Der Doppelpunkt: So verwendest du ihn richtig

Yvonne Kraus


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Der Doppelpunkt gehört mit dem Semikolon zu den am meisten „vernachlässigten“ Satzzeichen. Da man sie nicht unbedingt verwenden muss, verzichten viele gerne darauf. Dabei wird ein Text deutlich besser lesbar und auch vielseitiger, wenn man das gesamte Spektrum an Satzzeichen ausschöpft. Damit du genau weißt, wann du einen Doppelpunkt verwenden kannst, erklären wir dir hier genau, was seine Funktion im Satz ist und wie du mit ihm am besten umgehst.

Zwei Einsatzmöglichkeiten für den Doppelpunkt

Der Doppelpunkt ist ein ganz besonderes Satzzeichen. Während die meisten anderen Zeichen – Punkt, Komma, Fragezeichen, Semikolon und Ausrufezeichen – zwei Sätze oder Satzteile voneinander trennen, verbindet der Doppelpunkt diese miteinander. Du kannst dir das auch leicht merken, weil dieses Satzzeichen ja auch als Symbol „durchlässig“ ist: Durch die beiden Punkte passt ja quasi noch etwas hindurch.

Einen Doppelpunkt setzt du also immer, wenn eine logische Verbindung zwischen zwei Sätzen oder Satzteilen besteht, und zwar in zwei Varianten. Entweder du kündigst im ersten Satz(teil) etwas an oder der zweite Satz(teil) fasst den ersten zusammen.




Ankündigung im 1. Satz(teil)

Die häufigste Verwendungsmöglichkeit für den Doppelpunkt ist die Einleitung einer wörtlichen Rede. So wendest du ihn sicher auch häufig an, denn an dieser Stelle kann man ihn kaum vermeiden.

Beispiel:

Er sagte: „Heute komme ich etwas später nach Hause.“

Du kannst aber auch andere Dinge ankündigen, zum Beispiel eine Aufzählung. Das Wort „Beispiel“, das hier verwendet wird, ist ja ebenfalls eine Ankündigung für das Beispiel, das folgt.

Beispiel:

In seinem Rucksack befand sich Folgendes: eine Taschenlampe, ein Messer und eine Taucherbrille.

Zusammenfassung im 2. Satz(teil)

Eine andere logische Verknüpfung zweier Sätze oder Satzteile ist die Zusammenfassung des ersten Teils im zweiten. Das ist die weniger verbreitete Verwendungsweise dieses Satzzeichens, sie macht einen Text aber besonders „elegant“. Wenn du also demonstrieren möchtest, wie gut du dich mit der Zeichensetzung auskennst, kannst du diese Möglichkeit gut verwenden.

Beispiel:

Mathe, Deutsch, Englisch: Heute muss ich für alle Fächer viele Hausaufgaben erledigen.




Und wie geht’s danach weiter? Groß- und Kleinschreibung nach dem Doppelpunkt

Die Regelung, ob nach einem Doppelpunkt groß- oder kleingeschrieben wird, ist relativ einfach. Wenn du ganz sicher nichts falsch machen möchtest, schreibst du einfach klein weiter. Dies ist nämlich laut Duden in jedem Fall möglich. Wenn nach dem Doppelpunkt ein ganzer eigenständiger Satz folgt, der auch für sich alleine stehen könnte, kannst du ihn auch mit einem Großbuchstaben beginnen, du musst jedoch nicht. Ausnahme: Wenn nach dem Doppelpunkt wörtliche Rede folgt, beginnt diese auf jeden Fall mit einem Großbuchstaben.

Wir hoffen, dass wir dir mit diesem Artikel ein wenig weiterhelfen konnten. Wenn du noch Fragen zum Doppelpunkt hast, teile sie uns gerne in den Kommentaren mit!

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