Wer sich auf eine Klausur vorbereitet oder eine Schullektüre durcharbeiten muss, weiß: Lesen kann ganz schön viel Zeit kosten. Und je weiter du in der Schule voranschreitest, desto mehr musst du lesen. Daher kann es sehr hilfreich für dich sein, wenn du so früh wie möglich lernst, wie du schneller lesen kannst. So sparst du viel Zeit für andere Dinge. Außerdem haben Forscher gezeigt, dass mit einem höheren Lesetempo oft auch das Verständnis eines Texts steigt: Um schnell zu lesen, musst du dich nämlich besonders gut konzentrieren und bekommst damit auch mehr Informationen aus deinem Text mit. Wer dagegen langsam liest, schweift auch schon mal mit den Gedanken ab und weiß am Ende nur einen Teil des Gelesenen.

Es gibt zahlreiche Apps, Bücher und Software-Programme, mit denen du schneller lesen lernen kannst. Die ersten Schritte kannst du aber bereits mit diesen fünf Tipps bewerkstelligen. Am besten stoppst du deine Zeit für eine Seite Text vor und nach den Tipps, um zu sehen, welche Fortschritte du schon durch kleine Veränderungen erzielen kannst.




Schneller lesen mit diesen 5 Tipps

Tipp 1: Achte darauf, dass die Rahmenbedingungen stimmen

Wenn du schneller lesen möchtest, kannst du damit beginnen, die Rahmenbedingungen für das Lesen optimal zu gestalten. Dies bedeutet zunächst, dass du eine gute Leseposition findest. Hierzu musst du ein wenig ausprobieren, was gut für dich funktioniert. Manche können besser lesen, wenn der Text senkrecht vor ihnen ist, andere bevorzugen den Text auf dem Tisch. Keine gute Leseposition ist sicher, auf der Seite zu liegen und schräg in den Text zu schauen. Das ist zwar gemütlich, dauert dann aber auch deutlich länger.

Ablenkungen führen auch dazu, dass du langsamer liest als du könntest. Hintergrundmusik, das Telefon, auf dem ständig Nachrichten hereinkommen und Familienmitglieder, die in dein Zimmer kommen und stören: All dies bremst dich in deiner Lesegeschwindigkeit aus. Und zwar erheblich: Denn zum einen kostet die Störung selbst Zeit, zum anderen reißt sie dich aus dem Text, so dass du nach der Störung länger brauchst, um wieder in ihn einzutauchen. Versuche also, deine Lese-Umgebung möglichst ablenkungsfrei zu gestalten. Dadurch wirst du deutlich an Tempo gewinnen.

Lesen bedeutet auch sehen, und je besser du die Worte sehen kannst, desto schneller liest du automatisch. Sorge daher dafür, dass du eine gute Beleuchtung beim Lesen hast. Das macht einen großen Unterschied. Wenn du eine Brille brauchst, setze diese beim Lesen auf jeden Fall auf. Auch, wenn du alles erkennen kannst, liest du mit Brille noch mal ein bisschen schneller.

Tipp 2: Scanne den Text, bevor du ihn liest

Wenn du schon vorher ungefähr weißt, worum es im Text geht, kannst du viel schneller lesen, denn du ordnest die Inhalte dann nur noch in dein Vorwissen ein und erschließt sie nicht komplett neu. Daher solltest du einen Text grob scannen, bevor du ihn aufmerksam durchliest. Das bedeutet, dass du kurz auf die einzelnen Abschnitte blickst und versuchst, die Gesamtaussage des Texts zu erfassen. Oft reicht auch ein Blick auf den ersten und den letzten Abschnitt, um dir zu sagen, worum es geht. Bei einzelnen Abschnitten reicht der erste und der letzte Satz.

