In immer mehr Städten demonstrieren Schülerinnen und Schüler freitags, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Unter dem Motto Fridays for Future werden Schulen bestreikt und Politikerinnen und Politiker an ihre Verantwortung erinnert. Was es damit auf sich hat und was du selbst tun kannst, um den Klimawandel aufzuhalten, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

Was sind die Fridays for Future und woher kommen sie?

Am 20. August 2018 stand Greta Thunberg zum ersten Mal mit einem Plakat und Flyern vor dem Reichstagsgebäude in Stockholm, dem Sitz des schwedischen Parlaments. Es war der erste Tag nach den Sommerferien, und Greta hatte sich dazu entschlossen, das zu tun, was sie für am wichtigsten für uns alle hält: für den Erhalt des Planeten demonstrieren. Greta ist 15 Jahre alt, und während sie die ersten drei Wochen noch ziemlich allein (und jeden Tag) demonstrierte, haben sich mittlerweile Schülerinnen und Schüler weltweit angeschlossen. Freitags gibt es in vielen großen Städten Demonstrationen, die dringend notwendige Aufmerksamkeit auf ein Thema lenken sollen, das uns alle angeht.

Die Argumentation derjenigen, die streiken, statt zur Schule gehen, lautet: Wofür sollen wir etwas für unsere Zukunft lernen, wenn gar nicht gewiss ist, wie unsere Zukunft aussieht? Wir wissen heute schon, dass wir dringend dem Klimawandel entgegenwirken müssen, um das Leben auf der Erde zu sichern. Und diese Schülerinnen und Schüler haben sich entschlossen, darauf aufmerksam zu machen. Gerade, wer minderjährig ist, hat andere wichtige Möglichkeiten der politischen Teilhabe noch nicht: Mit 15 darf man eben noch nicht wählen und schon gar kein politisches Amt ausüben. Und so haben sich mittlerweile viele junge Menschen weltweit überlegt, dass sie dafür einstehen wollen, dass ihre Zukunft nicht durch andere verbaut wird – notfalls eben mit einem Schulstreik.

Wie kommt der Klimawandel zustande?

Leben findet im Gleichgewicht statt

Dass es auf der Erde Leben gibt, hängt von vielen Faktoren ab. Ein ganz besonderes Zusammenspiel sorgt dafür, dass wir und viele andere Lebewesen hier entstehen konnten. Dieses Zusammenspiel aus Temperatur, Bodenbeschaffenheit, Wasseranteil, Zusammensetzung der Luft muss in einem Gleichgewicht bestehen bleiben, damit sich unsere Lebensbedingungen nicht verändern.

Ein Bestandteil der Luft – das Kohlendioxid oder Kohlenstoffdioxid (CO2) – spielt beim Klimawandel eine besondere Rolle. CO2 kommt ganz natürlich als Bestandteil der Luft vor. Es entsteht zum Beispiel beim Ausatmen oder bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Erdöl oder Kohle und es wird von Pflanzen im Rahmen der Fotosynthese abgebaut oder von großen Wasserflächen gespeichert – ein Kreislauf. In der Atmosphäre sorgt CO2 dafür, dass ein Teil der Wärme der Erde nicht ins All abgegeben wird, sondern hier bleibt. Das ist grundsätzlich gut, denn auch dies trägt dazu bei, dass wir gute Lebensbedingungen vorfinden. Ganz ohne CO2 wäre die Erde zu kalt für Leben.

Der Einfluss des Menschen auf das Klima

Doch die Lebensweise des (modernen) Menschen führt dazu, dass viel zu viel CO2 in die Atmosphäre abgegeben wird. Autofahren, Heizen, Kohlestrom, Massentierhaltung – all dies und noch einige andere Dinge erzeugen so viel CO2, dass die durchschnittliche Temperatur auf der Erde steigt. Denn je mehr CO2 in der Atmosphäre ist, desto mehr Wärme wird an die Erde zurückgegeben. Dies ist der häufig erwähnte Treibhauseffekt.

Jetzt könnte man denken, dass es nicht sehr schlimm ist, wenn es ein paar Grad wärmer wird. Wir mögen es schließlich alle ganz gerne ein bisschen wärmer. Man muss sich die Auswirkungen aber nach Regionen anschauen.

