Kosten für eine Nachhilfe-Stunde

Nachhilfe zu nehmen ist längst nicht mehr ungewöhnlich – und auch längst nicht mehr darauf beschränkt, dass die Nachbarin mal bei den Mathe-Aufgaben hilft. Eltern gaben im Jahr 2016 laut Bertelsmann-Stiftung jährlich knapp 900 Millionen Euro für Nachhilfe-Unterricht aus. Von 7 Schüler*innen erhält eine*r zusätzlichen privaten Unterricht. (Quelle: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2016/januar/eltern-geben-jaehrlich-rund-900-millionen-euro-fuer-nachhilfe-aus/). Durch Schulschließungen und Distanz-Unterricht dürften die Zahlen 2020 sogar gestiegen sein.

Eine wichtige Frage, die sich Eltern vor der Inanspruchnahme von Nachhilfe stellen, lautet natürlich: Was kostet denn eine Nachhilfestunde überhaupt? Privatunterricht zuhause oder online per Video-Chat kostet normalerweise zwischen 25 und 50 Euro je Stunde. Allerdings ist dieser Wert von vielen Faktoren abhängig und kann auch abweichen.

Denn die Frage, was Nachhilfe grundsätzlich kostet, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Nachhilfe ist nämlich nicht gleich Nachhilfe. Die Angebote sind unübersichtlich und vielfältig. Es gibt private Anbieter*innen, Studierende, die nebenberuflich Nachhilfe anbieten, Gruppen- und Einzel-Unterricht sowie die Möglichkeit, online Nachhilfe-Videos anzuschauen wie zum Beispiel bei Sofatutor oder Duden Learnattack*.

In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die verschiedenen Nachhilfe-Formen und zeigen die Kosten auf, mit denen man dabei zu rechnen hat.

Welche Kriterien haben Einfluss auf den Nachhilfe-Preis?

Die Kosten, die für eine Nachhilfe-Stunde entstehen, hängen natürlich von der Form ab, in der der Unterricht durchgeführt wird. Wichtige Kriterien für die Preise sind hier:

  • die Qualifikation der Lehrkräfte,
  • die Größe der Lerngruppe,
  • der Unterrichtsort,
  • die Beteiligung Dritter.

Qualifikation der Lehrkräfte

Ältere Schüler*innen

Oft findet man „Nachhilfe-Lehrer*innen“ in der Schule am schwarzen Brett oder in der Nachbarschaft. Denn Schüler*innen, die zwei oder drei Jahre älter sind und vielleicht sogar dieselbe Schule besuchen, kennen den Stoff natürlich und können vielleicht auch helfen. Sehr wahrscheinlich ist das auch die günstigste Variante. Der gesetzliche Mindestlohn 2021 liegt bei 9,50 Euro, und den sollten natürlich auch diejenigen bekommen, die Nachhilfe geben. Und manchmal ist das auch schon eine gute Lösung.

Allerdings ist es bei der Auswahl der Lehrkraft nicht nur wichtig, dass diese den Stoff beherrscht (das ist normalerweise der einfachere Teil der Aufgabe), sondern vor allem, dass sie didaktisch gut ist und auf die Schüler*innen eingehen kann. Denn wer Nachhilfe nimmt, kommt im Unterricht nicht gut mit, hat oft ein schlechtes Selbstvertrauen und braucht vielleicht mehrere Anläufe oder Erklär-Varianten, um das Wissen wirklich zu verinnerlichen.

Studierende

Erste Qualifikationen haben daher Studierende, die ein Lehramt anstreben oder Bildungswissenschaft belegt haben. Denn diese lernen auch didaktisches Wissen, dass sie im Unterricht anwenden können. Auch Studierende arbeiten normalerweise ab 10 Euro / Stunde. Da Nachhilfe-Unterricht oft auch Vorbereitung erfordert, sind Stundensätze von mindestens 20 Euro sinn- und reizvoller. Schließlich möchte man nicht irgendwen beauftragen, sondern jemanden, der weiß, was die eigene Arbeit wert ist.

