Adverbien, auch als Umstandswörter bezeichnet, beschreiben die Umstände einer Handlung. Sie zeigen dir, weshalb, wie, wann bzw. wo ein Ereignis geschieht. Adverbien musst du kleinschreiben. Sie werden nicht dekliniert. Das heißt, du musst diese Wörter nicht in Bezug auf den Kasus, den Genus oder den Numerus an den Satz anpassen. Stattdessen bleiben die Adverbien unverändert bestehen. Nachfolgend erklären wir genauer, was Adverbien sind.

Worauf beziehen sich Adverbien?

Ein Adverb bezieht sich normalerweise auf ein anderes Wort. Es kann sich auf ein Substantiv, ein Verb, ein Adjektiv oder ein anderes Adverb beziehen.




Beispiele:

  • Substantiv: Das Fahrrad dort ist meins.
  • Verb: Ich gehe heute ins Kino
  • Adjektiv: Die Wohnung ist sehr groß.
  • Adverb: Fast immer gewinnst du.

Arten von Adverbien

Insgesamt gibt es sieben Arten von Adverbien. Dies sind die Temporaladverbien, die Lokaladverbien, die Kausaladverbien, die Modaladverbien, die Relativadverbien, die Pronominaladverbien sowie die Konjunktionaladverbien.

Temporaladverbien

Die Temporaladverbien werden auch Adverbien der Zeit genannt. Sie zeigen dir, wann ein Ereignis passiert. Beispiele für Temporaladverbien sind: selten, manchmal, oft, damals, heute, gestern, abends, ab morgen, vorhin, seitdem, zwischendurch, später, jetzt, kurz, immer, noch nie, schon lange, seit morgens, seit gestern. Möchtest du ein solches Adverb erfragen, kannst du folgende Fragen stellen: Wann? Ab wann? Bis wann? Seit wann? Wie lange? Wie oft?

Beispiele:

  • Emilia geht heute ins Schwimmbad. (Wann geht Emilia ins Schwimmbad?)
  • Ab morgen macht Sophie jeden Tag Sport. (Ab wann macht Sophie jeden Tag Sport?)
  • Bis morgen ist Kerstin in Berlin. (Bis wann ist Kerstin in Berlin?)
  • Seit gestern ist Hans besonders motiviert. (Seit wann ist Hans besonders motiviert?)
  • Sarah ist kurz weg. (Wie lange ist Sarah weg?)
  • Klara fährt oft mit ihrem Fahrrad zur Schule. (Wie oft fährt Klara mit ihrem Fahrrad zur Schule?)

Achtung! Das Adverb „seit“ verwechseln viele Menschen mit dem Wort „seid“. Das Wort „seid“ hat allerdings eine andere Bedeutung. Es ist die konjugierte Form des Verbs „sein“ in der 2. Person Plural. Damit du dir merken kannst, wann du seit und wann du seid benutzen musst, solltest du dir folgende Eselsbrücke merken: „seit = Zeit“.




Lokaladverbien

Lokaladverbien werden auch Adverbien des Ortes genannt. Sie zeigen dir, wo das Ereignis stattfindet. Beispiele für Lokaladverbien sind: aufwärts, abwärts, nach vorne, nach hinten, von rechts, von links, dort, oben, hier, außen, vorne, von draußen, von dort, runter, hoch. Du erfragst ein solches Adverb mit der Frage „Wo?“, „Wohin?“ oder „Woher?“.

Beispiele:

  • Sabrina steht hinten in der Warteschlange. (Wo steht Sabrina in der Warteschlange?)
  • Udo fährt nach links. (Wohin fährt Udo?)
  • Das Auto kam von rechts. (Woher kam das Auto?)

Kausaladverbien

Die Kausaladverbien, auch Adverbien des Grundes genannt, beschreiben, weshalb ein Ereignis passiert. Beispiele sind: demnach, dennoch, dafür, damit, hiermit, dadurch, deswegen, daher, also, deshalb, folglich, schließlich, jedenfalls. Du erfragst die Kausaladverbien mit den folgenden Fragen: Wieso? Weshalb? Warum? Unter welcher Bedingung?

Beispiele:

  • Nils hat einen Arzttermin. Daher kann er nicht mitkommen. (Warum kann Nils nicht mitkommen?)
  • Moritz hat den Bus verpasst. Deswegen kommt er später. (Wieso kommt Moritz später?)