Beide Polkappen der Erde sind von Eis bedeckt. Nun ist es an den beiden Polen zwischen -15 und -90 Grad Celsius kalt, was auch noch kalt genug für das Eis bleibt, wenn es ein bisschen wärmer wird. Aber die Temperatur nimmt zu, je weiter man sich vom Nordpol aus nach Süden bzw. vom Südpol aus nach Norden bewegt. Und die Regionen, in denen es jetzt noch kalt genug für „ewiges Eis“ ist, sind es bei einer Erderwärmung von nur wenigen Grad eben nicht mehr. Das Eis schmilzt. Dieses erhöht die Meeresspiegel, weswegen am Ende weniger Landflächen zur Verfügung stehen. Und da der Platz auf der Erde heute schon kaum für alle 7,6 Milliarden Menschen ausreicht, wird es mit weniger Landfläche natürlich noch schwieriger.

Andere Regionen, in denen es heute bereits sehr warm ist, werden zu wenig Regen haben, um sinnvoll Nahrung anbauen zu können. Zum Landproblem kann also auch noch eine Nahrungsmittelknappheit kommen. Und beide Effekte verstärken sich gegenseitig: Wenn in einem Land Nahrung knapp ist, werden Menschen Zuflucht in anderen Ländern suchen, die aber selbst ebenfalls vom Klimawandel betroffen sein können.

Noch ist es nicht so weit, aber es gibt viele Wissenschaftler, die Szenarien berechnen können, was bei welchem Temperaturanstieg passieren wird. Daher ist so vielen Menschen klar, dass wir jetzt sofort anfangen müssen, den Klimawandel zu stoppen. Und genau dafür stehen auch die Fridays for Future.

Warum wird der Klimawandel von vielen ignoriert?

Obwohl die Auswirkungen eines zu hohen CO2-Ausstoßes sehr gut untersucht sind, gibt es immer noch Menschen, die ihn ignorieren oder sagen, dass er gar nicht stattfindet. Dies hat verschiedene Gründe, und wenn du selbst dich für den Klimawandel einsetzen möchtest, solltest du verstehen, warum nicht alle Menschen an diesem Problem arbeiten. Denn wenn du sie verstehst, kannst du am besten mit ihnen diskutieren.

Fehlende Information

Der wohl wichtigste Faktor, warum viele Menschen den Klimawandel ignorieren, ist, dass man die Auswirkungen nicht sofort spürt. Der Sommer 2018 war unglaublich warm, aber kaum ist es Winter, denkt kaum noch jemand darüber nach. Denn das Leben geht ja einfach so weiter. Wer nicht selbst in der Landwirtschaft arbeitet und die Folgen gesehen hat, die der Sommer für unsere Lebensmittelproduktion hatte, denkt sich vielleicht, dass gar nichts passiert ist. Vielleicht werden die Pommes ein bisschen kürzer (weil die Kartoffeln dieses Jahr nicht so groß sind), aber dann isst man eben ein paar Pommes mehr.

Dass manche Menschen so denken, liegt nicht daran, dass sie die Zukunft der Erde nicht interessiert. Vielmehr ist der Klimawandel in den Medien zwar präsent, aber im Vergleich zu seiner Wichtigkeit doch deutlich unterrepräsentiert. Vielen sind die Zusammenhänge nicht klar, weil wichtige Informationen fehlen.

Verlustängste

Es gibt auch Menschen, die davon profitieren, wenn nicht allzu stark gegen CO2-Ausstoß vorgegangen wird. Das können Unternehmen sein, die umweltbelastende Autos herstellen, aber auch Menschen, die in einem Kohlekraftwerk arbeiten und Angst um ihre Stelle haben, mit der sie ihre Familie ernähren. Das heißt nicht, dass diesen Menschen unbedingt alle anderen egal sind. Es ist ein psychologisch untersuchtes Phänomen, dass Menschen negative Konsequenzen für sich selbst und für andere umso besser ausblenden können, je wichtiger ihnen persönlich die positiven Folgen des Handelns sind. Das nennt man kognitive Dissonanz.

Man kann dies sehr gut am Beispiel des Rauchens erläutern. Wer raucht, weiß normalerweise, wie schädlich dies für ihn ist und welche Konsequenzen ihn erwarten – das steht ja auf jeder Zigarettenschachtel. Trotzdem kann man sich einreden, dass irgendwie alles gut gehen wird, dass man nicht davon betroffen sein wird und dass man sowieso bald aufhört. Das stimmt zwar in den meisten Fällen nicht, aber es hilft dabei, mit dem Wissen zu leben, dass man sich eigentlich selbst gerade schadet. Und genauso ist es, wenn man etwas zu verlieren hat, wenn gegen den Klimawandel gekämpft wird.

