Berufswelt Logistik – Vielfalt & Jobs mit Zukunft

Redaktion


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Hast du dich schon einmal mit dem Wirtschaftszweig der Logistik befasst? Sie gilt als das Rückgrat der Wirtschaft schlechthin. Bei der Logistik geht es um die Planung, Organisation und Durchführung, wie Rohstoffe, Materialien und Güter beschafft, transportiert, gelagert und ausgeliefert werden. Du könntest nicht einmal Kartoffeln im Supermarkt kaufen, wenn die Knollen nicht vom Acker in die Scheune transportiert, gelagert, zum Großhändler gefahren, verpackt und anschließend an die Supermärkte ausgeliefert würden. Die Spannbreite logistischer Prozesse reicht vom Paketdienst bei einer Online-Bestellung über die Frachtroute eines Erdöltankers bis zur Organisation von digitalen Datenströmen. Wenn du dir das vorstellst, ahnst du, wie viele berufliche Möglichkeiten die Logistik bietet – egal mit welchem Schulabschluss.

Die globale Logistik – ein gigantisches Netzwerk

Bevor du Bücher und Klamotten im Internet bestellen oder Pommes Frites an der Imbissbude essen kannst, müssen Grundnahrungsmittel und Rohstoffe wie Kartoffeln, Holz und Baumwolle angebaut, geerntet und von den Ackerflächen oder Wäldern in weiterverarbeitende Betriebe geliefert werden. Diese Weiterverarbeitung kann wiederum über viele Einzelbetriebe passieren. Bevor aus einem Haufen Baumwolle ein T-Shirt entsteht, braucht es unendlich viele Transportwege um den halben Erdball. Ein Unternehmen spinnt die Baumwolle zu Garn, ein anderes webt daraus Tuch, ein drittes schneidet das Tuch zurecht und näht daraus T-Shirts, die T-Shirts werden gelagert, verschifft und an Händler verteilt. Die Händler bringen sie in Kaufhäuser oder Warenlager für die Online-Bestellung. Vielleicht bestellst du ein T-Shirt und es gefällt dir nicht. Dann muss der Händler es zurücknehmen. Er organisiert also auch die Rücknahme und Lagerung von Retour-Ware. Außerdem muss der Online-Händler so gut organisiert sein, dass er Bestellungen schnellstmöglich bearbeitet und die Ware liefert. Er muss deshalb mit anderen Unternehmen gut und schnell vernetzt sein – den Speditionen und Paketdiensten zum Beispiel.

Was passiert, wenn die Logistik nicht funktioniert

Dank moderner Informationstechnologie geht die Logistik heute viel einfacher als früher. Aber logistische Probleme gibt es immer wieder auf vielen Ebenen. Wir bemerken es, wenn ein Paket nicht geliefert wird oder in Supermärkten das Klopapier fehlt. Während der Corona-Pandemie kauften die Konsumenten plötzlich viel mehr davon als üblicherweise. Darauf mussten Produktion, Großhandel und Lieferketten eingestellt werden. Ein Logistik-Problem entsteht ebenfalls, wenn es kein schnelles Internet gibt oder wichtige Server ausfallen. Dann kommen Bestelldaten nicht rechtzeitig beim Online-Händler an. Fließende Datenströme sind wie die fahrenden Güterzüge, LKWs und Frachtschiffe heutzutage ein wichtiger Bestandteil der Logistik. Weil die Logistik für Wirtschaft und Konsum so wichtig ist, sagen die Politiker: Alle Berufe in der Logistik sind systemrelevant.  Wer also eine Ausbildung in dieser Branche macht oder sich für eine Weiterbildung Logistik entscheidet, investiert tatsächlich in einen Beruf mit Zukunft.

Wirtschaftszweig Logistik – die genaue Definition

Logista – so hießen Beamte im Römischen Reich, die bei militärischen Einsätzen die Versorgung planten. Wo verläuft die Marschroute der Legionäre? Wie viele Viehherden müssen für die Ernährung mitgetrieben werden? Wo übernachten die Krieger? Das Wort Logistik leitet sich aus der Geschichte der Kriegsführung her. Heutzutage wird Logistik als Teil der Betriebswirtschaft verstanden. Sie besteht in der Kunst, die sogenannten 7 R zu organisieren: Die richtigen Waren und Materialien zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Menge und richtiger Qualität zu den richtigen Kosten dank richtiger Informationen zu liefern. Logistik ist also ein Wirtschaftszweig und gleichzeitig eine Aufgabe in einzelnen Unternehmen. Es handelt sich um die Planung, Steuerung, Organisation und Kontrolle von Materialströmen, Informationsflüssen und Warenlieferungen. Dazu gehört auch die ständige Verbesserung dieser Prozesse. Logistik sorgt dafür, dass produzierende Gewerbe die notwendigen Materialien und Rohstoffe pünktlich erhalten und ihre hergestellten Güter in den Handel und zum Verbraucher kommen.

