Du überlegst dir, ob du Latein lernen sollst oder du hast es bereits belegt? Und jetzt sagen dir alle, dass Latein eine „tote Sprache“ ist? Grundsätzlich haben sie natürlich Recht, Latein wird nicht mehr als Sprache gesprochen – dafür würde aus heutiger Sicht wahrscheinlich auch einiges an Vokabular fehlen. Wir zeigen dir in diesem Artikel, wann und wo Latein genutzt wurde und wird.

Latein in der Antike

In der Antike wurde Latein tatsächlich gesprochen wie heute Deutsch oder Englisch. Durch den Aufstieg des Römischen Reichs wurde die Sprache immer wichtiger und dehnte sich in ganz Westeuropa aus. Dies lag einerseits natürlich an den Erorberungskriegen und der Expansion des Römischen Reichs, andererseits auch daran, dass Rom die Macht hatte, Handelspartnern die eigene Sprache als Verkehrssprache zu diktieren.

Mit dem Fall des Römischen Reichs verlor auch die Lateinische Sprache zunächst an Bedeutung.

Latein im Mittelalter

Da viele wichtige Schriften und auch Literatur auf Latein verfasst worden waren, hatte die Sprache auch im Mittelalter noch Bedeutung. Vor allem Kloster und Kirchen richteten Latein-Schulen ein. Auch heute noch finden sich viele Kirchenlieder, die in lateinischer Sprache verfasst wurden. Auch Predigten wurden lange Zeit in klassischem Latein gehalten.

Da die Sprache selbst im Alltag nicht gesprochen wurde, musste man sie in einer der Latein-Schulen lernen. Damit wurde Latein aber auch eine Sprache für einen exklusiven Kreis, für diejenigen, die Zeit und Geld genug hatten, eine solche Schule zu besuchen.

Latein heute

Latein-Unterricht gibt es vor allem an Gymnasien und Gesamtschulen, weil man die lateinische Sprache noch am ehesten als Zugangsvoraussetzung für bestimmte Studiengänge benötigt. Daneben lernt man im Latein-Unterricht auch die Grammatik anderer Sprachen kennen, indem man sich intensiv mit grammatikalischen Fragestellungen auseinandersetzt.

Im Studium findet man auch heute noch Fächer, in denen Latein eine große Rolle spielt. Dies ist immer dann der Fall, wenn man auf lateinische Originaltexte zurückgreifen muss, beispielsweise in einem historischen Studiengang.

Auch in der Kirche spielt das Lateinische heute nach wie vor eine große Rolle. Viele Lithurgien sind auf Lateinisch verfasst. In manchen Messen wird auch auf Lateinisch gebetet.

Daneben nutzen auch Wissenschaftler die lateinische Sprache. Fachbegriffe aus der Biologie oder der Medizin sind fast immer Lateinisch.

So richtig „tot“ ist diese Sprache also gar nicht. Sie entwickelt sich aber auch nicht weiter. Ein ganz normales Gespräch über die Dinge, die uns täglich passieren, würde wahrscheinlich schon daran scheitern, dass sich unser Leben so sehr von dem im alten Rom unterscheidet – und dadurch einfach wichtige Vokabeln fehlen.

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Autor(in)

Alle Artikel von Yvonne Kraus Hier schreibt Yvonne Kraus, die Gründerin von nachgeholfen.de.

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