Finanzielle Sorgen

Manche Menschen glauben auch, dass es teuer ist, etwas für den Umweltschutz zu tun, und dass man es sich finanziell leisten können muss. Öko-Strom kostet zum Beispiel mehr als normaler Strom, Bio-Gemüse im Supermarkt ist auch teurer. Man kann aber auch etwas für den Umweltschutz tun und gleichzeitig Geld sparen, wie wir weiter unten noch zeigen.

Leugner

Schließllich gibt es auch Leute, die argumentieren, dass es auf der Erde immer Zeiten des Klimawandels gab und dass sich die Erde von selbst regulieren wird. Es stimmt, dass die Erde klimatischen Wandlungen unterworfen ist. Der Einfluss, den der Mensch vor allem in den letzten Jahrzehnten auf diese Entwicklung hat, ist jedoch enorm. Und selbst, wenn man gar nicht an den Klimawandel glaubt: die Maßnahmen, die man für seine Verhinderung ergreifen müsste, haben so viele positive Nebeneffekte, dass man eigentlich nicht mal daran glauben muss, um es gut zu finden, sich gegen den Klimawandel einzusetzen.

Du möchtest auch etwas für das Weltklima tun und vielleicht bei den Fridays for Future mitmachen? Oder dich anders für Nachhaltigkeit einsetzen? Im Folgenden haben wir die wichtigsten Fragen zu diesem Thema für dich beantwortet.

Darf ich die Schule bestreiken, um an den Fridays for Future teilzunehmen?

Schulpflicht vs. Demonstrationsrecht

Die einfache Antwort auf diese Frage lautet: nein. In Deutschland besteht Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahr, und eine Verletzung der Schulpflicht ist eine Ordnungswidrigkeit. Ordnungswidrigkeiten sind Regelverstöße, die die Gesetzgebung nicht ganz so schlimm findet. Falschparken fällt zum Beispiel hierunter oder eben nicht zur Schule gehen. Wenn du noch nicht strafmündig bist, also unter 14 Jahre alt, sind deine Eltern dafür verantwortlich, dass du die Schule besuchst, ansonsten du selbst. Eine mögliche Strafe, die dafür verhängt werden kann, ist ein Ordnungsgeld.

Aber: Als Bürgerinnen und Bürger eines demokratischen Landes haben wir alle das Recht, uns politisch zu engagieren und zu demonstrieren. Aus diesem Grund kann es im Ermessen der Schule liegen, den Schulstreik zu tolerieren. Mehr Informationen dazu gibt es hier. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest du auf jeden Fall mit deinen Eltern und mit deiner Schule klären, wie sie dazu stehen und welche Folgen das für dich haben kann. Denn ein Schulstreik ist etwas anderes als die Art Streik, von denen man sonst in den Nachrichten hört.

Abwägen und besprechen

Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen dürfen streiken, um auf die Wichtigkeit ihrer Arbeit für die Arbeitgeber oder die Gesellschaft hinzuweisen. Das passiert häufig zum Beispiel bei der Deutschen Bahn: Spätestens, wenn keine Züge mehr fahren, merken alle, wie sehr wir von der Arbeit dieser Personen abhängig sind und wie wichtig es ist, ihnen ein gerechtes Gehalt zu zahlen.

Bei Schülerinnen und Schülern sieht die Situation ein wenig anders aus. Denn zur Schule zu gehen ist kein Beruf in dem Sinne, dass jemand einen dafür bezahlt. Es ist vielmehr die Möglichkeit, selbst etwas zu lernen und so bessere Chancen im Leben zu erhalten. Wenn man also streikt, bestreikt man zunächst einmal sich selbst und kommt eben der Schulpflicht nicht nach. Wenn du am Tag des Schulstreiks beispielsweise eine Klassenarbeit schreibst, kann es sein, dass du dasselbe Ergebnis erhältst wie wenn du unentschuldigt fehlst: eine 6. Und untentschuldigte Fehlstunden können eventuell auch Fragen aufwerfen, wenn du dich mit deinem Zeugnis bewirbst.

