Pronomen

Meike Backers


Pronomen werden auch als Fürwörter bezeichnet. Sie können Substantive (Nomen) begleiten oder stellvertretend für sie stehen. Mithilfe der Pronomen kannst du zusätzliche Informationen zum Lebewesen bzw. zum Gegenstand preisgeben. Zusätzlich kannst du mithilfe der Fürwörter die Zugehörigkeit des Lebewesens bzw. des Gegenstands ausdrücken. Im folgenden Artikel erfährst du mehr über die Pronomen.

Die verschiedenen Arten von Pronomen

Wie bereits beschrieben, können Fürwörter eine von zwei Funktionen erfüllen: Du verwendest sie entweder als Begleiter oder als Stellvertreter eines Substantivs. Es gibt insgesamt sieben verschiedene Pronomen-Arten, die wir dir nachfolgend genauer vorstellen möchten.




Die Personalpronomen

Personalpronomen sind die persönlichen Fürwörter. Sie werden oft verwendet und dienen als Stellvertreter von Nomen. Zu den Personalpronomen gehören: ich, du, er, sie, es, wir, ihr und sie.

Beispiele:

  • Das Bild an der Wand ist hübsch. Meine Tochter hat es gemalt. Sie ist sehr begabt.
  • Mein Bruder räumt heute ausnahmsweise auf. Er ist sonst eher faul.
  • Ich reise heute nach Berlin und du kommst mit.

Achtung! Das Pronomen „sie“ ist im Singular (Einzahl) und im Plural (Mehrzahl) vorhanden. Im Singular ist hiermit eine weibliche Person gemeint. Im Plural sind mehrere Personen gemeint. Diese können männlich und/oder weiblich sein. Du erkennst an dem Verb, ob das Pronomen in der Einzahl oder ob das Pronomen in der Mehrzahl gemeint ist.

Beispiel:

  • Singular: Sie fährt zur Schule.
  • Plural: Sie fahren zur Schule.

Die Possessivpronomen

Bei Possessivpronomen handelt es sich um besitzanzeigende Fürwörter. Sie zeigen an, zu wem das Lebewesen oder der Gegenstand gehört bzw. wer die Sache besitzt. Dementsprechend verwendest du die Possessivpronomen als Begleiter von Substantiven. Zu diesen Wörtern zählen: mein, dein, sein, ihr, unser, euer und ihr.

Beispiele:

  • Unser Ausflug war schön.
  • Deine Wohnung ist groß.
  • Ihr Kleid ist rot.



Die Demonstrativpronomen

Demonstrativpronomen werden auch als hinweisende Fürwörter bezeichnet. Sie können auf ein Substantiv hindeuten oder dieses hervorheben. Zu den hinweisenden Fürwörtern gehören: jener, jene, jenes, dieser, diese, dieses, solcher, solche, solches, derselbe, dieselbe, dasselbe, derjenige, diejenige, der, die, das.

Beispiele:

  • Dieser Bericht war interessant.
  • Das Spektakel ist so schön. Das habe ich noch nie gesehen.
  • Du trägst dasselbe Kleid wie ich.

Die Relativpronomen

Relativpronomen sind bezügliche Fürwörter. Hierzu gehören: der, die, das, welcher, welche, welches. Mit diesen Pronomen leitest du einen Nebensatz ein.

Beispiele:

  • Das Kleid, das du trägst, gefällt mir gut.
  • Die Tasche, welche du mir geliehen hast, ist kaputt gegangen.
  • Der Baum, der vor unserem Haus steht, ist ein Apfelbaum.

Die Interrogativpronomen

Interrogativpronomen werden auch fragende Fürwörter genannt. Mit diesen Fürwörtern kannst du das Substantiv, nach welchem gefragt wird, ersetzen. Beispiele sind: wen, wem, was, wer, welcher, welche, welches, wessen.

Beispiele:

  • Wem hast du ein Geschenk gemacht?
  • Wer gab dir ein Getränk aus?
  • Welches ist euer Haus?

