In keiner anderen Stadt Frankreichs leben so viele Menschen wie in Paris. Die Hauptstadt Frankreichs ist trotz ihrer langen Geschichte heute ein moderner Lebensmittelpunkt für viele Franzosen. Doch bekannt ist Paris auch als ein wichtiges wirtschaftliches, kulturelles und politisches Zentrum des Landes.

 Die Hauptstadt Frankreichs

Etwa 2,2 Millionen Menschen leben heute in Paris, der Hauptstadt des Landes Frankreich. Über die Jahrhunderte wurde Paris mit mehreren Spitznamen versehen – dazu gehören la ville de l’amour (die Stadt der Liebe) und la ville lumière (die Stadt der Lichter).

Zählt man die Vororte von Paris als sogenannte Metropolregion zur Stadt hinzu, verfügt die französische Hauptstadt nach London über die zweitgrößte Einwohnerzahl in der Europäischen Union. Wie jede Großstadt besteht die Stadt an der Seine aus vielen Stadtvierteln. Typischerweise werden diese als Arrondissement bzw. Arrondissement municipal bezeichnet, was so viel wie Stadtbezirk auf Französisch bedeutet.

Über 20 Arrondissements verfügt die Stadt: Louvre, Bourse, Temple, Hôtel de Ville, Panthéon, Luxembourg, Palais Bourbon, Élysée, Opéra, Entrepôt, Popincourt, Reuilly, Gobelins, Observatoire, Vaugirard, Passy, Batignolles-Monceau, Buttes-Montmartre, Buttes-Chaumont und Ménilmontant.

Normalerweise werden die Stadtviertel jedoch nicht nach ihrem eigentlichen Namen, sondern mit ihrer offiziellen Nummer und dem Begriff Arrondissement beschrieben: so wird das Viertel Palais-Bourbon beispielsweise 7. Arrondissement genannt. Dieses Arrondissement ist für den berühmten Eiffelturm und das Kunstmuseum Musée d’Orsay bekannt.

Durch das Stadtgebiet fließt der Fluss Seine, der aus dem Osten Frankreichs bis in den Ärmelkanal bei Le Havre führt. Seit 1991 steht das in Paris gelegene Ufer der Seine mit seinen historischen Brücken und Bauten auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.

Die Geschichte von Paris

Paris blickt auf eine lange Geschichte zurück. Hier lebten einst die Kelten, die Könige der Merowinger sowie angesehener Herrscher und Adelige des Absolutismus. Noch heute werden in Paris die politischen Geschicke des Landes gelenkt. So ist der berühmte Élysée-Palast im Herzen der Stadt heute der Amtssitz des französischen Präsidenten.

Wie keine andere Stadt Frankreichs steht die Hauptstadt Frankreichs für die vielseitige Geschichte des Landes. Bereits in der Antike war die Stadt unter dem Namen Lutetia bekannt. Ausgrabungen zeigen, dass das heutige Stadtgebiet bereits um 4.000 v. Chr. besiedelt war. Auch Kelten und Römer lebten zwischenzeitlich in der heutigen Stadtregion.

Nach dem Fall des antiken Römischen Reiches ernannte König Chlodwig I. Paris zur Hauptstadt des Merowingerreiches. Seitdem ist die Geschichte des Adels und der Könige Frankreichs eng mit der Stadt verbunden. Zur Zeit des Absolutismus ließ der Sonnenkönig Ludwig XIV. vor den Toren der Stadt das gewaltige Schloss Versailles errichten, das eine neue Zentralisierung der Macht verdeutlichte.

Es war die Französische Revolution, die dem Absolutismus schließlich ein Ende brachte – und Paris war der wichtigste Schauplatz der revolutionären Bewegung des Jahres 1789. In diesem Jahr ging hier die Stadtbevölkerung auf die Straße, um eine neue Republik zu gründen. Zur Zeit der Industriellen Revolution präsentierte die Metropole an der Seine sich als Epizentrum der sogenannten Belle Époque mit ihrer aufblühenden Kunst- und Kulturszene.