Viele Schulen stehen den Streiks jedoch positiv gegenüber und ermutigen Schülerinnen und Schüler zu politischem Engagement. Also besprich das Thema ganz offen und sage, was du vorhast, dann kannst du für dich selbst abschätzen, wie die Konsequenzen sind und ob du sie tragen kannst.

Wenn du dich dagegen entscheidest, an den Fridays for Future teilzunehmen, heißt das noch lange nicht, dass du dich nicht für den Klimaschutz engagieren kannst. Dazu gibt es noch eine Reihe anderer Möglichkeiten, die wir dir im Folgenden vorstellen.

Was kannst du noch tun, um selbst aktiv für den Klimaschutz zu werden?

Aufmerksamkeit fürs Thema

Die Fridays for Future bringen vor allem eins: dringend notwendige Aufmerksamkeit für dieses Thema. Diese kannst du aber natürlich auch anders erlangen.

In der Familie

Wir alle lernen täglich dazu. Forscherinnen und Forscher verstehen mit jedem Tag neue Zusammenhänge. Das Wissen hier nimmt also jeden Tag zu, und vielleicht weiß nicht jeder und jede in deiner Familie gleich viel. Ihr könnt euch also alle zusammentun und euch darüber austauschen, was ihr über den Klimawandel wisst und wie ihr gemeinsam zuhause aktiv werden könnt. Schließlich verbringen wir einen großen Teil unserer Zeit dort und alles, was wir zuhause an Maßnahmen ergreifen, hat große Auswirkungen. Sprich mit deinen Eltern, Großeltern, Geschwistern und erzähle von deinen Befürchtungen und Ideen. Gemeinsam könnt ihr sicher viele Möglichkeiten entwickeln, euren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

In der Schule

Auch in der Schule kannst du für Aufmerksamkeit für das Thema sorgen. Denn der Klimaschutz bietet sich für jedes Schulfach an – allein daran kannst du erkennen, welche Relevanz das Klima für unser Leben hat. Du kannst also all deinen Lehrerinnen und Lehrern vorschlagen, das Klima in den Unterricht aufzunehmen. Ihr könnt auch eine Projektwoche gestalten, in der ihr zum einen Informationen sammelt – es ist wichtig, Dinge wirklich zu wissen und zu verstehen – und zum anderen aktiv für den Klimaschutz arbeitet.

Mehr Tipps für Nachhaltigkeit in der Schule findest du hier >>.

In der eigenen Stadt

Natürlich kannst du auch fremde Menschen über den Klimawandel informieren. Du musst dafür nicht in der Familie oder in der Schule bleiben. Ein guter Start ist in deiner eigenen Stadt. Vielleicht kannst du wie Greta Thunberg Plakate und Flyer erstellen und diese an Interessierte verteilen. Dies kannst du selbstverständlich auch außerhalb der Schulzeit tun.

Ehrenamtlich aktiv werden

Es gibt bereits etliche Gruppierungen, die sich für den Umweltschutz engagieren. Wenn du ebenfalls aktiv werden möchtest, aber noch keine genaue Idee hast, sind solche Gruppen eine gute erste Anlaufstelle. Denn sie sind schon lange organisiert und wissen genau, wo Hilfe erforderlich ist.

Vielleicht kennst du andere in deinem Alter, die schon ehrenamtlich aktiv sind. Oder du recherchierst im Internet nach Gruppen in deiner Stadt. Am besten schaust du dir vorher die Internetseite an und rufst vielleicht auch einmal an. Zu einem Treffen kannst du ganz unverbindlich mit einer Freundin oder einem Freund gehen. Wenn die Gruppe nicht zu dir passt, kannst du auch eine andere suchen – du musst dich dort zu nichts verpflichtet fühlen.

Verhalten ändern für den Klimaschutz

Der Mensch hat durch seine Lebensweise dafür gesorgt, dass viel zu viel CO2 ausgestoßen wird.  Der wichtigste Hebel, um den Treibhauseffekt zu stoppen und auch nachhaltig etwas für den Klimaschutz zu tun, besteht daher darin, dass wir alle unser Verhalten ändern. Das ist der Punkt, den die wenigsten Menschen hören wollen, aber ohne ihn wird es nicht gehen, etwas zu bewegen. Denn jeder und jede von uns sorgt täglich dafür, dass mehr CO2 in die Atmosphäre gelant. Weniger als eine Tonne pro Jahr pro Person sollte es sein, damit der Klimawandel gestoppt werden kann. In Deutschland sind es tatsächlich eher rund 12 Tonnen pro Jahr und pro Person.

