Lernen macht Spaß – allerdings nicht immer. Schon Babys kommen neugierig zur Welt und wollen alles erkunden. Doch manchmal geht der Spaß am Lernen verloren und die Schule wird zur Qual – vom (mehr oder weniger) freiwilligen Lernen zu Hause ganz zu schweigen. Kleine Tricks können dabei helfen, den Lernfrust in Lernfreude zu verwandeln.

„Wer lernt schon gerne?!“

Lernen wird von vielen Schülern und Erwachsenen als Arbeit empfunden: eine lästige Pflicht, die notwendig ist, aber nicht wirklich Freude bereitet. Doch eigentlich ist unser Gehirn dafür angelegt, gern und ständig zu lernen.

Unser Gehirn giert regelrecht nach neuen Informationen – deshalb empfinden wir Lernen als angenehm. Der Spaß am Lernen ist eigentlich der Normalzustand, doch vor allem Frustration kann dazu führen, dass es zur Qual wird.




Lernfrust statt Motivation?

Frustration ist ein häufiger Grund, der dir den Spaß am Lernen verderben kann. Wenn du den Englisch-Text einfach nicht verstehst oder dir die Mathe-Aufgaben ein Rätsel bleiben, wird dir das Lesen und Rechnen keine Freude bereiten. Je häufiger Frustration auftritt, desto tiefer sinken deine Erwartungen – bis du es dir irgendwann nicht mehr vorstellen kannst, dass dir ein bestimmtes Fach jemals Spaß macht.

Um Frustration vorzubeugen, ist es wichtig, den Anschluss nicht zu verlieren. Frage lieber gleich nach, wenn du etwas nicht verstehst. Auch Lehrer reagieren auf Verständnisfragen zu Beginn eines neuen Themas oft geduldiger, als wenn du dich erst mit zwei Wochen Verspätung nach den Grundlagen erkundigst. Verabrede dich mit Schulfreunden zum Lernen oder bitte deine Eltern um Hilfe, wenn du den Lernstoff zu Hause nicht allein vertiefen kannst.

Abwechslung beugt Langeweile vor – und bietet neue Perspektiven

In deiner Freizeit bist du mit sehr unterschiedlichen Reizen konfrontiert. Insbesondere Medien spielen für viele junge Leute eine wichtige Rolle. Die Schule hinkt in diesem Bereich oft noch hinterher: Zwar bemühen sich viele Lehrer, unterschiedliche Lernmaterialien zu verwenden, aber häufig stehen Schulbücher, Arbeitsblätter und das eigene Heft im Vordergrund.

Wenn du zu Hause für die Schule lernst, bist du jedoch nicht auf diese Hilfsmittel beschränkt. Im Internet findest du zahlreiche Möglichkeiten, die dir dabei helfen können, den Spaß am Lernen wiederzufinden.

Lässt sich Spaß am Lernen lernen?

Vor allem für das Üben von Fremdsprachen bietet das Internet zahlreiche Möglichkeiten, die den Spaß am Lernen fördern, weil sie sich nicht nach Lernen anfühlen. Über internationale Online-Communitys kannst du in einer Fremdsprache wie Englisch, Französisch oder Italienisch mit anderen Menschen über dein Hobby reden oder dich über deine Lieblingsserien austauschen. Darüber hinaus kannst du dir Youtube-Videos, Filme oder Podcasts in Englisch & Co. ansehen und anhören. Solche einfache Möglichkeiten können dir dabei helfen, in einer Fremdsprache flüssiger zu werden. Hier findest du noch mehr Tipps zum Sprachenlernen >>.

Eine solche Abwechslung beim Lernen trägt nicht nur dazu bei, Langeweile zu vermeiden. Wenn du den Schulbuchtext über den Aufbau von Nervenzellen nach dem zweiten Lesen nicht verstehst, ist es nicht immer sinnvoll, denselben Text noch zehnmal zu lesen. Wenn du dir zum selben Thema zum Beispiel ein Video anschaust, erhältst du eine andere Perspektive – und findest so vielleicht eine Erklärung, die du besser verstehst als den Schulbuchtext. Auch dies ist eine Chance, Lernfrust zu vermeiden.




