Konjunktionen verbinden Sätze sowie Satzteile miteinander. Du kennst Konjunktionen vielleicht unter dem Begriff Bindewort oder Fügewort. Beispiele für Bindewörter sind: denn, obwohl, und, bis, weil, da, oder, während. Die Konjunktionen kannst du nicht flektieren. Sie passen sich weder dem Fall noch der Anzahl oder dem Geschlecht des Satzes an. Nachfolgend erläutern wir dir die Konjunktionen-Arten genauer.

Bindewörter werden in zwei Arten aufgeilt. So gibt es zum einen die nebenordnenden Bindewörter (Beispiele: und, oder, aber) und zum anderen die unterordnenden Bindewörter (Beispiele: als, weil, dass).

Die nebenordnenden Konjunktionen

Die nebenordnenden Bindewörter kannst du zwischen Hauptsätzen, Nebensätzen und Satzgliedern unterbringen. Sie verbinden die Sätze bzw. Satzglieder miteinander.




Konjunktionen zwischen Hauptsätzen

Eine nebenordnende Konjunktion kann zwischen zwei Hauptsätzen stehen. In diesem Fall gehört die Konjunktion weder zum ersten noch zum zweiten Hauptsatz. Sie beeinflusst daher nicht die Satzstellung.

Beispiele:

  • Die Eltern kochen das Abendessen und die Tochter spielt mit ihrer Puppe.
  • Lisa möchte ins Kino, aber sie muss noch ihre Hausaufgaben machen.

Es ist möglich, im zweiten Hauptsatz das Subjekt und/oder das Verb auszulassen. Dies gilt nur, wenn das Subjekt und/oder das Verb im zweiten Satz dieselben wie im ersten Satz sind. Betroffen sind von dieser Regelung sämtliche nebenordnende Bindewörter außer die Konjunktion „denn“.

Beispiele:

  • Marie spielt gerne Klavier und (sie) liest gerne Bücher.
  • Fabian spielt kein Klavier, sondern (er spielt) Gitarre.

Konjunktionen zwischen Nebensätzen

Zwei Nebensätze verknüpfst du ebenfalls mithilfe einer nebenordnenden Konjunktion.

Beispiele:

  • Ich hoffe, dass meine Schwester dieses Wochenende zu Besuch kommt und dass wir gemeinsam Zeit verbringen können.
  • Wenn das Wetter mitspielt und ich wieder gesund bin, fahren wir am Wochenende an den Strand.

Die unterordnende Konjunktion, das finite Verb und/oder das Subjekt im zweiten Nebensatz kannst du auslassen. Dies gilt nur, wenn die Konjunktion, das Verb und/oder das Subjekt dieselben wie im ersten Nebensatz sind.

Beispiele:

  • Wir bleiben zu Hause, wenn es regnet oder (wenn es) schneit.
  • Ich koche heute Abend euer Lieblingsgericht, wenn ihr brav (seid) und (wenn ihr) artig seid.



Konjunktionen zwischen Satzgliedern

Die meisten nebenordnenden Bindewörter können Satzglieder, Wortgruppen und Wörter verbinden. Ausgenommen ist die Konjunktion „denn“.

Beispiele:

  • Meine Schwester und ich reisen nach Paris.
  • Ich werde meine Sachen in einen Rucksack oder in eine Tasche packen.

Die unterordnenden Konjunktionen

Unterordnende Bindewörter werden auch Subjunktionen genannt. Mithilfe dieser verknüpfst du einen Hauptsatz und einen Nebensatz miteinander. Dabei leitet eine unterordnende Konjunktion den Nebensatz ein.

Beispiele:

  • Während Nils sein Zimmer aufräumt, kocht die Mutter sein Lieblingsgericht.
  • Susanne spart ihr Geld, weil sie bald eine Reise machen möchte.

Nebensätze brauchen die Konjunktion, Hauptsätze nicht. Du erkennst Nebensätze vor allem an zwei Merkmalen: Zum einen endet ein Nebensatz stets mit einem konjugierten Verb. Zum anderen kann der Nebensatz nicht alleine stehen, sondern benötigt den Hauptsatz.

Die mehrteiligen Konjunktionen

Mehrteilige Konjunktionen werden auch als Doppelkonjunktionen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei oder mehr Teilen und zählen zu den nebenordnenden Bindewörtern. Beispiele für Doppelkonjunktionen sind: weder … noch, entweder … oder, zwar … aber, sowohl … als auch, nicht nur … sondern auch.

Beispiele:

  • Ich gehe entweder heute oder morgen zum Arzt.
  • Du kannst weder schwimmen noch tauchen.
  • Sie hat sowohl Mut als auch Ehrgeiz bewiesen.

