Das Wort „Hausaufgabe“ gehört mit Sicherheit nicht zu den Lieblingswörtern von Schülerinnen und Schülern. Verbunden wird damit häufig Stress und ein Mangel an Freizeit, denn oftmals müssen die Hausaufgaben stundenplanbedingt schon bis zum nächsten Tag erledigt sein. Spiegel Online titelte 2015 sogar mit „Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch“ und versuchte, die Sinnlosigkeit von Hausaufgaben herauszustellen. Tatsächlich haben sie jedoch viele Vorzüge: Sie festigen das im Unterricht Gelernte, fördern die Anwendung und gewöhnen an selbstständiges, strukturiertes und routiniertes Arbeiten. Damit jedoch Routine einkehren kann, ist es wichtig, für sich genau den richtigen Zeitpunkt für die Erledigung von Hausaufgaben zu kennen.

Wann am besten Hausaufgaben machen?

Womöglich haben schon viele Eltern vergeblich nach diesem einen Zeitpunkt gesucht, der sich am besten für die Erledigung von Hausaufgaben eignet, doch dieser Zahn muss Eltern ganz schnell gezogen werden: Nur das Kind bzw. der jugendliche Mensch selbst kann darüber entscheiden, wann der beste Zeitpunkt dafür gekommen ist. Das ändert natürlich nichts an der Routine, die es für die Erledigung geben sollte, deshalb geht es im Folgenden um die Vorzüge und Nachteile verschiedener Tageszeiten für die Bewältigung des Lernstoffes.

Hausaufgaben morgens erledigen?

Manche Schüler*innen und auch Studierende stellen sich den Wecker morgens etwas früher, um noch eben die Hausaufgaben erledigen zu können. Ohne jeden Zweifel ist der gelernte Stoff für den darauffolgenden Unterricht so präsent, wie anders kaum möglich. Einige müssen sich noch nicht einmal den Wecker früher stellen, weil die ersten Schulstunden im Stundenplan sowieso ausfallen und Zeit genug bleibt. Ist dies jedoch nicht der Fall, können sich bei dieser Methode auch sogleich Nachteile einstellen und einer dieser Nachteile ist Schlafmangel. Dieser senkt die Konzentration im Unterricht, aber auch für die Hausaufgaben dürfte sich zu wenig Schlaf als nachteilig erweisen. Als Morgenmensch, der sich in der Frühe am besten konzentrieren kann, ist es also auch wichtig, am Abend zuvor zeitig ins Bett zu gehen.

Hausaufgaben direkt im Anschluss an die Schule

Viele schwören darauf, dass die beste Zeit für Hausaufgaben der Nachmittag ist und legen sogar eine Uhrzeit fest: Am besten sollen Schüler*innen ihre Hausarbeiten zwischen 13:30 und 16 Uhr erledigen. Dass dies nicht immer möglich ist, darauf deuten schon Ganztagsschulen hin. Schulen, die ihre Schüler*innen schon um 13:30 Uhr entlassen, sind kaum noch aufzufinden. Nichtsdestotrotz kann die Erledigung der Hausaufgaben direkt im Anschluss an die Schule von Vorteil sein. Frei nach: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, können sich Schüler*innen in der Gewissheit wähnen, nach der Beendigung der Aufgaben auch wirklich frei zu haben. Allerdings kann eine solche Maßnahme auch dazu führen, dass die Hausaufgaben nur unzureichend und oberflächlich erledigt werden – ein Grund mehr dafür, dass diejenigen, die die Hausaufgaben zu bewältigen haben, selbst über den Zeitpunkt bestimmen sollten.

Hausaufgaben am Abend?

Insbesondere dann, wenn Klausuren oder andere Leistungskontrollen am nächsten Tag stattfinden sollen, sind manche Schüler*innen des Nachts nicht mehr vom Schreibtisch wegzubekommen, zu groß die Angst davor zu scheitern. Abendliches Lernen mag so also das Gewissen beruhigen, etwas getan zu haben, leider ist die Konzentration am Abend jedoch auch nachweislich am geringsten. Hausaufgaben am Abend sind deshalb zwar möglich, aber nicht besonders effektiv.

Abhilfe schaffen kann ein Wochenplaner

Stundenpläne sind zuweilen äußerst verschieden und schon allein deshalb gibt es keine allgemeingültige Aussage zum besten Zeitpunkt für Hausaufgaben. Am meisten bewährt hat sich jedoch ein Wochenplan, den die Schüler*innen selbst aufstellen können.

So kann der richtige Zeitpunkt für Hausaufgaben am Nachmittag nach einer kurzen Verschnaufpause sein, er kann aber auch am Morgen vor der Schule oder am frühen Abend vor dem Abendessen sein. Mit einem Wochenplaner ist es auch möglich, die einmal festgelegten Zeiten zu verschieben – nicht spontan aus Lustlosigkeit, sondern wenn beispielsweise Familienfeiern oder Arztbesuche anstehen.

Routiniert bleibt die Erledigung der Hausaufgaben dennoch, nur ist diese Routine von den Schüler*innen selbst festgelegt – und auch Selbstbestimmung gehört zum Erwachsenwerden dazu und ist ein Garant für zukünftiges selbstständiges Arbeiten.

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