Professionelle Lehrkräfte

Was Studierenden ebenso wie den Schüler*innen jedoch fehlt und was für qualifizierte Lehrkräfte spricht, sind

  • Erfahrung und
  • eine gute Mischung aus Nahbarkeit und professioneller Distanz.

Denn es ist manchmal eben auch wichtig, die ungeliebten Themen „durchzuboxen“, am Ball zu bleiben, Aufmerksamkeit und Mitmachen einzufordern. Das lernt man durch jahrelange Erfahrung – und das erhöht natürlich auch den Preis.

Wahrscheinlich findet man auch erfahrene Nachhilfelehrer*innen, die für 15 oder 20 Euro pro Stunde unterrichten – ganz einfach, weil sie ihren Beruf lieben und Menschen gerne helfen. Für einen Handwerker zahlt man jedoch leicht mal 40 bis 60 Euro pro Stunde – und der Unterricht für den Nachwuchs sollte doch genauso professionell und qualifiziert ablaufen.

Bei freiberuflichen Lehrkräften sollte man außerdem kurz deren Perspektive einnehmen: Denn anders als bei Festangestellten müssen hier die Lohnnebenkosten komplett selbst getragen werden. (Das sind ca. 17% der Kosten.) Außerdem fallen auch außerhalb des Unterrichts Zeiten für Anreise, Auftragsbeschaffung, Materialerstellung an, die nicht bezahlt werden. Nachhilfe-Lehrer*innen, die ihren Lebensunterhalt von dieser Tätigkeit bestreiten (und deswegen besonders qualifiziert und erfahren sind), werden – wenn sie freiberuflich unterwegs sind – also eher einen höheren Stundensatz verlangen.

Was kostet Nachhilfe abhängig von der Größe der Lerngruppe?

Die Kosten für Nachhilfe können auch dadurch gesenkt werden, dass man sie sich teilt – und Gruppenunterricht bucht. Es gibt verschiedene Lerninstitute, die vor Ort Gruppenunterricht anbieten. Je nach Größe der Gruppe kostet der Nachhilfe-Unterricht dort um die 15 Euro pro Stunde.

Die Qualität des Unterrichts hängt jedoch auch hier von der Lehrkraft und zusätzlich von der Zusammensetzung der Gruppe ab. Wie in der Schule auch muss die Lehrkraft auf mehrere Kinder eingehen und sich zwischen ihnen aufteilen. Die Gruppen sind natürlich so homogen wie möglich zusammengesetzt, allerdings ist auch klar, dass Kinder aus unterschiedlichen Schulen, Schulformen und Klassenstufen gemeinsam unterrichtet werden müssen, um überhaupt eine Gruppe voll zu bekommen. Vor allem in ländlichen Gegenden ist es unwahrscheinlich, dass man zufällig 5 Kinder findet, die gerade Unterstützung bei einer bestimmten Lektüre, bei linearen Funktionen oder bei einer konkreten Englisch-Lektion benötigen, die zum selben Lerninstitut gehen und am selben Nachmittag Zeit haben.

Die Gruppen werden also nicht ganz homogen sein, die Kinder müssen dort teilweise allein Aufgaben machen, während die Lehrkräfte zwischen den Schüler*innen hin- und hergehen und sich den Einzelnen widmen. Zudem suchen gerade Institute häufig auch Studierende, die den Unterricht leiten, sodass hier oft Erfahrung und Durchsetzungsstärke fehlen.

Natürlich ist es auch möglich, selbst einen Gruppen-Unterricht zu organisieren, wenn mehrere Kinder in einer Klasse Nachhilfe suchen. Eventuell finden sich ja Nachhilfe-Lehrer*innen, die auch eine Gruppe übernehmen, sodass die Eltern sich die Kosten teilen können. Die Stundenkosten werden trotzdem leicht steigen, da die Vorbereitung für eine Gruppe einen größeren Aufwand erfordert. Wenn eine Stunde mit vier Kindern dann 60 Euro kostet, sind die Kosten pro Person jedoch auch schon deutlich geringer.