Wenn du wissen willst, wieviel Kohlendioxid du selbst ausstößt, kannst du dies mit Hilfe des CO2-Rechners vom Umwelt-Bundesamt herausfinden. Und wenn du wissen möchtest, wie du weniger CO2 ausstößt, lies einfach unsere Tipps, die nun folgen.

Reduce – Reuse – Recycle

Die einfachste Formel, um etwas für den Umweltschutz zu tun, lautet reduce, reuse, recycle oder auf Deutsch: reduzieren, wiederverwenden, recyclen. Und zwar in genau dieser Reihenfolge. Alles, was du nicht benötigst, solltest du gar nicht erst kaufen oder anschaffen. Dann wird es nicht produziert, es werden keine Rohstoffe und keine Energie für die Herstellung verwendet und es entsteht später auch kein Müll. Wenn du etwas nicht brauchst, verzichte einfach darauf (reduce). Wenn du schon etwas hast, überlege, ob du es wiederverwenden (reuse) kannst, bevor du es wegschmeißt. Und statt wegschmeißen sollte natürlich immer recyclen auf dem Plan stehen.

Man kann dies ganz gut anhand von Trinkwasser illustrieren. Trinkwasser gibt es in verschiedensten Formen. Man kann es in Plastik- oder Glasflaschen kaufen, Einweg- oder Mehrweg-Pfand dafür zahlen oder es gleich aus der Leitung trinken. Bevor im Jahr 2003 das Einwegpfand eingeführt wurde, landeten Plastikflaschen häufig im Müll. Seit dem Jahr 2003 bringen die meisten ihre Einwegpfand-Flaschen zum Supermarkt zurück, sodass diese zumindest recycelt werden.

Doch auch das Recyceln kostet Ressourcen und Energie. Besser ist es also, die Flaschen wiederzuverwenden. Dies geschieht im Mehrwegpfand-System. Die Flaschen, die man hier zurückgibt, werden gereinigt, neu befüllt und wieder in den Verkauf gegeben. Trotzdem werden diese Flaschen noch mit LKWs durch die Gegend gefahren. Und auch das Reinigen kostet Energie und Wasser. Der ganze Schritt wäre also, komplett auf Flaschen zu verzichten und Wasser aus der Leitung zu trinken. Das kann man normalerweise bedenkenlos tun, und wer sich nicht sicher ist, kann sein Wasser testen lassen oder selbst testen.

Wenn du also dein Verhalten ändern willst, frage dich immer, wenn du etwas kaufst oder konsumierst, ob du es wirklich brauchst, ob du nicht etwas anderes wiederverwenden kannst oder ob du die Sache am Ende zumindest recyceln kannst. Meist ergeben sich ganz tolle neue Ideen dadurch. Und diese müssen gar nicht viel kosten, sondern sparen vielleicht – wie im Wasserbeispiel – sogar Geld.

Energie

In Deutschland ist der Kohlestrom noch weit verbreitet, unter anderem auch, weil hier traditionell viel Kohle abgebaut wurde und Menschen in diesem Bereich Arbeitsplätze gefunden haben. Deutschland produziert auch Kohlestrom fürs Ausland, weil die Herstellung von Strom mit Hilfe von Kohle vergleichsweise günstig ist.

Allerdings erzeugt die Verbrennung von Kohle viel CO2. Ein Umstieg auf Öko-Strom aus nachhaltigen Quellen (Solar-, Wind- oder Wasserenergie) spart jede Menge Treibhausgase ein.

Öko-Strom ist ein wenig teurer als der normale „Misch-Strom“, bei dem man nicht weiß, woher er kommt. Die Investitionen, die getätigt werden müssen, um Öko-Strom überhaupt zu erzeugen, sind sehr groß, sodass es aktuell günstiger ist, Strom anders zu erzeugen. Man kann einen Wechsel aber damit verbinden, dass man sich in der Familie kritisch fragt, wie man weniger Strom verbrauchen kann. Wenn man nur ein paar wenige Quellen identifiziert, wo man noch sparsamer mit dem Strom umgehen kann, ist die Gesamtsumme, die man bezahlt, am Ende nicht höher als vorher.

