Die Steinzeit ist der älteste und längste Abschnitt in der Geschichte der Menschen. 1836 kam Christian Jürgensen Thomsen auf die Idee, die Geschichte der Menschheit nach den Werkzeugen aufzuteilen, die die Menschen vorwiegend verwendeten. Dadurch entstand der Begriff der Steinzeit, der Bronzezeit, der Eisenzeit.

Natürlich haben die Menschen an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten Erfindungen oder Entdeckungen gemacht. Deshalb kann man einen Beginn oder ein Ende der Steinzeit nur für eine bestimmte Gegend so ungefähr bestimmen. In Afrika begann die Steinzeit vor ungefähr 2,6 Millionen Jahren – so alt sind die ältesten Funde. In Europa sind die ältesten Funde etwa 1,1 Millionen Jahre alt.

Die europäische Steinzeit wird von den meisten Fachleuten nochmal unterteilt: in die Altsteinzeit, die Mittelsteinzeit und die Jungsteinzeit. Oft wird noch die Kupfersteinzeit als Übergang zur Bronzezeit erwähnt. In anderen Erdteilen gibt es eine andere Einteilung.

Altsteinzeit – nomadisches Jäger- und Sammlerleben

In der Altsteinzeit herrschte gerade eine Eiszeit in Europa. Die Altsteinzeit wird auch Paläolithikum genannt. Die Menschen zogen als Jäger und Sammler umher. Als Werkzeuge stellten die Menschen Faustkeile her, die sie aus Feuersteinen oder Quarzen schlugen. Dieses Gestein ist sehr hart.

Die Faustkeile wurden als Messer oder auch zum Abschaben von Fellen genutzt. Außerdem konnten mit ihrer Hilfe weitere Geräte aus Holz, Knochen oder Geweihstücken hergestellt werden. Die Umgebung der Menschen bestand aus einer Tundra-Landschaft mit einzelnen Bäumen. Hier lebte das Mammut und wurde von den Menschen gejagt. Die Menschen lagerten oft in Höhlen oder unter Felsvorsprüngen.

Sie ernährten sich vorwiegend vom Fleisch gejagter Tiere, aber teilweise auch von gesammelten Pflanzenteilen. Sie waren bekleidet mit Fellen gejagter Tiere.

Als die Menschen das Feuer für sich nutzbar machten, war dies ein großer Fortschritt. Sie hatten nun die Möglichkeit, Fleisch zu garen, ihre Behausungen zu beleuchten und zu wärmen, wilde Tiere zu verscheuchen, aber auch Holz zu härten. Wahrscheinlich konnten die Menschen zunächst kein Feuer entzünden, sondern sie holten es sich zum Beispiel nach einem Blitzeinschlag und hüteten es dann, damit es nicht ausging. Das Feuer gab den Menschen in der Steinzeit die Möglichkeit, von den wärmeren Regionen aus auch die kälteren Gebiete zu besiedeln.

Im Laufe dieses Teils der Steinzeit lernten die Menschen, Feuerstellen zu bauen. Sie begannen, sich eine Art Zelte zu bauen, die sie mitnehmen konnten auf ihrer Wanderung. Die Kleidung wurde variantenreicher. Viele Höhlenmalereien stammen aus dieser Zeit. Vor etwa 20 000 Jahren machten die Menschen den Wolf zu ihrem Haustier. Der Hund entwickelte sich hieraus.

In der Altsteinzeit lebten auch die Neanderthaler (homo neanderthalensis). Sie sind von ungefähr 200 000 bis 30 000 vor Christus nachgewiesen. Vermutlich sind die Neanderthaler nah mit den Jetztmenschen verwandt.

Die Cro-Magnon-Menschen waren die ersten Exemplare der Menschen vom modernen Typ (homo sapiens). Eine Zeitlang existierten Neanderthaler und Cro-Magnon-Menschen gleichzeitig, dann starben die Neanderthaler aus – die Ursache ist nicht genau bekannt. Vermutlich haben sich Neanderthaler und Cro-Magnon-Menschen teilweise vermischt, denn in unseren Genen lassen sich Neanderthaler-Gene nachweisen.

Sowohl die Cro-Magnon-Menschen, also homo sapiens, als auch die Neanderthaler stammen vermutlich ab von den ersten Hominiden, die dauerhaft aufrecht gingen und daher die Hände frei hatten, um Werkzeug gezielt und dauerhaft zu benutzen. Diese werden homo erectus genannt.

Mittlere Steinzeit – die Kälte weicht

Die mittlere Steinzeit wird auch Mesolithikum genannt. Im Mesolithikum wurde es langsam wieder wärmer. Statt der Tundra entstanden in Mitteleuropa Mischwälder. Das Mammut starb aus. Andere kälteliebende Tiere wie die Rentiere wanderten nach Norden ab. Stattdessen gab es nun Bären und Wildschweine, Hirsche, Rehe und auch Wölfe. In Mitteleuropa begann die mittlere Steinzeit etwa 10 000 vor Christus.

Die Menschen begannen nun, länger an einem Ort zu verweilen. Sie fingen Fische in den wärmer gewordenen Gewässern, sammelten Nüsse und ähnliche Pflanzenteile. Sie erfanden Äxte und Beile und Waffen, deren Schärfe durch Splitter von Feuerstein entstand: Harpunen, Pfeile und Speere. Die Menschen lernten, aus Bast Seile und Netze anzufertigen. Sie bauten die ersten Boote.

Jungsteinzeit – Sesshaftwerden in der neolithischen Revolution

Die Jungsteinzeit wird auch Neolithikum genannt. Die Menschen begannen einerseits, Tiere zu zähmen, sie gefangen zu halten und zu nutzen, anstatt nur auf die Jagd zu gehen. Diesen Prozess nennt man Domestizierung der Tiere. Die Menschen domestizierten Schafe und Ziegen, Rinder und noch weitere Tiere.

Aber die Menschen perfektionierten auch die Nutzung von Pflanzenteilen. Sie begannen gezielt, geeignete Pflanzen auszusäen oder auch anzupflanzen, von denen eine gute Ernte zu erwarten war. Die Menschen wurden sesshaft und zogen nicht mehr umher. Sie begannen, festere Häuser zu bauen. Diesen Vorgang nennt man auch die neolithische Revolution. In Mitteleuropa wird der Beginn des Neolithikums auf etwa 5500 vor Christus angesiedelt.

Während dieser Zeit erfanden die Menschen Keramik, indem sie aus Lehm Gefäße formten, die sie im Feuer brannten. Auch das Rad wurde während des Neolithikums erfunden und machte Transporte deutlich leichter. Dadurch, dass die Menschen sesshaft wurden, konnten sie auch endlich gut Vorräte anlegen und wurden etwas unabhängiger von der Witterung.

Kupfersteinzeit – der Übergang

Zum Teil schon in der Jungsteinzeit findet man vereinzelt die Verarbeitung von Kupfer. Kupfer hat aufgrund seiner Eigenschaften aber nie eine so große Rolle gespielt wie Stein oder Bronze. Daher wird diese Zeit nicht Kupferzeit, sondern Kupfersteinzeit oder kupferverarbeitendes Neolithikum genannt, wenn sie überhaupt einzeln erwähnt wird. Auf die Kupfersteinzeit folgte die Bronzezeit.

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