Das Scannen soll nicht zu lange dauern. Für eine Din A4-Seite reichen fünf bis zehn Sekunden. Suche in den einzelnen Absätzen nach wiederkehrenden Worten und mache dir ein Bild von der Botschaft des Texts. Da dies für die meisten sehr ungewohnt ist, kann es sein, dass du anfangs länger dafür brauchst. Übe aber direkt, die Zeit für das Scannen immer weiter zu verkürzen.




Tipp 3: Gewöhne dir ab, dir die Sätze in Gedanken vorzulesen

In der Schule haben wir das Lesen alle so gelernt, dass wir die Worte eins nach dem anderen laut vorgelesen haben. Die meisten von uns haben dies ein Stück weit beibehalten und lesen sich selbst jeden Text in Gedanken Wort für Wort vor. Wir glauben, dass dies die einzige Möglichkeit ist, einen Text zu verstehen.

Das ist aber nicht so, und man kann es üben. Wenn du irgendwo ein einzelnes Wort siehst, musst du es ja auch nicht in Gedanken aussprechen, um zu verstehen, was da steht. Und bei einzelnen Sätzen macht man das oft auch nicht. Nur bei längeren Texten verfallen wir fast alle wieder in diese Angewohnheit. Und die kostet viel Zeit. Ein Text auszusprechen – auch, wenn das nur in Gedanken passiert – dauert länger, als unser Gehirn braucht, seinen Sinn zu erfassen. Wir wissen also eigentlich längst, was da steht, hören uns aber weiterhin selbst zu. Und bremsen unsere Lesegeschwindigkeit damit aus.

Auch dies ist ungewohnt, aber versuche einmal, dir nicht vorzulesen, was irgendwo steht, sondern den Inhalt eines Texts zu erfassen, ohne die einzelnen Wörter auszuformulieren. Das erfordert ein wenig Übung, aber es funktioniert. Und spart sehr viel Zeit beim Lesen.

Tipp 4: Erhöhe die Spannweite deiner Augen

Wenn wir ein Wort noch nicht kennen oder zum Beispiel eine Fremdsprache lernen, schauen wir uns die einzelnen Wörter genauer an, teilweise Buchstabe für Buchstabe, um sie zu verstehen. Je einfacher ein Text ist, desto seltener benötigen wir das, und wir erfassen ganze Worte auf einen Blick. Feststehende Redewendungen wie „zum Beispiel“ oder „zu Hause“ erkennen wir sofort als Einheit. Dies kann man trainieren und die Zahl der gleichzeitig erfassten Wörter damit erhöhen. Versuche beim Lesen, zunächst immer zwei oder drei Wörter auf einmal zu erfassen. Steigere dich dann langsam, bis du bei einer ganzen Zeile ankommst.

Dieses Training hat auch etwas mit unserer Sehkraft zu tun, womit wir wieder beim ersten Tipp sind. Wenn du eine Sehschwäche hast, fällt dir dieser Tipp vielleicht schwerer. Lasse deine Augen dann einfach mal kontrollieren, um sicher zu sein, dass du nicht doch eine (andere) Brille brauchst.




Tipp 5: Übung macht den Meister

Mit manchen Dingen wie zum Beispiel mit der Beseitigung von Ablenkungen kannst du sofort Erfolge erzielen und schneller lesen. Andere Dinge aber brauchen Zeit, weil du Gewohnheiten, die du über Jahre hinweg aufgebaut hast, „überschreiben“ musst und eine komplett andere Art des Lesen lernst. Daher gib nicht zu schnell auf, sondern trainiere diese Art des Lesens immer dann, wenn du etwas für die Schule lesen musst oder wenn dich ein Sachtext interessiert. Denn je schneller du liest, desto mehr Informationen kannst du ganz schnell sammeln. Und desto mehr Zeit hast du für andere Dinge.

Wir hoffen, dass du mit diesen Tipps viel Lese-Zeit sparst und auch dein Textverständnis erhöhst.

Hast du auch Tipps, wie man schneller lesen kann? Dann teile sie gerne in den Kommentaren mit!

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