Vor Konjunktionen steht meist ein Komma

Eine Konjunktion wird zum Teil als Kommawort bezeichnet. Dies liegt daran, dass sich vor den meisten Bindewörtern ein Komma befindet.

Beispiele:

  • Die Frau kann sehr gut singen, aber möchte keinem Chor beitreten.
  • Peter kann sich sein Traumauto leisten, weil er hart gearbeitet und viel gespart hat.

Die Ausnahmen

Allerdings gibt es Ausnahmen. Zum Beispiel musst du vor den Doppelkonjunktionen „sowohl … als auch“, „entweder … oder“ und „weder … noch“ kein Komma setzen. Darüber hinaus musst du bei den folgenden Bindewörtern meist kein Komma setzen: und, sowie, oder, beziehungsweise, wie, als.




Beispiele:

  • Die Kinder freuen sich sowohl auf Nikolaus als auch auf Weihnachten.
  • Julia trainiert jeden Tag zu Hause und geht zwei Mal in der Woche ins Fitnessstudio.
  • Tim spielt lieber Basketball als Golf.

Achtung! Leitet eines dieser Bindewörter einen Nebensatz oder einen Einschub ein, musst du ein Komma vor der Konjunktion setzen. Außerdem musst du vor den Zusätzen „und zwar“, „und das“ sowie „und dies“ ein Komma setzen. Hier findest du noch mehr Infos zur Kommasetzung.

Beispiele:

  • Denk daran, dein Zimmer aufzuräumen, und mach deine Hausaufgaben. (Nebensatz)
  • Jan weiß genau, wie die Lösung der Aufgabe lautet. (Nebensatz)
  • Sabine geht heute mit Saskia, ihrer besten Freundin, oder ihrer Schwester ins Kino. (Einschub)
  • Frau Müller, unsere Lehrerin, und unser Lehrer Herr Meier haben uns keine Hausaufgaben aufgegeben. (Einschub)
  • Lenas Schwester wohnt im Ausland, und zwar in Spanien.

Die Bedeutungen der verschiedenen Konjunktionen

Bindewörter geben verschiedene Informationen wieder. Sie können daher unterschiedlichen Bedeutungsgruppen zugeordnet werden:

  • Disjunktive Konjunktionen: Diese Bindewörter können Dinge ausschließen und Alternativen zeigen. (Beispiel: Entweder koche ich heute Spaghetti oder ich mache einen Auflauf.)
  • Kopulative Konjunktionen: Diese Bindewörter verbinden Wörter oder Wortgruppen miteinander. Mithilfe dieser sind Aufzählungen möglich. (Beispiel: Julian ist zielstrebig und intelligent.)
  • Konzessive Konjunktionen: Mit diesen Bindewörtern drückst du einen Widerspruch, einen Gegengrund bzw. eine Einräumung aus. (Beispiel: Jan geht erst heute zum Arzt, obwohl er schon seit Tagen Schmerzen hat.)
  • Adversative Konjunktionen: Diese Bindewörter kennzeichnen einen Gegensatz. (Beispiel: Die Wohnung ist groß, aber hat nur wenige Zimmer.)
  • Konsekutive Konjunktionen: Mit diesen Wörtern bringst du ein Resultat oder eine Folge zum Ausdruck. (Beispiel: Thomas ist heute krank, sodass er nicht zur Schule kommt.)
  • Konditionale Konjunktionen: Möchtest du eine Bedingung ausdrücken, kannst du eine konditionale Konjunktion verwenden. (Beispiel: Wir fahren morgen ins Freibad, falls das Wetter schön ist.)
  • Kausale Konjunktionen: Hiermit drückst du einen Grund aus. (Beispiel: Sabine studiert Jura, weil sie Anwältin werden möchte.)
  • Finale Konjunktionen: Diese Wörter kennzeichnen eine Absicht bzw. einen Zweck. (Beispiel: Ich lerne für die Klassenarbeit, damit ich eine gute Note bekomme.)
  • Temporale Konjunktionen: Diese Wörter zeigen ein zeitliches Verhältnis an. (Beispiel: Nachdem wir den ganzen Tag unterwegs waren, habe ich abends gemütlich ein Buch gelesen.)
  • Modale Konjunktionen: Mit diesen Bindewörtern drückst du die Art und Weise bzw. den Begleitumstand aus. (Beispiel: Du kannst das Programm starten, indem du diesen Knopf drückst.)

Manche Bindewörter besitzen keine direkte Bedeutung. Hierzu zählt zum Beispiel das Bindewort „ob“. Beachte zusätzlich, dass viele Bindewörter in verschiedene Bedeutungsgruppen eingeteilt werden können.