Die 5 häufigsten Fehler in der Kommasetzung

Meike Backers


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Die Kommasetzung scheint manchmal viel schwieriger, als sie in Wirklichkeit ist. Eigentlich musst du dir nur wenige Kommaregeln merken. Allerdings gibt es einige Fehler, die immer wieder passieren. Die häufigsten Fehler in der Kommasetzung haben wir dir im Folgenden zusammengefasst. Wenn du diese vermeidest, liegst du wahrscheinlich in den meisten Fällen mit deiner Kommasetzung richtig.

Fehler 1: Das Komma bei Infinitivgruppen weglassen

Der wahrscheinlich häufigste Kommafehler betrifft das Komma vor Infinitivgruppen, auch bekannt als „erweiterter Infinitiv mit zu“. Betroffen sind also Wortgruppen, in der ein Infinitiv mit zu verbunden wird, zum Beispiel zu lachen, zu gehen, zu helfen. Der Grund dafür, dass hier besonders viele Kommafehler passieren, ist, dass man manchmal ein Komma setzen muss, manchmal keins setzen darf und manchmal die Wahl hat. Damit dir das nicht passiert, erklären wir dir hier noch einmal genau, wie diese Regel funktioniert.




Wann muss ich ein Komma setzen?

Hängt die Infinitivgruppe von einem Substantiv (Nomen) ab, ist es notwendig, ein Komma zu setzen.

Beispiel:

Marie gab Lars den Tipp, für den Test zu lernen.

Ebenso musst du ein Komma setzen, wenn die Infinitivgruppe durch eines der folgenden Wörter eingeleitet wird: um, ohne, statt, anstatt, außer, als.

Beispiel:

Lara führt Tagebuch, um einen klaren Kopf zu bewahren.

Wird die Infinitivgruppe wiederaufgenommen oder mit einem hinweisenden Wort angekündigt, musst du ebenfalls ein Komma setzen.

Beispiel:

Nico freut sich darauf, das Fußballspiel zu sehen.

Achtung! In bestimmten Fällen musst du das Komma nicht zwangsläufig setzen. Handelt es sich nämlich um einen einfachen Infinitiv, kannst du das Komma weglassen. Dies gilt nur, wenn es dadurch zu keinem Missverständnis kommen kann. (Ein einfacher Infinitiv besteht aus dem Wort „zu“ und einem Verb. Weitere Wörter kommen in der Gruppe nicht vor.)

Beispiel:

Denk daran[,] zu lernen.




Wann darf ich kein Komma setzen?

Wie bereits beschrieben, darfst du in einigen Fällen kein Komma setzen. Oft wird in diesen Fällen intuitiv kein Komma gesetzt.

Beispiel:

Du brauchst dich nicht zu beeilen.

Wann kann ich ein Komma setzten?

Manchmal musst du kein Komma setzen, darfst es aber.

Beispiel:

Er versucht[,] das Paket nach oben zu tragen.

Fehler 2: Stets ein Komma vor „als“ und „wie“ setzen

Ein weiterer üblicher Fehler in der Kommasetzung entsteht vor den Wörtern „als“ und „wie“. Denn vor diesen Wörtern muss nicht immer ein Komma stehen.

Einerseits können die Wörter für einen Vergleich verwendet werden. In diesen Fällen wird nach dem Wort „als“ bzw. nach dem Wort „wie“ normalerweise kein vollständiger Nebensatz stehen. Deshalb darfst du in diesem Fall kein Komma setzen.

Beispiele:

Jan springt höher als Lisa.
Sophie kocht so gut wie Svenja.

Andererseits können die Wörter „als“ und „wie“ einen Nebensatz einleiten. In diesem Fall folgt nach den Wörtern ein vollständiger Nebensatz, sodass du vor „als“ bzw. vor „wie“ ein Komma setzen musst.

Beispiele:

Sabine kann besser kochen, als ich dachte.
Saskia weiß nicht, wie das Gerät funktioniert.

Achtung! Leitet das Wort „als“ bzw. das Wort „wie“ eine Infinitivgruppe ein, musst du ein Komma setzen. Sofern der Satz jedoch kein „zu“ enthält, darfst du kein Komma setzen.

