Auswendiglernen gehört zum Schulalltag. Hier erfährst du, warum das manchmal sinnvoll ist und wie es dir leichter fällt.

Darum ist Auswendiglernen unverzichtbar

Kaum eine Aufgabe ist bei Schülern und Studenten so unbeliebt wie das Auswendiglernen. Das sture Büffeln von Vokabeln, Formeln und historischen Daten wird oft als Quälerei empfunden.

Doch auch im Online-Zeitalter muss Wissensstoff ad hoc aus dem Gedächtnis abrufbar sein.

Ein gutes Beispiel ist das Erlernen einer Fremdsprache. Je mehr Vokabeln und Redewendungen ein Schüler oder Student aktiv beherrscht, desto besser kann er sich unterhalten und ausdrücken. Auch in naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathematik, Physik und Chemie ist ein Grundstock von Wissensinhalten erforderlich, um Verknüpfungen und ein allgemeines Verständnis für ein Materie herzustellen.

In fast allen Berufen ist ein solides und ständig aufgefrischtes Fachwissen gefordert. Ob Ärztin, Mechatroniker oder Fitnesscoach – auch Kunden und Patienten erwarten von einem Experten ein fundiertes Fachwissen und einen versierten Umgang mit der Fachterminologie.




Die Vorteile des Auswendiglernens

Intensive Phasen des Lernens sind dir wahrscheinlich durch die Vorbereitung auf eine Prüfung vertraut. Von guter Merkfähigkeit lässt sich aber auch im Alltag profitieren. Wer sich die Namen anderer Mitmenschen merken kann, erspart sich unangenehme Situationen und sammelt Sympathiepunkte.

Und Auswendiglernen beschränkt sich nicht auf Text und Mathematik.

Auch visuelle Signale wie Hinweise, Schilder und Landschaftsmerkmale lassen sich mit der richtigen Technik leicht einprägen – hilfreich bei der Führerscheinprüfung. Gedächtniskünstler beeindrucken uns mit der Fähigkeit, eine ellenlange Liste von Zahlen behalten zu können.

Die meisten wären schon zufrieden, wenn sie sich auch nur 20 oder 30 notierte Dinge merken könnten. Dann wäre es auch der Verlust des Einkaufszettels nicht mehr so tragisch.




Doch warum vergessen wir eigentlich Namen, Jahreszahlen und Formeln, während wir scheinbar unwichtige Begebenheiten noch lange erinnern?

Das Gehirn besitzt einen raffinierten Filtermechanismus und speichert nur das im Langzeitgedächtnis ab, was aus seiner evolutionär geprägten Sichtweise wert ist, wertvollen Speicherplatz zu belegen. Die auf vitale, emotionale Signale reagierende Bewertung durch unser Hirn ignoriert vieles von dem, was wir aus kühlen Vernunftgründen erinnern wollen.

Doch es gibt Lerntechniken, mit denen du dir auch trockenen Wissensstoff merken kannst.

Auswendiglernen auch im Online-Zeitalter unverzichtbar

Haben Internet, Computer und Smartphone das Auswendiglernen überflüssig gemacht?

Schließlich ist das Handy ständiger Begleiter des modernen Menschen. Wissenslücken lassen sich online in Sekundenschnelle und an jedem Ort auffüllen. Auf fast jede Frage weiß das Netz eine Antwort und jede Vokabel aus jeder Fremdsprache ist in Kürze übersetzt.

Spätestens in einer Prüfung, wenn Hilfsmittel wie Smartphone oder Laptop nicht erlaubt sind, lassen uns die elektronischen Assistenten im Stich.

Doch der Hauptgrund, warum wir auch in Zukunft Wissen aus dem Gedächtnis abrufen müssen, ist ein anderer. Nur mit einem breiten Wissenschatz lassen sich Beziehungen, Querverweise und Vernetzungen herstellen, die zu neuen kreativen Lösungen führen und Verständnis für den Lernstoff entwickeln.

Das Auswendiglernen ist keineswegs eine altmodische Übung vergangener Schülergenerationen. Wenn du eine Fremdsprache erlernst und du dich bei unbekannten Vokabeln ständig auf Google oder eine App verlässt, wirst du kaum jemals die Bedeutungstiefe der Fremdwörter erfassen und stellst nur oberflächliche Zusammenhänge her. Die Fähigkeit zum Assoziieren verkümmert und das Gespür für Ausdruck und Stil einer Sprache schwindet. Ohne reichhaltigen Wortschatz entwickelt sich kein Sprachfluss und auf Dauer ist kein hohes Sprachniveau erzielbar. Was für das Erlernen einer Sprache gilt, trifft auch auf alle anderen zu erlernenden Inhalte zu.

