Wortarten

Meike Backers


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Wortarten, auch als Redeteile und Wortklassen bezeichnet, können die Wörter in Kategorien aufteilen. Im Deutschen werden meist zehn Wortarten unterschieden. Hierzu zählen sechs flektierbare und vier unflektierbare Wortarten. Die flektierbaren Wörter kannst du verändern. Du musst sie an den Kasus (Fall), Genus (Geschlecht) und Numerus (Anzahl) anpassen. Die unflektierbaren Wortarten sind unveränderlich. Daher kannst du diese nicht deklinieren. Im folgenden Artikel beschreiben wir alle zehn Wortarten genauer.

Die flektierbaren Wortarten

Die flektierbaren Wortarten kannst du deklinieren oder konjugieren. Zu diesen Wortklassen gehören die Substantive, die Verben, die Adjektive, die Pronomen, die Artikel sowie die Numeralien.

Substantive

Substantive (Nomen) musst du großschreiben. Du verwendest sie, wenn du Lebewesen, Pflanzen, Gegenstände oder abstrakte Sachen beschreiben möchtest. In der Regel werden die Substantive in zwei Arten unterteilt: Konkrete und abstrakte Substantive. Die konkreten Nomen bezeichnen Gegenstände sowie Lebewesen (Beispiele: Schwester, Lampe, Haus). Die abstrakten Nomen bezeichnen Gedanken sowie Gefühle (Beispiele: Trauer, Furcht, Freude). Meist steht vor den Substantiven ein Artikel. In bestimmten Fällen ist kein Artikel notwendig. Es gibt maskuline Substantive (Beispiele: der Mann, ein Tee), feminine Substantive (Beispiele: die Sonne, eine Festplatte) sowie neutrale Substantive (Beispiele: das Getränk, ein Licht). Der Genus verändert sich nicht. Dafür kann sich der Numerus sowie der Kasus der Substantive verändern.

Verben

Verben kennst du vielleicht unter dem Namen Tuwörter, Tätigkeitswörter oder Zeitwörter. Mit diesen Wörtern bezeichnest du eine Tätigkeit, einen Zustand und einen Vorgang. Jedes Verb besitzt einen Infinitiv (Grundform) und lässt sich konjugieren. Konjugieren bedeutet, dass das Verb an sein Bezugswort angepasst und in die entsprechende Personalform gesetzt wird. Du kannst Verben in verschiedene Modi, ins Aktiv und Passiv sowie in unterschiedliche Zeitformen (Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II) setzen. Dabei werden drei Verb-Arten unterschieden:
  • Hilfsverben: Zu den Hilfsverben gehören die Verben haben, sein und werden. Du setzt sie zur Bildung von bestimmten Zeitformen sowie als alleiniges Verb in einem Satz ein.
  • Modalverben: Als Modalverben werden die Verben dürfen, mögen, wollen, sollen, können und müssen bezeichnet. Diese setzt du als alleiniges Verb in einem Satz oder gemeinsam mit einem weiteren Verb, welches im Infinitiv steht, ein.
  • Vollverben: Alle weiteren Verben werden Vollverben genannt. Diese werden in Handlungsverben, Zustandsverben und Vorgangsverben aufgeteilt.

Adjektive

Adjektive werden auch als Wie-Wörter und Eigenschaftswörter bezeichnet. Du musst sie normalerweise kleinschreiben. Adjektive beschreiben Lebewesen, Gegenstände oder Sachverhalte näher. Es werden drei Arten von Adjektiven unterschieden:
  • Attributive Adjektive: Diese Adjektive befinden sich direkt vor einem Substantiv und müssen dekliniert werden. (Beispiel: die lange Strecke)
  • Prädikative Adjektive: Diese Adjektive stehen hinter den Verben bleiben, sein und werden. Du musst sie nicht deklinieren. (Beispiel: Hannah ist schlau.)
  • Adverbiale Adjektive: Diese Adjektive befinden sich hinter allen anderen Verben. Genau wie die prädikativen Adjektive musst du diese nicht deklinieren. (Beispiel: Ina singt laut.)
Dazu können Adjektive substantiviert (nominalisiert) werden. Das bedeutet, dass sie zu Substantiven werden. Hierfür musst du teilweise eine Endung, wie zum Beispiel -keit, an das Adjektiv hängen (Beispiel: einsam, die Einsamkeit). In der Regel kannst du Adjektive steigern. Die Grundform nennt sich Positiv, die erste Steigerungsform Komparativ und die höchste Steigerungsform Superlativ (Beispiel: schön, schöner, am schönsten).