Beispiele:

Lisa findet nichts schöner, als zu kochen.
Lisa findet nichts schöner als Kochen.

Fehler 3: Ein Komma nach einer adverbialen Bestimmung setzen

Taucht in einem Satz eine lange adverbiale Bestimmung auf, kann diese leicht mit einem Nebensatz verwechselt werden.

Beispiel:

Nach einem gemütlichen Abend im Restaurant mit gutem Wein und viel Unterhaltung ging die Familie nach Hause.

Würdest du bei diesem Satz ein Komma setzen? Vielleicht hast du die Idee, dass hinter dem Wort „Unterhaltung“ ein Komma gesetzt wird. Dies wäre nach den Regeln der Kommasetzung falsch. Hinter einer adverbialen Bestimmung, selbst wenn diese wie im obigen Beispiel recht lang ist, darfst du kein Komma setzen.

Fehler 4: Ein Komma zwischen einem Haupt- und Nebensatz vergessen

Zwischen einem Hauptsatz und einem Nebensatz musst du ein Komma setzen. Hierbei entsteht häufig ein Fehler in der Kommasetzung. Denn dieses Komma wird oft vergessen. Dies gilt vor allem, wenn der jeweilige Satz sehr kurz ist.

Beispiele:

Saskia geht ins Schwimmbad, obwohl sie müde ist.
An der Straße steht ein Haus, das groß ist.

Fehler 5: Das Komma vor „und“ setzen

Oft kommt ein Fehler in der Kommasetzung bei dem Wort „und“ vor. Vor diesem Wort musst du manchmal ein Komma und manchmal kein Komma setzen.




Wann muss ich kein Komma setzen?

Zum einen kann das Komma entfallen, wenn du mit dem Wort „und“ zwei selbstständige Sätze verbinden möchtest. In diesem Fall hast du die Wahl: Du kannst ein Komma setzen, musst es aber nicht.

Beispiel:

Nina spielt Max den Ball zu(,) und Max schießt ein Tor.

Zum anderen darfst du kein Komma setzen, wenn das Wort „und“ einen Hauptsatz und einen unselbstständigen Teilsatz verbindet. (Ein unselbstständiger Teilsatz ist ein Satz, in welchem kein Subjekt enthalten ist. Das Subjekt wird stattdessen nur im ersten Satz, also im Hauptsatz, genannt.)

Beispiel:

Peter kann gut singen und ist ein begabter Gitarrist.

Doch auch wenn du zwei Nebensätze, die gleichgeordnet sind, miteinander verbinden möchtest, darfst du vor dem Wort „und“ kein Komma setzen.

Beispiel:

Saskia führt gerne Tagebuch, da sie dadurch einen klaren Kopf bekommt und (da) sie dadurch ihre Gedanken festhalten kann.

Darüber hinaus musst du bei einer Aufzählung vor dem Wort „und“ kein Komma setzen.

Beispiel:

Anita hat ein Kleid, drei T-Shirts und zwei Jeans gekauft.

Wann muss ich ein Komma setzen?

Steht hinter dem Wort „und“ das Wort „zwar“ oder das Wort „das“ bzw. „dies“, ergibt sich der Zusatz „und zwar“ oder „und das“ bzw. „und dies“. In diesen Fällen musst du ein Komma vor dem „und“ setzen.

Beispiel:

Du solltest eine Lösung für das Problem finden, und zwar möglichst schnell.

Wenn nach einem Einschub das Wort „und“ folgt, musst du nach den Regeln der Kommasetzung vor dem „und“ ein Komma setzen. Einschübe musst du stets in Kommas einschließen.

Beispiel:

Timo, mein Mitschüler, und ich sind sehr fleißig.

Steht hinter einem eingeschobenen Nebensatz das Wort „und“, musst du davor ein Komma setzen. Eingeschobene Nebensätze musst du nach den Regeln der Kommasetzung ebenfalls in Kommas einschließen.

Beispiel:

Jonas gibt sein verdientes Geld nicht aus, weil er sich ein Auto kaufen möchte, und hat schon 1.000 Euro gespart.

Achtung! Du musst genau überprüfen, welcher Satz der Nebensatz ist und wo dieser beendet wird.

Bist du ein echter Komma-Profi? Dann teste jetzt dein Wissen in unserem Quiz!

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