Das hast du sicherlich auch schon festgestellt: Manchen Menschen fällt es schwer, sich neue Dinge zu merken, anderen gelingt dies im Handumdrehen. Sie haben gute Strategien gefunden, um neues Wissen abzuspeichern. Das geht mit sogenannten Eselsbrücken ganz einfach. In diesem Text erfährst du, was es mit dem Begriff auf sich hat und wie du selbst eine Eselsbrücke entwickelst, um dir Dinge besser merken zu können.

Was sind Eselsbrücken und warum heißen sie so?

Eselsbrücken sind Merksätze, die dir helfen, Fakten oder Zusammenhänge im Gehirn abzuspeichern und wieder aufzurufen. Wir alle kennen den Satz „Nie ohne Seife waschen“, mit dem wir uns die Reihenfolge der Himmelsrichtungen merken können. Auch Zahlen können wir mit einer Eselsbrücke leichter aus unserem Gedächtnis hervorholen. Aus dem Geschichtsunterricht ist und noch der Spruch „drei, drei, drei – bei Issos Keilerei“ bekannt.

Eselsbrücken haben ihren Ursprung tatsächlich in den gleichnamigen Bauwerken. Sie wurden vor vielen Jahrhunderten angelegt, um mit Eseln Flüsse überqueren zu können. Das war deswegen nötig, weil die Tiere das Wasser meiden. Selbst kleine Flüsse oder Bäche mussten also über eine Brücke überquert werden. Damit sind die „realen Eselsbrücken“ genau das, was sie bis heute in unserem Sprachgebrauch sind. Sie sind ein Mittel zum Zweck, um schwierige Situationen besser durchstehen zu können. In unserem Fall sind sie kleine Geschichten, die wir uns um einen Fakt oder eine Information herum stricken. Denn eine Sache hat sich in der Wissenschaft ganz klar herausgestellt. Der Mensch kann sich Dinge besser merken, wenn er sie in eine Geschichte oder eine Erzählung einbetten kann. Deswegen wird beispielsweise empfohlen, sich beim Spiel Kofferpacken eine Erzählung zu den Inhalten auszudenken. Damit kannst du dich an die bereits in den Koffer gepackten Gegenstände leichter erinnern.




Welche bekannten Eselsbrücken gibt es?

Es gibt Eselsbrücken für alle Bereiche des Lebens. Einige helfen dir in der Schule, andere sind Wissen, mit dem du in deiner Freizeit andere beeindrucken kannst. Zur ersten Kategorie zählt zum Beispiel der Satz „he, she, it, das s muss mit“. Dieser Spruch erinnert dich daran, dass du beim Konjugieren englischer Verben in der dritten Person Singular das s am Ende nicht vergessen solltest. Im Deutschen sollten wir alle die Redeendung „Wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich“ beherzigen. Sie zeigt uns, dass wir das Wort trotz des lang gezogenen Umlauts nicht mir einem verlängernden h schreiben, ein beliebter Rechtschreibfehler. Im Musikunterricht hilft der Spruch: „Eine Alte Dame Ging Heringe Essen.“ Mit ihm kannst du dir die Abfolge der Gitarrensaiten merken.

Wenn du die bisherigen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland auswendig lernen willst, hilft dir der Satz: „Alle ehemaligen Kanzler bringen samstags keine Semmeln mit.“ Er steht für die Namen Adenauer, Erhard, Kiesinger, Brandt, Schmidt, Kohl, Schröder und Merkel. Die aufgezählten Merksprüche zeigen eine Sache ganz deutlich. Es gibt keine einheitliche Formel, nach der sie aufgebaut sind. Manchmal ist es ein Reim, in anderen Fällen ist es eine lustige Geschichte, der in uns die Informationen hervorruft. Außerdem sind die Sätze unterschiedlich aufgebaut. Einige beinhalten den direkten Hinweis zu einer Information. Andere – wie beispielsweise der Merksatz zu den deutschen Bundeskanzlern – zielen darauf ab, die Anfangsbuchstaben der Namen mit den Anfangsbuchstaben der Worte in Verbindung bringen zu können. Sie setzen also ein gewisses Vorwissen voraus, das du anwenden können musst.




Für Mediziner ist der folgende Satz hilfreich, um sich die Handwurzelknochen zu merken: „Es fuhr ein Kahn im Mondenschein im Dreieck um das Erbsenbein, Vieleck groß – Vieleck klein, der Kopf der muss ein Hacken sein.“ Gerade im Bereich der Naturwissenschaften gibt es eine ganze Reihe von lustigen Merksprüchen, mit denen du dir schwere zusammenhänge einprägen kannst.

​Wie kannst du selbst Eselsbrücken erstellen?

Die oben dargestellten unterschiedlichen Wirkungsweisen zu verstehen, hilft dir, selbst eine Eselsbrücke zu entwickeln. Meistens geht es nicht einmal darum, Wissen dauerhaft abzuspeichern. Stattdessen willst du in erster Linie die Information so abspeichern, dass du sie auch in einer Prüfungssituation abrufen kannst. Dafür sind die Merksprüche sehr sinnvoll. Denn gerade wenn du unter Stress stehst, fällt es dir leichter, dich an eine lustige Geschichte zu erinnern, als an eine konkrete Information. Diese erhältst du dann über die Verknüpfung des Merksatzes mit dem Wissen fast schon von alleine. Allgemein gilt, dass Eselsbrücken, die du selbst gebaut hast, am besten in deinem Gedächtnis verankert sind. Du kannst dich an diese Merksätze also am besten erinnern.

Wenn du auf der Suche nach einem Merksatz bist, ist es sinnvoll, gleich die erste Assoziation, die dir in den Sinn kommt, zu verwenden. Wenn diese nicht zu sperrig ist, solltest du sie gleich in dein Gedächtnis aufnehmen. Suchst du hingegen einen Spruch, der sich reimt, solltest du zunächst überlegen, was überhaupt der Fakt ist, den du abspeichern möchtest. Formuliere ihn als Satz, ehe du dich damit beschäftigst, einen passenden Reim zu finden. Allgemein gilt, je verrückter und lustiger ein Satz ist, desto besser prägt er sich ein. Denn dann kannst du in deiner Fantasie einen Film abspulen, wie diese Geschichte aussehen könnte.




Fazit

Eine Eselsbrücke ist eine einfache Hilfe, um dir neues Wissen zu merken. Über einen Merksatz speicherst du nicht die Information selber ab, sondern einen Weg, um an sie zu gelangen und sie im Gehirn abzurufen. Es ist ein Umweg. Diesen zu gehen, lohnt sich aber in den meisten Fällen. Gibt es für einen bestimmten Bereich keinen passenden Merksatz, kannst du problemlos selbst einen entwerfen. Denn das ist die beste Möglichkeit, um das Wissen effektiv zu verknüpfen.

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