Unterrichtsort

Die Nachhilfe-Kosten können sich auch danach ändern, wo der Unterricht stattfindet. Wird zuhause beim Kind unterrichtet, fallen keine Kosten für Räume an, dafür aber Fahrtkosten. Sind die Fahrtkosten hoch, können sie zusätzlich erstattet werden, z. B. mit 0,30 Cent je gefahrenem Kilometer.

Was kostet Online-Nachhilfe?

Online-Nachhilfe kostet normalerweise genauso viel wie Privatunterricht zuhause, also zwischen 25 und 50 Euro pro Stunde. Der Aufwand für Lehrer*innen ist derselbe, zusätzlich muss die Software bereitgestellt werden, mit der man sich online unterhalten kann. Dafür fallen Fahrtkosten weg, die normalerweise auch von den Eltern getragen werden.

Bei nachgeholfen.de kosten 45 Minuten Online-Nachhilfe zurzeit 30 Euro. Wir arbeiten ausschließlich mit erfahrenen Lehrkräften zusammen, die Vollzeit bei uns arbeiten, sodass keine zusätzlichen Kosten wie bei Freiberuflern für sie anfallen.

Zur Online-Nachhilfe von nachgeholfen.de

Beteiligung Dritter

Mittlerweile gibt es auch Preisvergleiche für Nachhilfe sowie Vermittler, die Lehrerkräfte und Schüler*innen zusammenbringen. Das erleichtert natürlich die Suche und den Vergleich. Gleichzeitig verdienen diese Portale aber für die Vermittlung mit. Die Frage: „Was kostet Nachhilfe?“ muss dann auch diese Vermittlungsgebühr berücksichtigen – und die Nachhilfe wird im Normalfall teurer. Schließlich müssen die Nachhilfe-Lehrer*innen die Kosten für diese Marketing-Maßnahme auch aufbringen.

Nicht alle Vermittler prüfen die vermittelten Lehrkräfte außerdem. Das Gefühl, dass man so an qualifiziertere Lehrer*innen kommt, kann also auch täuschen.

Online-Nachhilfe zum Selbstlernen

Mittlerweile gibt es auch einige Lernportale wie beispielsweise Duden Learnattack*, auf denen Schüler*innen – teilweise mit zusätzlicher Unterstützung – mit Lernvideos und Übungen den Stoff selbst erarbeiten können.

Dies kann hilfreich sein, um vorhandene Lücken zu schließen. Wenn grundsätzlich kein Problem mit dem lernen besteht, sondern fachliche Fragen beantwortet werden sollen, sind diese Portale sehr gut. Wenn außerdem zuhause Erwachsene den Lernfortschritt begleiten, können solche Lernportale eine günstige Alternative zum herkömmlichen Nachhilfe-Unterricht sein. Die Videos sind oft zahlreich, es gibt Arbeitsblätter, Probe-Klausuren und Übungen. Wenn es jedoch richtig kritisch wird, kann nichts die persönliche Ansprache durch eine Lehrkraft ersetzen.

Nachhilfe günstiger bekommen

Gute Nachhilfe hat ihren Preis. Schließlich haben sie auch ihren Wert: Denn wer bessere Noten in der Schule bekommt, hat mehr und bessere Möglichkeiten im Berufsleben. Die psychologischen Auswirkungen von schlechten Noten sind ebenfalls wichtig. Denn wer sich nur so durch die Schule hangelt und nie Erfolgserlebnisse hat, traut sich später im Leben oft nichts zu – und das völlig zu Unrecht.

Zwei Möglichkeiten, Nachhilfe günstiger zu bekommen, gibt es jedoch.

  • Gruppenunterricht bietet der Lehrkraft die Möglichkeit, mehrere Kinder parallel zu betreuen, und den Eltern, sich die Kosten zu teilen. Ist die Aufteilung gut und verlässlich und die Gruppe gut zusammengesetzt, können alle Beteiligten davon profitieren.
  • Viele Nachhilfe-Lehrer*innen geben einen Rabatt, wenn eine längerfristige Zusammenarbeit fest vereinbart und vielleicht auch schon vorab bezahlt wird. Verlässlichkeit ist natürlich auch für Lehrkräfte wichtig, vor allem, wenn das ihr Hauptberuf ist.

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