Sprachen lernen kann mühsam sein, und das, obwohl gerade bei Sprachen der praktische Nutzen am offensichtlichsten ist: Wer eine Fremdsprache beherrscht, kann sich mit anderen Menschen in ihrer Muttersprache unterhalten und Texte in dieser Sprache lesen, hat also sofort Zugang zu mehr Informationen. Und immerhin hat jeder von uns es mindestens einmal schon geschafft, eine Sprache perfekt zu lernen – nämlich die eigene Muttersprache.

Sprachen lernen kann man lernen

Warum fällt es uns dann also so schwer, eine neue Sprache zu lernen? Natürlich lernen wir später nicht mehr auf dieselbe Weise, wie wir als Kind unsere Muttersprache gelernt haben. Und genau aus diesem Grund tun wir uns später umso schwerer mit Fremdsprachen, denn:

  • Wir versuchen, erst mal ganz viel an Grundlagen zu lernen, bevor wir anfangen zu sprechen. Als Kinder haben wir uns um so etwas keine Gedanken gemacht.
  • Wir lernen Sprache in künstlichen Kontexten, die so konstruiert sind, dass wir sie auch mit geringem Wortschatz verstehen.
  • Wir pauken auch Dinge, die wir nie anwenden.
  • Wir umgeben uns nicht mit der Sprache.
  • Und wir lesen und schreiben die neue Sprache oft mehr, als dass wir sie sprechen.

Genau an diesen Punkten setzen die folgenden 5 Tipps zum Sprachenlernen an, die es dir leichter machen sollen, auch zu Fremdsprachen einen möglichst natürlichen Zugang zu finden.




#1 Angst vor Fehlern reduzieren

Als wir unsere Muttersprache gelernt haben, haben wir einfach gesagt „Ich habe das gegebt“, und es hat uns nicht interessiert, dass da ein Objekt fehlt und das Perfekt falsch gebildet wurde. Man hat uns ja auch so verstanden. Wenn wir Fremdsprachen  lernen, wollen wir viel eher alles gleich von Anfang an richtig machen. Das kommt natürlich auch daher, dass wir in der Schule für Fehler Punkte abgezogen und schlechtere Noten bekommen.

Aber tatsächlich ist es so, dass man die meisten Fehler nur ein oder zwei Mal macht, wenn man denn anschließend korrigiert wird. Also: Dickes Fell zulegen und in Unterricht und Klassenarbeit lieber etwas Falsches von dir geben als gar nichts. Denn nur, wenn du keine Angst vor Fehlern hast, kannst du beim Sprachen lernen echte Fortschritte machen.

#2 Natürliche Anwendungen für die Sprache finden

Gerade zu Beginn einer neuen Fremdsprache gibt es in Schulbüchern Texte und Konversationsübungen, die komplett an der Lebenswirklichkeit vorbei gehen. Du lernst also nicht das, was du wirklich brauchst, und du wendest nicht das an, was du vielleicht woanders lernen kannst. Die Lösung: Suche dir von dir aus natürliche Anwendungen für die Sprache, zum Beispiel, indem du dich mit Austauschschülern anfreundest und mit ihnen über ihren Alltag sprichst. Wenn du in der Sprache wirklich etwas erreichen willst, wirst du Wege finden, wie du dich verständlich machen kannst.




#3 Sprachen lernen im Hinblick auf konkrete Ziele

Nimm dir ein konkretes Ziel vor, dass du mit der Fremdsprache erreichen möchtest. Einen Film im Original sehen? Einen Liedtext verstehen? Oder im Urlaub in der Landessprache beim Essen bestellen? Je konkreter die Situationen sind, die du dir vornimmst, desto leichter merkst du dir auch die zugehörigen Vokabeln. Schließlich verbindest du direkt ein Bild damit.

#4 Die Sprache zum Hobby machen

Werde zum Sprach-Detektiv und suche wirklich jeden Fetzen, den du in der Fremdsprachen finden kannst. Versuche, Wikipedia-Artikel in der entsprechenden Sprache zu lesen, höre fremdsprachige Musik, schaue Filme (auch mit Untertitel, dann aber fremdsprachige Untertitel) oder suche dir Freunde, deren Muttersprache du gerade lernst. Je intensiver und vielseitiger du dich mit der Sprache auseinandersetzt, desto schneller wirst du sie lernen.




#5 Sprechen, sprechen, sprechen

Als Kinder haben wir unsere Muttersprachen über das Sprechen gelernt, und mit Fremdsprachen geht es so auch am besten. Nur leider kommt das Sprechen gerade im Schulunterricht oft zu kurz, ganz einfach, weil die Zeit dazu fehlt. Also musst du das entsprechend nachholen. Du könntest zum Beispiel mit einer Freundin oder einem Freund verabreden, dass ihr immer Donnerstag nachmittags nur in eurer neuen Fremdsprache sprecht. Wenn ihr ein Wort nicht kennt, könnt ihr es nachschlagen oder müsst es beschreiben – zur Not mit Händen und Füßen. Das wird euch beiden einen richtigen Schub beim Sprachen lernen geben!

Hast du die Tipps schon ausprobiert? Oder kennst du noch bessere? Dann hinterlasse gerne einen Kommentar in diesem Artikel!

 

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