrhundert, auch Japan, andere Teile Asiens und