Vieles in der Philosophie ist durch sogenannte Dichotomien geprägt, durch Gegensätze, die ein gemeinsames Ganzes ergeben. Wenn man also die Frage nach dem Selbst stellt, muss man auch die Frage nach dem Anderen stellen, denn ein Selbst ist nur denkbar in Abgrenzung zu etwas oder jemand anderem. Gäbe es kein Anderes, wäre nämlich alles Selbst.



Emmanuel Levinas

Der Philosoph, der sich am meisten mit der Frage nach dem Anderen beschäftigte, war Emmanuel Levinas. Seine gesamte Forschung drehte sich um die Frage, wie das Selbst durch den Anderen geprägt wird. Dabei spielen die Ansprüche, die andere an eine Person stellen, eine wichtige Rolle. Außerdem kommt er zum Schluss, dass es unmöglich ist, alle Ansprüche der Anderen zu erfüllen.

Außerdem beschäftigte er sich mit der Wahrnehmung des Anderen als Fremdem, also als „Du“, während eine mögliche Betrachtungsweise auch wäre, den anderen als „anderes Ich“ zu sehen.

Artikel aus der Rubrik Die Frage nach dem Anderen