Artikel

Artikel sind die Begleiter der Substantive. Es gibt bestimmte sowie unbestimmte Artikel. Bestimmte Artikel sind der, die und das. Diese verwendest du, wenn du etwas Bestimmtes beschreiben möchtest (zum Beispiel: das Buch im Regal, der Schrank dort drüben). Unbestimmte Artikel sind ein und eine. Diese nutzt du, wenn du etwas Unbestimmtes beschreiben möchtest (zum Beispiel: ein Kind, eine Flasche). Die Artikel müssen im Hinblick auf den Kasus angepasst werden. Bestimmte Artikel variieren zudem hinsichtlich des Numerus. Unbestimmte Artikel gibt es nur in der Einzahl.

Pronomen

Pronomen (Fürwörter) können Substantive begleiten oder als Stellvertreter dieser zum Einsatz kommen. Unterschieden wird zwischen den folgenden Pronomen:
  • Personalpronomen (Beispiele: ich, du, er, wir)
  • Possessivpronomen (Beispiele: mein, unsere, ihre)
  • Relativpronomen (Beispiele: das, der, welche)
  • Reflexivpronomen (Beispiele: mich, dich, euch, sich, mir, dir)
  • Demonstrativpronomen (Beispiele: dieser, jene, solches, )
  • Interrogativpronomen (Beispiele: welcher, wessen, wen, wer, was)
  • Indefinitpronomen (Beispiele: jeder, alle, keiner, manche, etliche)

Numeralien

Numeralien (Zahlwörter) dienen dazu, die Menge, die Anzahl bzw. den Rang von etwas zu bestimmen. Unterteilt sind die Numeralien in bestimmte und unbestimmte Zahlwörter. Mit den bestimmten Numeralien bezeichnest du konkrete Zahlen (Beispiele: eins, fünf, der dritte). Mit unbestimmten Numeralien beschreibst du Mengen (Beispiele: genug, alle, kein). Zusätzlich gibt es verschiedene Arten von Numeralien. Zu diesen gehören:
  • Kardinalzahlen (Beispiele: eins, zwei, neun, fünfzehn, hundert)
  • Ordinalzahlen (Beispiele: erste, dritter, achter)
  • Bruchzahlen (Beispiele: eineinhalb, zwei Drittel, acht Neuntel)
  • Multiplikationswörter (Beispiele: einfach, doppelt, zweifach, neunfach, zehnfach)

Die unflektierbaren Wortarten

Die unflektierbaren Wortarten kannst du weder deklinieren noch konjugieren. Stattdessen bleiben diese Wörter unverändert. Teilweise werden die unflektierbaren Wortarten als Partikeln bezeichnet.

Adverbien

Adverbien sind Umstandswörter, mit denen du einen Vorgang, einen Zustand oder eine Tätigkeit genauer beschreibst. Die Adverbien beziehen sich auf Substantive, Adjektive, Nomen oder andere Adverbien. Zu den Adverbien gehören folgende Gruppen:
  • Lokaladverbien (Beispiele: von draußen, runter, abwärts, von links, nach vorne)
  • Temporaladverbien (Beispiele: seitdem, gestern, abends, damals, manchmal)
  • Kausaladverbien (Beispiele: dafür, also, folglich, schließlich, demnach)
  • Modaladverbien (Beispiele: hingegen, nur, kaum, jedoch, wirklich)
  • Relativadverbien (Beispiele: wofür, worüber, wo)
  • Konjunktionaladverbien (Beispiele: trotzdem, darum, danach, deshalb, schließlich)
  • Pronominaladverbien (Beispiele: damit, hiervon, hierauf, daneben, dazu)

Konjunktionen

Konjunktionen (Bindewörter) können Hauptsätze, Nebensätze und Satzglieder miteinander verknüpfen. Es gibt nebenordnende und unterordnende Konjunktionen. Möchtest du zwei Hauptsätze, zwei Nebensätze oder zwei Satzglieder verbinden, verwendest du eine nebenordnende Konjunktion (Beispiele: aber, und, denn). Möchtest du einen Hauptsatz und einen Nebensatz verbinden, setzt du eine unterordnende Konjunktion ein (Beispiele: obwohl, weil, während).

Präpositionen

Präpositionen (Verhältniswörter) verwendest du, um zu erklären, in was für einem Verhältnis sich zwei Sachverhalte, Lebewesen oder Gegenstände befinden. Diese Wörter beziehen sich auf ein Substantiv, ein Pronomen, ein Adjektiv oder ein Adverb. Unterteilt werden die Präpositionen in folgende Gruppen:
  • Kausale Präpositionen (Beispiele: laut, zwecks, bezüglich)
  • Modale Präpositionen (Beispiele: gegen, mit, ohne)
  • Lokale Präpositionen (Beispiele: vor, hinter, in)
  • Temporale Präpositionen (Beispiele: bis, um, nach)

Interjektionen

Interjektionen sind Ausrufe, Zwischenrufe oder Laute. Sie werden auch Ausrufewörter, Ausdruckswörter und Empfindungswörter genannt. Beispiele sind: nanu, pfui, igitt, bäh, hatschi, mhm, tja, ups, hoppla, hurra, o lala, wow, huch, peng, boing, ach, rums, schnipp.

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