Weiterbildung zum Fremdsprachenkorrespondent – Chancen & Herausforderungen

Yvonne Kraus


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Kindergarten, Grundschule, Gymnasium – und danach? Oftmals wissen Jugendliche nicht, welchen Beruf sie später ergreifen sollen. Häufig steht auch die Frage nach einem Studium oder einer Ausbildung im Raum. Wer sich für einen Weg entscheidet und sich später beruflich umorientieren möchte, hat oft Bedenken, anschließend einen guten Job zu finden. Glücklicherweise haben es Quereinsteiger heutzutage erheblich einfacher und können sich mit Weiterbildungen gezielt neue Kompetenzen aneignen. Eine beliebte Weiterbildung, die möglicherweise bereits Schüler und Schülerinnen begeistert, ist die zum Fremdsprachenkorrespondenten. Falls du sprachbegabt bist und dich zudem für fremde Kulturen begeisterst, solltest du dir im nachfolgenden Beitrag das Berufsbild genauer anschauen.

Berufsprofil eines Fremdsprachenkorrespondenten

Einige elementare Fähigkeiten im Erwachsenenalter festigen sich schon während der Schulzeit. Dazu zählt unter anderem das Talent einer besonders guten Sprach- und Ausdrucksfähigkeit. Falls dir in Fremdsprachen wie Englisch oder Französisch so schnell niemand etwas vormacht, solltest du möglicherweise deine Berufsorientierung darauf ausrichten. Mit dem Berufsbild des Fremdsprachenkorrespondenten bietet sich dir eine äußerst interessante Möglichkeit, deine Vorliebe für Sprache zum Beruf zu machen. Neben der sprachlichen Kompetenz sind fremdsprachliche Korrespondenten für kaufmännische Aufgabe zuständig – etwa den Schriftverkehr mit ausländischen Kontakten oder das Führen von Geschäftstelefonaten. Professionelle Übersetzungen im Rahmen der Geschäftsbeziehung gehören ebenfalls zum Tätigkeitsfeld der Fremdsprachenkorrespondenten.

Welche Zukunftschancen die Weiterbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten bietet

Viele Berufsanfänger oder Quereinsteiger entscheiden sich für eine Weiterbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten, weil diese vielfältige Zukunftschancen eröffnet:

  • Fremdsprachenkorrespondenten selbst haben umfassende Möglichkeiten, sich mit einem entsprechenden Studium weiter zu qualifizieren. Einige fokussieren sich beispielsweise auf den Bereich der Übersetzung. Sie bilden sich weiter, um anschließend als Fachkraft in einem professionellen Übersetzungsbüro zu arbeiten. Falls du dich stärker für mündliche Kommunikation begeisterst, könntest du stattdessen eine Dolmetscherausbildung anstreben.
  • Fremdsprachenkorrespondenten bewegen sich auf internationalem Parkett. Da der Beruf auf den globalen Arbeitsmarkt ausgerichtet ist, sind die Beschäftigungsmöglichkeiten entsprechend vielseitig. So können Absolventen beispielsweise in der Tourismusbranche, im logistischen Bereich oder bei internationalen Agenturen tätig werden
  • Der Beruf des Fremdsprachenkorrespondenten ist in einigen Sprachen besonders gefragt. Weit verbreitete Sprachen wie Englisch, Spanisch und Französisch bringen entsprechend viele Mitbewerber mit sich. Daneben gibt es Sprachen, die nur von wenigen Korrespondenten beherrscht werden. Falls du deine Karrierechancen auf dem Gebiet vergrößern möchtest, solltest du dich daher auf eher „unbekanntere“ Sprachen fokussieren. Chinesisch, Russisch und Japanisch sind beispielsweise Sprachen, die von vielen Menschen gesprochen werden.
Korrespondenten, die neben den “bekannten” Fremdsprachen noch unbekanntere Sprachen sprechen, erhöhen ihre Karrierechancen.

Herausforderungen der Weiterbildungen

So vielseitig das Berufsbild des Fremdsprachenkorrespondenten auch sein mag: Nicht jede Person eignet sich für die Tätigkeit. Vielmehr solltest du bestimmte fachliche und persönliche Voraussetzungen erfüllen, damit der Job zu dir passt.  Das A und O sind natürlich gute bis sehr gute Fremdsprachenkenntnisse in der jeweiligen Zielsprache. Weiterhin sollte dir auch der Umgang mit Zahlen Freude bereiten, da das Tätigkeitsfeld betriebswirtschaftliche Aufgaben einschließt. Eine gewisse Kommunikationsfreudigkeit und Freude im Umgang mit Menschen sind ebenfalls unerlässlich, um in dem Beruf Fuß zu fassen. Bestimmte Anbieter verlangen für die Weiterbildung zudem einen Ausbildungsabschluss in einem kaufmännischen oder verwaltenden Beruf.