Die Stadt an der Seine ist heute als Heimat vieler berühmter Persönlichkeiten bekannt. Geboren wurden hier der Dichter Molière, der aufklärerische Philosoph Voltaire, der Maler Claude Monet, die Schriftstellerin und Philosophin Simone de Beauvoir sowie der Philosoph und Denker Jean-Paul Sartre.

Bedeutende Sehenswürdigkeiten und Bauwerke

Über dem Stadtbild von Paris thront der Eiffelturm, das wohl berühmteste Wahrzeichen der Stadt. Das 324 Meter hohe Bauwerk wurde auf Initiative des Ingenieurs Gustave Eiffel rechtzeitig für die Weltausstellung des Jahres 1889 errichtet.

Der Eiffelturm ist jedoch nur eines der berühmten Bauwerke in der französischen Hauptstadt. Mit dem Louvre liegt hier das meistbesuchte Museum der Welt, das jedes Jahr etwa 10 Millionen Menschen empfängt. Im Louvre hängt die weltberühmte Mona Lisa von Leonardo da Vinci.

Natürlich lässt sich in der Stadt auch die zwischen 1163 und 1345 errichtete Kathedrale von Notre-Dame entdecken, die 2019 leider durch einen Brand stark beschädigt wurde. Eine ebenfalls gutbesuchte Sehenswürdigkeit ist der Arc de Triomphe de L’Ètoile, auch als Triumphbogen des Sterns bekannt, der einst von Napoleon I. in Erinnerung an seine Kriegserfolge in Auftrag gegeben wurde.

Unweit von Paris steht das Schloss Versailles, das im 17. Jahrhundert unter der Herrschaft von Ludwig XIV. als prachtvoll verzierte Barockarchitektur errichtet wurde.

Da Paris durch die Seine zentral durchflossen wird, ist die Stadt auch für historische Brücken bekannt. So wird der Fluss von Bauten wie der Pont d’Arcole, der Pont Notre-Dame und der ältesten noch erhaltene Brücke der Stadt namens Pont Neuf (zwischen 1578 und 1607 erbaut) überspannt.

Als berühmteste Straße der Metropole gilt die Avenue des Champs-Élysées, die sich mit einer Breite von 70 Metern besonders imposant präsentiert. Bereits im späten 18. Jahrhundert existierte diese Straße, die gerne für Triumphmärsche und Feierlichkeiten verwendet wurde: vom Triumphmarsch der amerikanischen Truppen nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu den alljährlichen Feierlichkeiten des französischen Nationalfeiertags am 14. Juli.

Paris als Kultur-, Politik- und Wirtschaftszentrum

Menschen aus aller Welt zieht es mittlerweile nach Paris – wegen der reichen Geschichte, den berühmten Sehenswürdigkeiten oder dem Ruf als Stadt der Liebe. Über 45 Millionen Menschen besuchen jedes Jahr die französische Hauptstadt. Mehr Besucher verzeichnen nur London und Bangkok.

Paris ist jedoch nicht nur als Urlaubsort beliebt, die Stadt an der Seine gilt auch als ein wichtiges Kultur-, Politik- und Wirtschaftszentrum Frankreichs.

Etwa ein Viertel aller Produktionsbetriebe des Landes liegen in der Metropolregion von Paris. Hier wird etwa ein Drittel des gesamten Bruttoinlandsprodukts (BIP) Frankreichs erwirtschaftet.

Die Stadt an der Seine ist ebenso die Heimat von wichtigsten Bildungseinrichtungen des Landes. Typisch sind die angesehenen Grandes écoles, spezialisierte Hochschulen, der Stadt – darunter die École polytechnique, die École des hautes études comercialles de Paris (HES) oder die École normale supérieure (ENS).

Mit einer solchen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Bedeutung und einer so einflussreichen Geschichte ist es also wenig verwunderlich, dass Paris als wichtigste Stadt Frankreichs gilt.