Auch unter den Schulranzen gibt es über die Jahrzehnte hinweg immer wieder Trendsetter. Trug, wer in den 90ern modern sein wollte, die 4you-Reihe, so trägt heute ein nicht unerheblicher Teil der Schüler*innen satch-Modelle. Dabei ist das, worauf du bei einem guten Schulranzen achten solltest, nicht allein der Umstand, ob er gerade angesagt ist oder nicht. Im Folgenden erfährst du mehr über die Kriterien, die ein wirklich guter Schulranzen mitbringen sollte.

Sicherheit als das A und O

Das Verbraucherinformationssystem Bayern hält fest, dass sich nicht gleich alles, was sich auf dem Rücken tragen lässt und in das Bücher und Hefter passen, Schulranzen nennen lassen darf. Damit ein Rucksack als solcher durchgeht, muss er der Industrienorm DIN 58124 und seinen Kriterien gerecht werden.

Das bedeutet im Konkreten, dass an der Vorderseite und an den Seitenteilen mindestens 20 Prozent der Flächen aus fluoreszierendem Material bestehen müssen. Dieses sorgt dafür, dass Autofahrende die Träger*innen auch bei Nebel und ungenauen Lichtverhältnissen erkennen können. Von diesen 20 Prozent muss außerdem mindesten 10 Prozent retroreflektierendes Material sein – Material, das leuchtet, sobald die Scheinwerfer eines Autos darauf treffen. Schüler*innen werden so auf jeden Fall von Autofahrer*innen rechtzeitig gesehen.

Komfort

Natürlich bringen auch die höchsten Sicherheitsvorschriften nicht viel, wenn du den Ranzen dann vor dir im Fahrradkorb herfährst, weil er für den Rücken zu unbequem ist. Daher gibt es auch einige Komfort-Regeln, die ein Schulranzen erfüllen sollte.

So müssen die beiden Tragegurte mindestens vier Zentimeter breit und außerdem gut gepolstert sein. Die Breite des Ranzens ist idealerweise nicht breiter als die Schultern der Tragenden und über die Riemen höhenverstellbar.

Dass der Tragekomfort auch für die Gesundheit wichtig ist, zeigt, dass bei zu lang eingestellten Tragegurten ein Hohlkreuz droht und bei zu kurz eingestellten einen Rundrücken. Die beste Position für den Ranzen ist, wenn sein oberes Ende mit der Schulterkante abschließt.

Stabilität

Ist die gesundheitliche Stabilität der Tragenden gewährleistet, darf natürlich auch ein Blick auf die Stabilität des Schulrucksacks an sich geworfen werden. Hier lohnt sich ein Blick auf die Verarbeitung der Nähte, auf abgerundete Ecken und, wenn du ganz auf Nummer sicher gehen möchtest, auf das GS-Zeichen. Dieses steht für „Geprüfte Sicherheit“ und zeugt davon, dass sich a) an dem Ranzen niemand verletzen kann und b) der Schulrucksack während seiner Produktion in puncto Sicherheit überwacht wurde.

Außerdem bevorzugt werden dürfen Ranzen, die einen robusten Boden haben, denn welche, die häufiger auf dem Boden abgestellt werden, neigen auch schnell dazu, an den Nähten aufzuplatzen – und seinen Ranzeninhalt möchte niemand so schnell auf der Straße verteilt sehen.

Gewicht

Ebenso nicht unerheblich ist das Gewicht des Schulrucksacks. Dabei gilt, dass er nicht mehr als 10-12 Prozent des Gewichts der Tragenden auf die Waage bringen sollte.

Ein sicherer Indikator für einen zu schweren Schulranzen ist eine Veränderung der Körperhaltung, die unnatürlich und verkrampft wirkt. Natürlich kannst du dich auch selbst fit halten, indem du Krafttraining für Schultern und Rücken absolvierst – schon allein vor dem Hintergrund, dass es ja nicht allein beim Gewicht des Ranzens bleibt, sondern er mit so einigen Schulbüchern gefüllt werden wird. Dann darf der Ranzen auch etwas mehr Eigengewicht mitbringen als nur 10-12 Prozent deines eigenen Gewichtes.

Atmungsaktivität

Insbesondere im Sommer möchtest du deinen Schulrucksack womöglich nicht unentwegt auf dem Rücken tragen – man schwitzt, und ein klebriger Ranzen wird schnell als störend empfunden. Umso besser, wenn die Schultasche nicht nur verstellbar-ergonomisch ist, sondern auch eine atmungsaktive Rückseite aufweist.

Zweckmäßigkeit

Hat eine Schultasche nur ein einziges großes Fach, ist die Praktikabilität nicht unbedingt gegeben, denn wenn du dann nach deiner Brotdose oder deinem Taschenrechner suchst, steht langes Kramen auf dem Programm.

Besser, der Ranzen kann mit einem ausgeklügelten Fächersystem, zum Beispiel mit einigen Seiten- und Innenfächern aufwarten. Hier können Geldbeutel, Hausschlüssel und Co. verstaut werden und sind schnell griffbereit, falls benötigt. Von Vorteil ist es außerdem, wenn der Schulrucksack ein großes Fach nahe des Rückens hat, denn hier können schwere Bücher untergebracht werden, die in dieser Position leichter zu tragen sind.

Das Design

Für Eltern stehen natürlich alle zuvor genannten Kriterien viel weiter oben als das Design des Ranzens. Allerdings sollte dieses nicht vernachlässigt werden, denn mögen die potentiellen Träger*innen nicht, was sie tragen sollen, tun sie es womöglich auch nicht – oder zumindest nicht so, dass beispielsweise fluoreszierende Streifen von Autofahrer*innen gesehen werden können.

Protest auf allen Ebenen steht dann vielleicht ins Haus. Ferner ist davon auszugehen, dass wer seinen Ranzen gerne trägt, ihn womöglich auch länger als ein halbes Jahr trägt, deshalb sollte auch das Aussehen nicht auf dem letzten Platz der Kriterienliste stehen.

Das Problem mit der Nachhaltigkeit

Plastik, Weichmacher und Kunstfasern – sie finden sich in den allermeisten Schulranzen in großer Menge und das wird mittlerweile viel kritisiert. Abbaubar sind diese Stoffe kaum bis gar nicht, daher ist die Überlegung, vielleicht auch zu einem gebrauchten und gut erhaltenen Schulranzen zu greifen, zumindest einen Gedanken wert.

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