Eine weitere Herausforderung ist die Weiterbildung an sich. Diese ist entweder in ganztägiger Vollzeitausbildung, berufsbegleitend oder komplett ortsunabhängig im Fernstudium möglich. Je nachdem, wie „schnell“ du die Weiterbildung absolvierst, legst du nach 12 bis 24 Monaten deine Abschlussprüfung ab. Um sehr gute Noten erzielen zu können, sind eine gut koordinierte Selbstorganisation und Disziplin erforderlich. Berufstätige, die nebenbei noch einer hauptberuflichen Beschäftigung nachgehen, werden ihre Freizeitaktivitäten zugunsten der Weiterbildung einschränken müssen. Auch inhaltlich sind Fleiß und Lernbereitschaft gefordert. Wer sich für diese Weiterbildung entscheidet, muss gewillt sein, sich über die sprachlichen Kenntnisse hinaus Wissen anzueignen. Dazu zählen neben betriebswirtschaftlichen Grundlagen EDV-Kompetenzen und die Landeskunde.

Ebenso herausfordernd gestaltet sich die Suche nach einem passenden Bildungsanbieter. Wenn du dich für das Berufsbild ernsthaft interessierst, solltest du immer auf die Qualifikation achten. Denn auf dem Markt tummeln sich Anbieter, deren Bildungsabschlüsse teilweise nicht staatlich anerkannt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du dich deshalb von Beginn an für eine staatlich anerkannte Qualifikation entscheiden. Hoch angesehen sind beispielsweise von der IHK geprüfte Fremdsprachenkorrespondenten und solche, die das Zertifikat „Geprüfte/r Fremdsprachenkorrespondent/in“ tragen. Andere Abschlüsse gilt es, kritisch zu hinterfragen. Im Zweifelsfall solltest du überlegen, inwieweit dich diese zukünftig weiterbringen.

Auf internationalen Messen und Meetings fungieren Fremdsprachenkorrespondenten mitunter auch als Dolmetscher, die die mündlichen Dialoge übersetzen.

Herausforderungen im Beruf kennen

Nicht nur die Ausbildung, auch der Beruf als solcher lässt sich als herausfordernde Tätigkeit ansehen. Zwar können ausgebildete Fremdsprachenkorrespondenten ihre Leidenschaft für gesprochene und geschriebene Sprachen vollkommen ausleben. Dennoch sind auch sie mit Schattenseiten konfrontiert, die vor der Berufswahl unbedingt zu berücksichtigen sind. Nachteilig an dem Berufsbild ist die nicht immer ausgewogene Work-Life-Balance. Falls ausländische Geschäftspartner anwesend sind, stehen Überstunden gewissermaßen auf der Tagesordnung. Mitunter stehen, abhängig vom jeweiligen Unternehmen und der gewählten Branche, auch längere Reisen ins Ausland an.

Weiterhin bekommen Fremdsprachenkorrespondenten während ihrer Ausbildung meistens kein Gehalt ausgezahlt. Häufig fallen in den Berufsschulen sogar Kosten wie Prüfungs- oder Aufnahmegebühren an. Deshalb solltest du dir als Anwärter rechtzeitig Gedanken über die Finanzierung machen. Selbst „ausgelernte“ Fremdsprachenkorrespondenten verzeichnen zu Beginn mitunter kein üppiges Gehalt. Einige Betriebe zahlen gerade einmal ein Einstiegsgehalt von rund 2.000 Euro brutto. Im Laufe der Zeit steigt das Einkommen jedoch an – durchschnittlich auf etwa 2.300 bis 4.400 Euro.

Alternativen zur Weiterbildung Fremdsprachenkorrespondenz

Suchst du nach einer anderen Weiterbildungsmöglichkeit, die derer der Fremdsprachenkorrespondenz inhaltlich ähnelt? Dann könnten die nachfolgenden Berufswege etwas für dich sein:

  • Ein Berufsbild, das dem der Fremdsprachenkorrespondenten ähnelt, ist das der kaufmännischen Assistenten für Fremdsprachen. Diese Ausbildung fokussiert sich, ähnlich wie die Wirtschaftsassistenz für Fremdsprachen, stärker auf die betriebswirtschaftlichen Aspekte.
  • Wer sich besonders für kaufmännische Sachverhalte begeistert, könnte alternativ eine Weiterbildung zum/zur Fremdsprachensekretär/in abstreben.
  • Eine weitere Alternative ist die Qualifizierung zum Europakorrespondenten. Diese sind in mittelgroßen Unternehmen meistens auf der mittleren Managementebene tätig. Einige Bildungsanbieter setzen für die Qualifizierung zum Europakorrespondenten allerdings den Abschluss aus der Fremdsprachenkorrespondenz oder eine kaufmännische Ausbildung voraus.

Abbildung 1: pixabay.com © tessakay (CC0 Creative Commons)

Abbildung 2: pixabay.com © geralt (CC0 Creative Commons)

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