Auswendiglernen macht schlagfertig

Schlagfertige Menschen werden oft beneidet.

Ein gut gehütetes Geheimnis rhetorischer Eloquenz ist gründliche Präparation. Wer im Meeting zur Verblüffung der Kollegen wichtige Kennzahlen parat hat, die Produktpalette aus dem Effeff kennt oder bei einem festlichen Anlass das passende Bonmot aus dem Ärmel schüttelt, hat sich in den meisten Fällen lediglich gut vorbereitet.




Daher ist das Auswendiglernen nicht nur eine leidige Übung, der man sich während der Schule oder Studium widmen sollte. Wissen strahlt Kompetenz aus.

Du beweist aber auch Interesse am Gesprächspartner und seinem Anliegen. Von einem Verkäufer in einem Autohaus erwarten wir, dass er uns zu Motorleistung, Ausstattung und Zubehör eines Modells ohne Nachschlagen im Prospekt informieren kann. Wenn er auch noch über die Parkplatzsituation in unserem Wohnviertel bestens informiert ist und mit Ratschlägen zu altersgerechten Kindersitzen für den Nachwuchs in spe aufwarten kann, ist der Wagen schon halb verkauft.

5 Tipps zum Auswendiglernen

Karteikartentechnik

Ein bewährter Klassiker ist die Karteikartentechnik. Sie wird vor allem zum Erlernen von Vokabeln genutzt, lässt sich aber auf jedes andere Lerngebiet anwenden.

Auf der Vorderseite einer Karteikarte wird eine fremdsprachige Vokabel geschrieben und auf der Rückseite die Übersetzung. Der Karteikasten ist in mehrere Fächer unterteilt. Je weiter eine Karteikarte in den hinteren Bereich des Karteikastens wandert, desto besser wurde sie beim Abfragen erinnert. Dadurch befasst sich der Sprachschüler automatisch häufiger mit dem Vokabeln, die schlecht im Gedächtnis hängen blieben.

Das Karteikartensystem wurde auch in elektronischer Form von vielen Lernprogrammen und Apps umgesetzt.

Mnemotechnik

Mit der Mnemotechnik lassen sich selbst abstrakte Zusammenhänge und Begriffe erlernen. Diese Technik setzt auf Veranschaulichung. Durch das Verknüpfen eines Inhalts mit Bildern und Geschichten werden trockene Lerninhalte emotionalisiert. Bei konsequenter Anwendung der Mnemotechnik kannst du erstaunliche Resultate erzielen.

Eselsbrücken

Eng verwandt mit der Mnemotechnik sind die altbekannten Eselsbrücken. Bei dieser Technik werden abstrakte Inhalte besser erinnert, indem sie mit Reimen, Visualisierungen und humoristischen Assoziationen angereichert werden. Gern genutzt werden Eselsbrücken, um über die Anfangsbuchstaben von Wörtern in einem Spruch eine Sammlung von Begriffen in der richtigen Reihenfolge zu erinnern. So merkst du dir mit dem Merkspruch ‘Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel’ ganz leicht die acht Planeten des Sonnensystems: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun.

Gewohnheit

Ein wichtiges Werkzeug für das Auswendiglernen ist die Bildung einer Gewohnheit. Statt sich viele Stunden am Stück mit einem Lernstoff zu beschäftigen, lernst du effektiver in kleinen, aber regelmäßig in den Tagesablauf integrierten Zeitintervallen. Hierdurch wächst die Merkfähigkeit allein schon durch die Tatsache, dass du konzentrierter und aufnahmefähiger bist. In Verbindung mit dem Karteikartensystem fällt das regelmäßige Üben besonders leicht.

Lerngruppe

Das Lernen mit einem Partner oder in einer Gruppe macht mehr Spaß als das Lernen im stillen Kämmerlein. Dies gilt insbesondere für das oft als monoton empfundene Auswendiglernen. Durch gegenseitige Abfragen kannst du schnell Wissenslücken auffüllen. Um den maximalen Nutzen aus einer Lerngruppe ziehen zu können, sollten die Teilnehmer der Gruppe sich auf gleichem Lernniveau befinden.

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