Modaladverbien

Die Modaladverbien, auch als Adverbien der Art und Weise bezeichnet, erläutern, wie eine Handlung passiert. Beispiele sind: jedoch, allerdings, zumindest, immerhin, nur, doch, hingegen, ebenfalls, sonst, erstens, zudem, auch, genug, kaum, leider, sehr, vielleicht, ziemlich, wirklich, möglicherweise, beinahe, allzu, anders, äußerst. Erfragbar sind die Modaladverbien beispielsweise mit den Fragen „Wie?“, „Wie viel?“ und „Wie sehr?“.

Beispiele:

  • Uwe macht in seinem Leben vieles anders als seine Freunde. (Wie macht Uwe vieles in seinem Leben?)
  • Franz hat genug Geld gespart. (Wie viel hat Franz gespart?)
  • Dieter wünscht sich sehr den Sieg. (Wie sehr wünscht sich Dieter den Sieg?)



Relativadverbien

In einem Relativsatz kannst du die Relativadverbien einsetzen. Diese nehmen in der Regel einen Bezug zu einem Teilsatz auf. Beispiele für Relativadverbien sind: worüber, wo, wofür, womit.

Beispiele:

  • Sabine reist mit mir nach Spanien, worüber ich sehr froh bin.
  • Meine Tante machte mir ein Geschenk, wofür ich dankbar bin.

Pronominaladverbien

Die Pronominaladverbien kannst du wie Pronomen verwenden. Beispiele sind: dazu, davor, dazwischen, wobei, damit, daneben, hiervon, hiermit, hierauf, hierunter.

Beispiele:

  • Ich muss noch einkaufen. Davor muss ich Geld von der Bank abholen.
  • Damit du erfolgreich wirst, musst du dein Ziel klar definieren.

Die Konjunktionaladverbien

Konjunktionaladverbien kannst du als Konjunktionen nutzen. Mithilfe einiger dieser Adverbien verbindest du Sätze miteinander. Beispiele für Konjunktionaladverbien sind: schließlich, zuvor, darum, trotzdem, folglich, deshalb, außerdem, danach.

Beispiele:

  • In der Stadt ist heute verkaufsoffen, darum fahren wir dorthin.
  • Das Auto ist kaputt, folglich muss ich mit dem Fahrrad fahren.

Adverbien steigern: Ist dies möglich?

Die meisten Adverbien kannst du nicht steigern. Es gibt allerdings Ausnahmen. Zu den steigerbaren Adverbien gehören:

  • wohl, wohler, am wohlsten bzw. wohl, besser, am besten
  • oft, öfter, am öftesten bzw. oft, häufiger, am häufigsten
  • sehr, mehr, am meisten
  • gern, lieber, am liebsten
  • bald, eher, am ehesten

Darüber hinaus kannst du Adjektive, die du als Adverbien benutzen kannst, steigern (Beispiel: wenig, weniger, am wenigsten). An manchen dieser Adjektivadverbien kannst du bei der Bildung des Superlativs zusätzlich die Endung -stens hängen (Beispiele: wenigstens, schnellstens, bestens).

Teilweise kannst du Adverbien auch ohne Vergleichsform steigern. Möchtest du den Komparativ bilden, kannst du das Wort „weiter“ oder „mehr“ vor dem Adverb setzen. Möchtest du den Superlativ bilden, musst du die Wörter „am weitesten“ bzw. die Wörter „am meisten“ vor das Adverb stellen.

Beispiele:

  • Klaus läuft weiter hinten.
  • Klaus läuft am weitesten hinten.

Der Unterschied zwischen Adverbien und Adjektiven

Adjektive kannst du adverbial verwenden. Normalerweise bezieht sich ein Adjektiv auf das Substantiv. Das Adjektiv, welches adverbial verwendet wird, bezieht sich hingegen auf das Verb.

Beispiel:

  • Adjektiv: das schöne Foto
  • Adverb: Das Foto ist schön.

Zum Teil können Adverbien aus einem Adjektiv entstehen: Teilweise kannst du ein Adverb bilden, indem du an einem bestimmten Adjektiv die Buchstaben „erweise“ hängst.

Beispiel:

  • Adjektiv: Interessant ist, dass meine Schwester dasselbe sagte.
  • Adverb: Interessanterweise sagte meine Schwester dasselbe.

Zusätzlich kannst du aus einem Substantiv ein Adverb machen. Hierfür musst du den Buchstaben „s“ und/oder die Buchstaben „weise“ an das Substantiv hängen.

Beispiele:

  • Substantiv: Am Abend kann ich mich entspannen.
  • Adverb: Abends kann ich mich entspannen.
  • Substantiv: Der Ansatz ist korrekt.
  • Adverb: Ansatzweise ist dies korrekt.