Mehr Motivation durch Belohnungen

Jede erledigte Hausaufgabe und erst recht jede zusätzliche Übung ist ein Erfolg – und darf dementsprechend belohnt werden. Eine Möglichkeit besteht darin, einen Lernplan für eine Woche oder einen Monat aufzustellen. Überlege dir, was du noch üben musst, und trage auch Hausaufgaben in deinen Plan ein.

Anschließend denkst du darüber nach, was dir das Erledigen dieser Aufgabe wert ist. Mit einer aufwendigen Hausarbeit verdienst du dir vielleicht einen Kinobesuch, eine mittelschwere Mathe-Übung ist immerhin noch zehn Minuten Whatsapp, Instagram oder Computerspielen wert. Je mehr Aufgaben du erledigst, desto mehr Belohnungen kannst du sammeln. Wichtig ist, dass du dabei ehrlich zu dir selbst bist. Dein Gehirn assoziiert irgendwann das Lernen mit dem positiven Belohnungsgefühl, weshalb du das Lernen an sich schließlich als angenehmer empfindest.

Eine ähnliche Variante ist das Token-System. Einen Token kannst du dir wie eine Münze Spielgeld vorstellen. Wenn du zuhause lernst, verdienst du mit einer leichten Aufgabe einen Token, mit einer mittelschweren zwei und mit einer schweren drei Token. Wenn du ausreichend gesammelt hast, kannst du mit diesen Token eine vorher festgelegte Belohnung eintauschen.

Eltern können sich an dieser Stelle einbringen, indem sie kontrollieren, dass nicht geschummelt wird, – oder indem sie ihrem Kind gegen zehn Token erlassen, den Geschirrspüler auszuräumen oder die Wäsche zu falten. Du kannst deine Aufgaben- und Belohnungs-Liste mit Stift und Papier verwalten, eine Excel-Tabelle anlegen oder eine spezielle App nutzen, die auf diesem Prinzip beruht.

Können Belohnungen auch schaden?

Dass Belohnungen dir dabei helfen können, mehr Spaß am Lernen zu gewinnen, ist allgemein bekannt. Was viele jedoch nicht wissen: Belohnungen können auch den gegenteiligen Effekt hervorrufen.

Angenommen, dein Lieblingsfach ist Bio. Du verfolgst denn Unterricht mit Interesse, beteiligst dich mündlich und beschäftigst dich hin und wieder auch in deiner Freizeit mit biologischen Themen. In diesem Fall kann deine Motivation sinken, wenn du künstliche Belohnungen einführst.

Der Grund dafür liegt in der Art der Motivation: Wenn du von dir selbst aus Interesse an einem Fach hast, bist du intrinsisch (innerlich) motiviert. Der natürliche Spaß am Lernen ist in diesem Fall bereits eine Art von Belohnung. Ein extrinsischer (äußerlicher) Anreiz kann nun dazu führen, dass dein Gehirn die Tätigkeit uminterpretiert. Nach dem Motto: „Ich freue mich nur wegen der Belohnung, aber nicht, weil mir Bio an sich Spaß macht“.

Eine solche unbewusste Umdeutung muss nicht immer stattfinden – es ist jedoch gut zu wissen, dass Belohnungen nicht immer das Mittel der Wahl sind und manchmal sogar einen Teil der Problemursache bilden.




Feiere deine Lernerfolge!

Wie du gesehen hast, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um den Spaß am Lernen zurückzugewinnen. Dokumentiere deinen Lernfortschritt, um deine Erfolge sichtbar zu machen! Dein Wissen und dein Können sind etwas, auf das du stolz sein kannst.

Je abgelenkter du im Unterricht bist, desto mehr verpasst du – und desto wahrscheinlicher ist es, dass du den Anschluss verlierst, weniger verstehst und dadurch die Frustration nährst. Bleibe stattdessen bei der Sache und bereite dich frühzeitig auf Klausuren und Tests vor. Abwechslungsreiches Lernmaterial und angemessene Belohnungen tragen schließlich dazu bei, den Spaß am Lernen wiederzufinden.

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