Hausaufgaben sind ein leidiges Übel. Dies gilt für viele Schülerinnen und Schüler, die sich am Nachmittag durch Mathe-, Deutsch- oder Englischaufgaben quälen. Bei Unverständnis oder Schwierigkeiten entsteht schnell Frust, Ärger und sogar Tränen können fließen. Dann werden die Hausaufgaben oftmals nicht beendet oder erst gar nicht angefangen. Doch dadurch hinkt die Schülerin oder der Schüler in der Schule nach, denn Hausaufgaben wiederholen den vorher behandelten Stoff und bereiten auf die nächsten Stunden vor. Fertigt man die Hausaufgaben also nicht vernünftig an, beginnt ein Teufelskreis aus Unwissen und Frust. Dieser Kreis kann durch eine Hausaufgabenbetreuung unterbrochen werden. Vielmehr verbessern sich dadurch nicht nur die Leistungen in der Schule, sondern auch nach und nach die Selbstständigkeit.




Wann ist Hausaufgabenbetreuung sinnvoll?

Eine professionelle Hausaufgabenbetreuung ist sinnvoll, wenn Schülerinnen und Schüler zuhause vor Problemen stehen. Wenn Themen im Unterricht nicht gut erklärt, nicht verstanden, wieder vergessen wurden oder der Lehrer nicht genügend Zeit aufbringen konnte, auf die Verständnisfragen einzelner Schüler einzugehen. Wenn die Eltern dann außerdem nicht die richtige Unterstützung bieten können, sollte man über eine zusätzliche Betreuung nachdenken. Eine unzureichende Hilfe durch die Eltern kann verschiedene Gründe haben. Heutzutage sind die Eltern oftmals berufstätig und sogar bis abends im Job eingespannt. Dann wird es schwierig, ihren Kindern bei der Anfertigung der Hausaufgaben zu helfen. Das Resultat ist ein überfordertes Kind, dass sich im Stich gelassen fühlt.

Doch auch wenn die Eltern genügend Zeit haben und am Nachmittag zu Hause sind, kann es zu Problemen kommen. Insbesondere wenn Eltern übermotiviert sind und die Aufgaben hauptsächlich alleine erledigen. Dies hilft dem Kind ebenfalls nicht, denn so wird es seine Verständnislücken nicht schließen können. In beiden Fällen ist den Schülerinnen und Schülern nicht geholfen. Vielmehr belastet das Thema die komplette Familie und kann zu Streit führen. Oftmals können Probleme bei der Hausaufgabenbearbeitung auch andere größere Problematiken aufzeigen. Möglicherweise gibt es breite Lücken in einem Fachbereich, Blockaden bei der Motivation oder Konzentration oder Ängste in Bezug auf den Unterricht. Manchmal können die Gründe tiefer liegen. Anstatt diese Probleme zu ignorieren, kann eine umfassende Betreuung diese aufspüren und dort ansetzen.

Selbstverantwortung statt Nachhilfe

Was sollte die Hausaufgabenbetreuung bieten? Man darf nicht den Fehler machen und die Hausaufgabenbetreuung mit einer Nachhilfe verwechseln. Nachhilfe bietet einen zusätzlichen Unterricht neben der Schule. Genau das ist Hausaufgabenbetreuung nicht. Hier wird das Kind bei der Bearbeitung seiner Hausaufgaben professionell unterstützt. Ziel ist es nicht neues Fachwissen zu vermitteln, sondern zum einen Wissenslücken zu schließen und zum anderen die Selbstverantwortung der Schülerin oder des Schülers zu steigern. Langfristig sollten die Kinder in der Lage sein, ihre Aufgaben selbstständig und ohne Unterstützung anzufertigen. Hausaufgabenbetreuung soll sie auf diesem Weg für einen gewissen Zeitraum begleiten und die nötigen Rahmenbedingungen für ihre Eigenverantwortung schaffen. Es sollte nicht nur um eine bloße Kontrolle oder Beaufsichtigung der Hausaufgaben gehen, denn das schürt lediglich negative Gefühle. Die Kinder fühlen sich unter Druck gesetzt und das eigentliche Ziel wird verfehlt. Sie sollten selbstständig erkennen, dass sich ihre Leistungen in der Schule durch eine gezielte Hausaufgabenbetreuung steigern.




In der Gruppe oder individuell

Doch wo findet ihr die passende Hausaufgabenbetreuung? Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Anlaufstellen. Der einfachste und schnellste Weg führt zur eigenen Schule. Die meisten Schulen bieten Hausaufgabenbetreuung selbst an. Für die Kinder ist es besonders praktisch und angenehm, denn sie kennen sich in dieser Umgebung bestens aus und werden nicht in eine unbekannte Atmosphäre gestürzt. Auch besteht die Möglichkeit, dass sie die Betreuung im Kreise der eigenen Freunde wahrnehmen. So können sie sich nicht nur unter einander unterstützen, sondern haben auch einfah mehr Spaß. Zwar sind diese Angebote in den meisten Fällen etwas kostengünstiger als private Einzelbetreuungen, doch es kann zu größeren Gruppen kommen, in denen die Individualität und die Fragen des Einzelnen untergehen.

Eine andere Möglichkeit ist eine Individualbetreuung durch eine Person. Der Vorteil ist, dass sich die Betreuerin oder der Betreuer komplett auf die Schülerin oder den Schüler konzentrieren kann. Außerdem findet dieser Einzelunterricht meistens in den eigenen vier Wänden statt. Dort fühlen sich nicht nur die Kinder wohl, sondern gleichzeitig haben auch die Eltern die Möglichkeit ein Auge auf das Vorgehen zu werfen. Informationen zu beiden Möglichkeiten gibt es im Internet und in euren Tageszeitungen. Auch die Erfahrung von Freunden und Bekannten kann hilfreich sein und euch eine gute Betreuung ermöglichen.




In allen Fällen solltet ihr im Vorfeld eine Probestunde vereinbaren, sodass sich Kind und Eltern ein genaues Bild von der Betreuung machen können. Das Wichtigste ist nämlich, dass sich die Schülerin oder der Schüler hundertprozentig wohlfühlt. Ansonsten ergibt die Hausaufgabenbetreuung keinen Sinn. Fühlt sich das Kind jedoch wohl, werden sich mit Sicherheit nicht nur die Leistungen in der Schule, sondern auch die Eigenständigkeit sehr bald steigern.

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