Jobmotor Logistik

Die Logistik ist eine komplizierte Vernetzung von Aufgaben und Berufsbildern. Man unterteilt sie in mehrere Bereiche mit den dazu gehörenden Berufen.

  1. Beschaffungslogistik:
    In der Beschaffungslogistik benötigt ein Unternehmen bestimmte Materialien, Güter, Werkzeuge und Maschinen, um Produkte herzustellen. Um diese Beschaffung zu organisieren, gibt es eine Reihe von Berufen. Mit Bachelor-Studium kann man Geprüfte/r Fachwirt in für den Einkauf werden. Außerdem gibt es sogenannte Strategische Einkäufer/innen. Ausbildungsberufe für qualifizierte Fachkräfte sind außerdem Industriekaufleute oder Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement. Zu den einfachen Fachkräften gehören die Sachbearbeiter/innen in der Beschaffungslogistik. Und angelernte Helferberufe sind Büroassistenten und -assistentinnen.
  2. Produktionslogistik:
    Produkte werden in großen Maschinenhallen hergestellt. Damit alles reibungslos funktioniert, müssen alle benötigten Materialien bereit liegen. Wenn etwas fehlt, muss die Produktion gestoppt werden. In den Werkshallen kontrollieren und planen studierte Ingenieure mit Studienschwerpunkt Logistik die Abläufe. Kaufmännisch oder technisch ausgebildete Mitarbeiter werten Daten aus, überwachen die Materialverfügbarkeit und erstellen Arbeitspapiere.
  3. Distributionslogistik:
    Distribution umfasst alle Aufgaben, die Waren zum Kunden bringen. Entweder macht es das Unternehmen selbst oder der Handel übernimmt das. Daraus ergeben sich viele Berufe.
    Mit Ausbildung als Industriekaufmann/ -kauffrau oder Speditionskaufmann/ -kauffrau kann man sich zur Fachkraft für Import und Export weiterbilden. Dann ist man für globale Transporte per Schiff, Flugverkehr, Güterzüge zuständig, hat mit Zoll, Ländergesellschaften und Auftragsabwicklungen zu tun. Wer eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik hat, kann sich zum Versandleiter weiterbilden. Dann organisiert man Teams, handelt Verträge mit Speditionen aus und kümmert sich um die Einhaltung von Lade-, Hygiene-, Arbeits- und Qualitätsvorschriften.
  4. Berufe in der Supply Chain

    Die Supply Chain umfasst die gesamte Wertschöpfungs- und  Lieferkette. Wer als Supply Chain Manager oder Supply Chain Planner arbeitet, hat das große Ganze im Blick. Für das Berufsfeld muss man BWL mit Schwerpunkt Logistik oder Logistikmanagement studieren. Dann organisiert man Marketing, Vertrieb und Personalwesen in den Unternehmen – oft auch als Team, weil das Aufgabengebiet so groß ist.
  5. Berufe in der Lagerlogistik:

    Der Ausbildungsberuf rund um die Einlagerung von Waren, Bestandskontrolle, Pflege, Zusammenstellung (Kommissionierung) und Verpackung von Gütern für den Transport nennt sich: Fachkraft für Lagerlogistik. Man kann sich zum Meister für Lagerwirtschaft fortbilden oder studieren, um in die Lagerleitung aufzusteigen.
  6. Berufe rund um den Transport von Waren:
    Zusätzlich gibt es viele Berufe, die sich um das Organisieren und Transportieren von Waren und Gütern kümmern. Das sind:

    a) Kaufmann/ -frau für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen
    b) Kaufmann/ -frau für Spedition und Logistikdienstleistungen
    c) Luftverkehrskaufmann/ -frau
    d) Kaufmann/ -frau im Eisenbahn- und Straßenverkehr
    e) Schifffahrtskaufmann/ -frau
    f) Berufskraftfahrer/ in
    g) Staplerfahrer/ in
    h) Fuhrparkleiter/ in

    Neben den hier genannten Berufen gibt es noch weitere wie: Kundenbetreuer, Controller oder im digitalen Sektor die Fachinformatiker, Informationsmanager und Anwendungsentwickler.

Fazit

Ob Hauptschulabschluss oder Abitur: Eines ist sicher. In der Logistikbranche gibt es jede Menge Ausbildungsberufe und viele Aufstiegsmöglichkeiten – selbst wenn man die Schule mit keinem guten Zeugnis verlässt. Diese systemrelevanten Berufe haben eine klare Perspektive für die Zukunft. Das gilt trotz der Aussicht, dass die Digitalisierung einzelne Berufsbilder stark verändert und manche in ihrer jetzigen Form langfristig wegfallen werden (z. B. Staplerfahrer/innen).

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