Die Indefinitpronomen

Indefinitpronomen sind unbestimmte Fürwörter. Möchtest du etwas im Allgemeinen ausdrücken, kannst du diese Fürwörter benutzen. Ebenso kannst du die Indefinitpronomen einsetzen, wenn du etwas nicht exakt beschreiben kannst. Zu den Indefinitpronomen zählen beispielsweise: manche, mancher, kein, keiner, etliche, niemand, irgendjemand, jemand, man, jeder, jede, jedes, wenige, einige, mehrere, nichts, etwas, alle, alles, ein paar.

Beispiele:

  • Etliche Menschen haben den Film gesehen.
  • Keiner weiß, wie die Aufgabe gelöst wird.
  • Ein paar Gäste sind bis abends geblieben.



Die Reflexivpronomen

Reflexivpronomen stellen rückbezügliche Fürwörter dar. Diese haben einen Bezug zum Subjekt. Zu diesen Fürwörtern zählen: mich, mir, dich, dir, uns, euch, sich.

Beispiele:

  • Du kennst mich.
  • Wir ruhen uns aus.
  • Sie ziehen sich zurück.

Welche Funktionen haben Pronomen?

Pronomen können unterschiedliche Funktionen aufweisen. Nachfolgend stellen wir die Funktionen genauer vor.

Anaphorische Funktion

Manche Pronomen wirken rückweisend, auch anaphorisch genannt. Diese Fürwörter beziehen sich auf etwas, das bereits beschrieben wurde.

Beispiele:

  • Der Mann ist in der Küche. Er kocht Spaghetti.
  • Die Kinder sind zu Hause. Sie schauen sich einen Film an.

Kataphorische Funktion

Wirkt ein Pronomen vorausweisend (kataphorisch), bezieht es sich auf ein Ereignis, welches im Laufe des Satzes noch erläutert wird.

Beispiele:

  • Es ist wahrscheinlich, dass es heute noch regnen wird.
  • Es war nicht überraschend, dass du die Prüfung bestanden hast.

Possessive Funktion

Hat ein Pronomen eine possessive Funktion, gibst du mit diesem an, zu wem etwas gehört bzw. wer etwas besitzt.

Beispiele:

  • Wenn ich bei meinen Großeltern zu Gast bin, muss ich meine Schuhe ausziehen, um deren Wohnung nicht zu verschmutzen.
  • Unsere Familie fährt heute in den Freizeitpark.

Negierende Funktion

Mit Pronomen, die die sogenannte negierende Funktion aufweisen, kannst du etwas verneinen. Meist weisen diese Pronomen neben der verneinenden Funktion eine weitere Funktion auf.

Beispiele:

  • Keiner wusste, wie die Lösung der Aufgabe aussieht.
  • Es sind noch keine Gäste eingetroffen.

Deiktische Funktion

Fürwörter mit der deiktischen Funktion können auf einen Sachverhalt hindeuten, diesen hervorheben oder die Sprecher-Hörer-Rollenverteilung anzeigen.

Beispiele:

  • Diese Wohnung ist groß.
  • Ich (Sprecher) hoffe, dass ihr (Hörer) mir (Sprecher) zugehört habt.

Determinierende Funktion

Die determinierende Funktion wird auch bestimmende Funktion genannt. Mit Fürwörtern, die über diese Funktion verfügen, kannst du etwas bestimmen. Hierfür ist keine exakte Bezeichnung des Sachverhalts, Gegenstands bzw. Lebewesens notwendig.

Beispiele:

  • Jemand hat alles aufgeräumt.
  • Niemand hat die Hausaufgaben gemacht.

Quantifizierende Funktion

Besitzt ein Fürwort die quantifizierende Funktion, gibst du mit diesem Informationen zu der Menge preis.

Beispiele:

  • Mehrere Leute kamen herein.
  • Jeder Gast hat ein Geschenk mitgebracht.
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