David Foster Wallace

Yvonne Kraus


David Foster Wallace war ein US-amerikanischer Autor von Kurzgeschichten, Romanen, Sachbüchern und Essays und unterrichtete außerdem bis zu seinem Tod 2008 als Professor für kreatives Schreiben und englische Literatur am Pomona College in Kalifornien. Seine Romane und Geschichten zählen zur literarischen Postmoderne, und David Foster Wallace wurde häufig mit James Joyce und Thomas Pynchon verglichen. Er galt als einer der wichtigsten amerikanischen Schriftsteller des 20. und frühen 21. Jahrhunderts und als einer der einflussreichsten Autoren seiner Generation. Seine Texte üben häufig Kritik an der (amerikanischen) Gesellschaft, an Medien- und Konsumüberflutung sowie am modernen Menschen.

Vita

David Foster Wallace wurde 1962 in Ithaca, New York, geboren. In seiner Jugend spielte er Tennis und nahm erfolgreich an Turnieren teil. In Almherst studierte er Englisch und Philosophie. Beide Fächer schloss er summa cum laude ab. Für seine Master-Arbeit in Philosophie gewann er einen Studienpreis, seine Master-Arbeit in Englisch wurde später sein erster Roman „Der Besen im System“. 2008 nahm David Foster Wallace sich das Leben, nachdem er fast 20 Jahre lang an Depressionen gelitten hatte.

Veröffentlichungen

Der Besen im System – The Broom of the System (1987)

Studentin Lenore, die mit ihrem reichen Vater gebrochen hat, muss in der Telefonzentrale falsche Verbindungen korrigieren und ihre aus dem Altersheim geflohene Urgroßmutter suchen. Wie in allen Romanen von David Foster Wallace steht auch in seinem Debüt vor allem die Sprache im Zentrum und mehrere Handllungsstränge werden parallel zueinander entwickelt.

Kleines Mädchen mit komischen Haaren / Alles ist grün – Girl With Curious Hair (1989)

Sammlung von zwei Mal fünf Kurzgeschichten über Fernsehen, vernachlässigte Kinder und Berühmtheiten. Die Sammlung „Girl With Curious Hair“, die im Original zehn Kurzgeschichten umfasst, wurde im Deutschen in zwei Bänden herausgegeben.

nendlicher Spaß – Infinite Jest (1996)

Hal Incandenza lebt in der Enfield-Tennisakademie und experimentiert mit Drogen. Unterhalb der Akademie bekämpft Don Gately seine Alkoholsucht in einer Drogenentzugsklinik. Und eine Separatistengruppe versucht mit Hilfe des Films „Unendlicher Spaß“ ihren Willen durchzusetzen. Auch in seinem Hauptwerk verbindet David Foster Wallace wieder verschiedene Handlungsstränge zu einem großen Ganzen.

Kurze Interviews mit fiesen Männern – Brief Interviews With Hideous Men (1999)

Eine Sammlung von insgesamt 23 Kurzgeschichten. Vier der Geschichten heißen „Kurze Interviews mit fiesen Männern“, sind zwischen den anderen Geschichten eingestreut und im Interview-Stil geschrieben, wobei die Fragen ausgelassen wurden und sich so aus den Antworten eine Geschichte ergibt. Einige der Kurzgeschichten wurden als Theaterstück adaptiert. 2009 entstand unter der Regie von John Krasinski der Film „Brief Interviews With Hideous Men“.

In alter Vertrautheit / Vergessenheit – Oblivion (2004)

Sammlung von Kurzgeschichten, die sich vor allem mit der Wahrnehmung von Wirklichkeit, Träumen und Bewusstsein befassen. „Oblivion“ war das letzte literarische Werk von David Foster Wallace, das zu seinen Lebzeiten erschien. Im Deutschen erschien die Kurzgeschichtensammlung in zwei Bänden – „In alter Vertrautheit“ wurde 2006 veröffentlicht, „Vergessenheit“ folgte 2008.

The Pale King (2011)

„The Pale King“ handelt vom Alltag und der Langeweile, die diesen bestimmt. Der Roman spielt hauptsächlich in der Bundessteuerbehörde der USA. Die Hauptfiguren, aus deren Sicht die Geschichte geschildert wird, sind Angestellte der Behörde. Der fragmentarisch gebliebene Roman wurde im Nachlass von David Foster Wallace gefunden. Er wird zurzeit von Ulrich Blumenbach übersetzt und erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2013 auf Deutsch.

Auszeichnungen

David Foster Wallace gewann zahlreiche Literaturpreise, darunter 1996 die Auszeichnung „Time’s Best Book of the Year“ für „Infinite Jest“. 2012 war sein Roman „The Pale King“ für den Pulitzer-Preis nominiert, gewann jedoch nicht, da die Jury sich zum ersten mal seit 35 Jahren entschloss, kein Buch auszuzeichnen.

Privates

David Foster Wallace war bis zu seinem Tod mit der Malerin Karen Green verheiratet. Bildnachweis: David Foster Wallace (Foto von Steve Rhodes)

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}