Mobilität

Fast alle Fahrzeuge mit Motor, die wir benutzen, verbrennen fossile Brennstoffe und setzen dadurch viel CO2 frei. Autos, Flugzeuge und Schiffe gehören zu den größten Verursachern des Treibhauseffekts. Wenn wir also alle unsere Mobilität auf umweltfreundlichere Alternativen lenken, ist damit sehr viel erreicht.

Dies ist ein Punkt, den du auch wieder gemeinsam mit deiner Familie besprechen kannst. Lass dich nicht überall hinfahren, sondern nimm stattdessen das Rad oder die Bahn. Oder geh zu Fuß, wenn dein Ziel nah genug ist. Vielleicht kannst du deinen Eltern auch vorschlagen, mit dem Zug zu verreisen, statt in den Urlaub zu fliegen. Je nachdem kann diese Maßnahme auch Geld sparen (das muss sie aber ehrlicherweise nicht).

Wenn du in einer Großstadt wohnst, kannst du deinen Eltern auch vorschlagen, auf Carsharing zurückzugreifen und auf ein eigenes Auto zu verzichten. Dieser Schritt ist recht groß, weswegen es vielen leichter fällt, zunächst einmal weniger mit dem Auto zu fahren. Irgendwann braucht man es dann vielleicht gar nicht mehr.

Ernährung

Wir alle essen (mindestens) drei Mal am Tag etwas. Und obwohl die Ernährung so einen wichtigen Stellenwert in unserem Alltagsleben einnimmt, denken die Wenigsten ans Essen, wenn es um Klimaschutz geht. Dabei hat unsere Ernährung ebenfalls einen großen Einfluss auf den Klimawandel.

Weniger Fleisch

Fleisch wird mittlerweile zum großen Teil über Massentierhaltung erzeugt. Millionen von Tieren werden nur dazu gehalten, dass sie später auf einem Teller landen. Tiere stoßen wie Menschen auch CO2 aus. Da sehr viel mehr Tiere für die Fleischproduktion gehalten wären, als es natürlicherweise geben würde, hat die Massentierhaltung ebenfalls Einfluss auf den Treibhauseffekt. Außerdem brauchen Tiere selbst Essen, um zu leben und zu wachsen, wofür unter anderem der Regenwald abgeholzt wird, der eigentlich CO2 umwandeln würde. Noch dazu verbraucht die Massentierhaltung sehr viel Wasser: Für ein Steak benötigt man 4.000 Liter.

Viele Menschen wehren sich dagegen, ihren Fleischkonsum einzuschränken, weil sie sich daran gewöhnt haben, dass Fleisch überall verfügbar und sehr billig ist. Dies ist aber eine sehr neue Entwicklung und entspricht auch nicht dem natürlichen Wert von Fleisch. Müssten die Betriebe die Kosten für die Umweltzerstörung übernehmen, die durch sie entsteht, wäre Fleisch um ein Vielfaches teurer.

Wenn du also auch in deiner Ernährung etwas für den Klimawandel tun willst, solltest du weniger Fleisch essen. Oder gar keins. Oder auch gleich ganz auf tierische Produkte verzichten. Dies ist nicht nur für das Klima gut, sondern auch für die Tiere, die für den Fleischkonsum des Menschen leiden und sterben müssen.

Saisonale und regionale Lebensmittel

Genauso wie wir uns daran gewöhnt haben, dass ein Burger 1 Euro kosten kann, haben wir uns daran gewöhnt, dass es im Winter Himbeeren gibt und zu jeder Jahreszeit Mangos, egal, ob diese bei uns wachsen oder nicht. Je mehr wir jedoch auf Lebensmittel zurückgreifen, die nicht in unserer Nähe wachsen (oder die in der aktuellen Saison nur importiert werden können), desto mehr tragen wir zum Klimawandel bei. Denn diese Lebensmittel haben einen weiten Transportweg, der natürlich mit fossilen Brennstoffen ermöglicht wird.

Wenn du dich darauf beschränkst, saisonale und regionale Lebensmittel zu essen, lernst du viele Dinge über Ernährung und Nahrungsmittel, weil du im Winter eben mit Kohl kochen musst, obwohl du gerade erst ein Zucchini-Rezept gelernt hast. Außerdem spart man so auch Geld: Denn Lebensmittel, die von weit her gebracht werden müssen, sind normalerweise auch teurer als die, die wir ohnehin hier anbauen.

