Du hast vielleicht Nerven! Nicht vielleicht, sondern ganz bestimmt. Haben wir alle. Manchmal gehen sie uns durch. Besonders in der Pubertät.

Aber woraus besteht das Nervensystem des Menschen? Es ist in verschiedene Teile gegliedert, die sich jedoch häufig gegenseitig beeinflussen, nämlich in

  • das Zentralnervensystem
  • das periphere Nervensystem, und dieses wiederum in
  • das somatische und
  • das vegetative

Übrigens, ganz nebenbei für die Allgemeinbildung: Nicht nur beim Menschen sieht das so aus, sondern auch bei allen Wirbeltieren, also bei Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien und Fischen.

Das Zentralnervensystem

Es besteht aus Gehirn und Rückenmark, die aus Nervenzellen (s. weiter unten) gebildet werden. Beides zusammen stellt die Zentrale dar, die alle Prozesse des lebendigen Organismus‘ steuert.

Das periphere Nervensystem

Es wird von den Nerven gebildet, die vom Gehirn und Rückenmark, also von der Zentrale, ausgehen – zur Haut und zu den Muskeln, zur Peripherie, zu den Randgebieten.

Von den Sinneszellen, z. B. der Haut, gelangen die Empfindungen zur Zentrale, und von dort aus werden die Reaktionen eingeleitet.

Das periphere Nervensystem wird wiederum in das somatische und das vegetative Nervensystem unterteilt.

Das somatische Nervensystem

Es ist für die bewusst ablaufenden und steuerbaren Funktionen zuständig, zum Beispiel für Bewegungen, die nicht unwillkürlich sind.

Das vegetative Nervensystem

Es umfasst die Nerven, die zu den inneren Organen führen. Herzschlag, Atem, Wasserhaushalt und Verdauung werden von ihm gesteuert, eigentlich der gesamte Stoffwechsel, und das alles ohne unser wesentliches Zutun. Diese Prozesse geschehen automatisch und unwillkürlich, ohne bewusste und beabsichtigte Aktivität. Sie können nur ansatzweise willentlich gesteuert werden und arbeiten auch bei Bewusstlosigkeit weiter. Ihr atmet ja auch, wenn ihr schlaft – oder?

Dieses Nervensystem untergliedert sich in sympathisches, parasympathisches und enterisches.

Der Sympathikus gibt leistungsfördernde Signale. Bei Stress ist er am Zuge. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt.

Der Parasympathikus liefert ruhefördernde Impulse. Er steuert innere Organe und den Kreislauf und sorgt für die Entspannung nach Stresssituationen.

Das enterische Nervensystem ist das des Magen-Darm-Traktes, das selbstständig arbeitet, aber von den anderen beiden Systemen beeinflusst wird.

Nervenzellen

Sie werden auch Neurone genannt. Aus ihnen bestehen, wie du schon gelernt hast, Gehirn und Rückenmark, aber genauso natürlich das gesamte Nervensystem. Sie haben einen Nervenzellkörper und einen langen Nervenzellfortsatz, der Nervenfaser oder Neurit genannt wird.

Nervenfasern können viele Meter lang sein. Sie verbinden die Nervenzellkörper miteinander. Oft enden sie zunächst in Verzweigungen und schließlich in sogenannten Synapsen.

Was glaubst du – wie lang sind alle Nervenfasern eines Menschen insgesamt? Na? Darauf kommst du nie. Deswegen steht die Lösung ganz unten. Aber schätze erst, oder rate einfach. Danach lies die Auflösung.

Parallel verlaufende Nervenfasern besitzen eine gemeinsame Umhüllung. Diese Nervenfaserbündel sehen aus wie ein Stromkabel. Auch darin sind ja mehrere Drähte, die in derselben Hülle stecken. Und schließlich können mehrere Nervenfaserbündel wieder eine gemeinsame Ummantelung haben. Dann spricht man von einem Nerv oder einer Nervenbahn.

Der Fortsatz am Nervenzellkörper ist kurz, aber auch er verzweigt sich. Er wird Dendrit genannt und kommuniziert mit anderen Nervenzellen über deren Synapsen.

Aufnahme, Verarbeitung und Weiterleitung von Informationen sind die Aufgaben der Nervenzellen.

Das geschieht, indem jeder Neurit mit Hilfe der Synapsen an den Dendriten der nächsten Nervenzelle Botschaften sendet. Aber das geht nicht nahtlos, denn ein winzig kleiner Spalt muss überbrückt werden. Chemische Stoffe erledigen das, die Transmitter.

Das ganze Systema nervosum und das Zusammenspiel seiner Bestandteile ist eine äußerst interessante und hochkomplexe Angelegenheit. Es ist störanfällig und trotz aller Forschung noch immer nicht in sämtlichen Details verstanden, was jeder Neurologe bestätigen wird, denn Erkrankungen des Nervensystems sind kompliziert und nicht leicht zu behandeln.

Weißt du jetzt alles?

Wenn du dich nicht an jede Einzelheit erinnern kannst, dann lies noch mal nach und beantworte die Fragen weiter unten – schriftlich, nur für dich! Dann kannst du es dir bestimmt merken.

Oder, noch besser, fertige mit Hilfe des Textes eine Skizze in der Art einer Mind Map an.

Am Allerbesten: Das ganze System und seine Begriffe kannst du als Zweigstruktur darstellen, wie bei einer Baumkrone oder bei Nervenzellen (sic!). Das wirst du dann garantiert nicht so schnell vergessen. Auch Lernen und Gedächtnis haben eine Menge mit dem Nervensystem zu tun. Was du selber anfertigst, prägt sich ganz besonders gut ein. Und Spaß macht es auch, denn du kannst deiner Kreativität freien Lauf lassen.

Hier kommen die Fragen:

  • Wie heißen die Teile des Nervensystems?
  • Aus welchen Teilen bestehen Nervenzellen?
  • Was ist ihre Aufgabe?
  • Was ist ein Neurit?
  • Ein Dendrit?
  • Eine Synapse?
  • Was sind Transmitter?
  • Sympathikus und Parasympathikus?
  • Und das enterische System?

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