Essen nicht wegwerfen

Nur etwa die Hälfte aller produzierten Lebensmittel wird am Ende wirklich gegessen. Davon abgesehen, dass das im Angesicht von Hungersnöten auf der Welt eine wirkliche Schande ist – man könnte locker doppelt so viele Menschen mit denselben Lebensmitteln ernähren – ist es auch schlecht für das Klima. Denn Nahrungsmittelproduktion kostet Energie und erzeugt auch CO2.

Essen, das beispielsweise bei einer Mahlzeit übrigbleibt, kann am nächsten Tag noch gegessen werden. Das spart auch Zeit und Geld. Wenn das Haltbarkeitsdatum eines Lebensmittels abgelaufen ist, prüfe lieber noch einmal selbst, ob es wirklich verdorben ist. Hier findest du eine Checkliste für verschiedene Lebensmittel (die wahrscheinlich nicht alle für dich relevant sind), anhand derer du überprüfen kannst, ob etwas noch haltbar ist oder nicht.

Wenn ihr zuhause zu viele Lebensmittel eingekauft habt und klar ist, dass ihr diese nicht essen werdet, verschenkt sie am besten rechtzeitig. Ihr könnt Nachbarn oder Freunde fragen oder auch an der Tafel in eurer Stadt. Dafür darf das Haltbarkeitsdatum aber noch nicht überschritten sein. Von daher ist es immer wichtig, Essen auch rechtzeitig zu planen und nicht einfach wild einzukaufen.

Kompensieren

Selbst wenn du alle Tipps befolgst, wirst du immer noch CO2 ausstoßen. Und wahrscheinlich sogar mehr als die angestrebte Menge von 1 Tonne pro Jahr. Es gibt Unternehmen, die diesen CO2-Ausstoß kompensieren. Man zahlt ihnen Geld und sie fördern mit diesem Geld Projekte, die den CO2-Ausstoß verringern. Du findest diese Unternehmen, indem du nach CO2 kompensieren googelst, solltest dich aber auf jeden Fall darüber informieren, welche Art von Projekten sie durchführen.

Wenn du den Klimawandel auch durch Kompensation bekämpfen möchtest, kannst du dir diese zum Beispiel von deiner Familie schenken lassen und auf ein Geschenk verzichten. Wahrscheinlich bringst du so auch deine Familie dazu, noch mehr über den Klimawandel nachzudenken – und natürlich aktiv zu werden.

Du hast noch Fragen zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz? Dann hinterlasse gerne einen Kommentar, wir ergänzen unseren Artikel dann!

(Anzahl Bewertungen: 6 Durchschnitt 4.5)
Autor(in)

Alle Artikel von Yvonne Kraus Hier schreibt Yvonne Kraus, die Gründerin von nachgeholfen.de.

4 Kommentare

  1. Wow, was für ein großartiger, umfassender Artikel! Einfach verständlich und nachvollziehbar geschrieben und dann auch noch mit konkreten, wirklich umsetzbaren Ideen, wie wir es ALLE besser machen können. Genau das ist es, was Politik viel zu häufig vermissen lässt und was sich dringend ändern muss. Danke an Greta Thunberg für die mutige Mobilisierung und an die Autorin für diesen Artikel, der sicher viel bewegen wird. Liebe Grüße, Stefanie

    • Yvonne Kraus Reply

      Vielen Dank für das Lob! Wir freuen uns sehr, wenn wir mit ein bisschen Aufmerksamkeit und Informationen unseren kleinen Beitrag zu diesem wichtigen Thema leisten können.

  2. Die Vollzeitschulpflicht endet am 30. Juni des Schuljahres, in dem der Jugendliche 15 Jahre alt wird, nicht erst mit dem 18. Lebensjahr.

    Liebe Grüße

    • Yvonne Kraus Reply

      Hallo Carolin,

      du hast Recht, die Vollzeitschulpflicht endet nach neun Jahren. Anschließend besteht aber eine dreijährige Teilzeitschulpflicht – also immer noch Schulpflicht. Die Teilzeitschulpflicht wird übrigens meistens im Rahmen einer Ausbildung abgeleistet. An den anderen Tagen bist du dann normalerweise vertraglich dem Ausbildungsbetrieb verpflichtet.

      Also wie es oben steht: Auch mit 16 oder 17 bist du in Deutschland noch schulpflichtig.

      https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/recht-a-z/22855/schulpflicht

      Liebe Grüße
      Yvonne

Schreibe einen Kommentar!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen