Le petit prince (Der kleine Prinz) von Antoine de Saint-Exupéry

Redaktion


Es ist eines der berühmtesten und meistgelesenen Bücher der Welt: Der kleine Prinz. Der Titel wurde wörtlich vom französischen Original Le Petit Prince übernommen. Mittlerweile wurde das Buch in 110 verschiedene Sprachen übersetzt.

Es handelt sich bei Le Petit Prince um ein modernes Kunstmärchen, das mit zahlreichen Illustrationen aufwartet und mit dem der Autor Antoine de Saint-Exupéry unter anderem den Werteverfall in der modernen Welt anprangert. Doch worum genau geht es in dem Werk und was macht es so beliebt?

Inhalt

Ein zunächst unbekannter Ich-Erzähler referiert über seine Erlebnisse mit Erwachsenen: Als er ein kleiner Junge war, hat er diesen seine Zeichnung einer Schlange gezeigt, die einen Elefanten verspeist hatte. Kein Erwachsener hat seine Zeichnung verstanden, denn alle dachten, es handelte sich dabei um einen Hut und nicht um eine Schlange. Der Erzähler beklagt, dass man mit Erwachsenen nur über vernünftige Dinge sprechen könne.

Jahre nach dieser Begebenheit überfliegt er mit einem Flugzeug die Sahara und muss dort notlanden. Er trifft auf einen merkwürdigen kleinen Jungen, der behauptet, von einem fremden Stern zu stammen. Dort habe er seine drei Vulkane gesäubert und den Stern von Affenbrotbäumen befreit, die er jeden Tag ausreißen musste.

Außerdem habe er sich um eine Rose gekümmert. Da er Zweifel an ihrer Liebe zu ihm hatte und nicht verstand, dass sie ihn nur aus Angst vor der Zuneigung zurückwies, verließ er den Stern. Unterwegs traf er verschiedene Persönlichkeiten, durch die er vielfältige Erfahrungen machte. Zum Teil versteht er deren Beweggründe allerdings nicht. So kam er auf seiner Reise durch das All beispielsweise an einem Planeten vorbei, der einem Säufer gehörte. Dieser gestand dem kleinen Prinzen, er trinke nur deshalb, weil er sich für das Trinken schäme. Auf einem weiteren Planeten lebte ein König, der keine Untertanen hatte und nur Dinge befahl, die ohnehin geschehen würden.

Zuletzt traf der kleine Prinz einen Geografen, der ihm zu einem Besuch auf der Erde riet. Nach seiner Reise durch den Weltraum wandert der kleine Prinz also ein Jahr lang über die Erde und sammelt auch dort verschiedene Erfahrungen. Er trifft einen Fuchs, dessen Freundschaft er gewinnt, nur um sie wieder zu verlieren. Auf der Erde versteht der kleine Prinz, warum seine Rose so kostbar für ihn ist – zwar sieht er Tausende Rosen und doch ist keine davon wie seine, die er auf dem Stern zurückgelassen hat.

Am Ende des Buches gelingt es dem Ich-Erzähler, sein Flugzeug zu reparieren. Er entkommt so dem Tod in der Wüste. Der kleine Prinz, der immer wieder betont hat, durch seinen eigenen Tod zu seinem Stern zurückreisen zu können, lässt sich von einer Giftschlange beißen. Er hat erkannt, dass er unbedingt zu seiner Rose zurückkehren möchte, da sie das Einzige ist, was er wirklich von Herzen liebt. Er kehrt also, wie der Erzähler, ebenfalls in seine eigene Welt zurück.

Figuren im Buch Der kleine Prinz

Der Pilot ist der Ich-Erzähler. Das bedeutet, die Geschichte wird aus seiner Perspektive erzählt, wodurch seine eigenen Erfahrungen einfließen. Er versuchte sich in seiner Kindheit an der Kunst und malte zwei Bilder, die von den Erwachsenen jedoch falsch verstanden wurden. Daraufhin verlor er den Mut, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen, und widmete sich einer soliden Ausbildung.

Er versteckte also seinen fantasiereichen Kern hinter der Fassade des nüchternen Erwachsenen. Der kleine Prinz wird im Buch als Inbegriff der Unschuld und Reinheit beschrieben. Er besitzt sowohl goldenes Haar als auch einen goldenen Schal und symbolisiert damit die Tugenden, die sich hinter der Kindheit verbergen. Auch die Schlange beschreibt ihn als „rein“. Er sorgt sich stets um seine Rose und enthüllt, obwohl er die Fragen des Piloten niemals beantwortet, durch seine eigenen Fragen seine Welt.

Der Fuchs ist der Mentor des kleinen Prinzen. Die beiden treffen aufeinander, als die Verzweiflung des Jungen am größten ist und dieser keinen Ausweg mehr findet. Der Fuchs weiht ihn in die Geheimnisse der Freundschaft ein und enthüllt ihm vor dem Abschied das wichtige Geheimnis: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Themen des Romans Le Petit Prince

Im Buch finden sich zahlreiche Themen, die einem philosophischen Diskurs zu Grunde gelegt werden können. Ein Hauptthema von Le Petit Prince ist die Freundschaft. So beklagt sich der Fuchs, dass die Menschen sich keine Zeit mehr nähmen, um richtige Beziehungen aufzubauen. Freundschaft jedoch sei ein Gefühl, das wachsen und gedeihen müsse, und dafür brauche es vor allem eins: Zeit. Der zweite Aspekt, um den sich Der kleine Prinz dreht, ist die Rationalität der Erwachsenenwelt.

Das sehr philosophische Buch ist durchaus als Dialog zwischen dem erwachsenen Saint-Exupéry und seinem kindlichen Ich zu verstehen, was der Autor auch mehrmals betont hat. Auch er beklagt den Verlust seiner Fantasie und seiner Kreativität und die Zunahme der Nüchternheit im Erwachsenenalter. Allerdings findet er mit Hilfe der Freundschaft zum kleinen Prinzen ein wenig zu seinem kindlichen Ich zurück.

Ein weiteres Thema ist das Verantwortungsbewusstsein, nicht nur für sich selbst und seine eigenen Taten, sondern auch für einander und für die Welt. Das Buch Der kleine Prinz betont, dass man nur aneinander wachsen könne, nicht jeder allein für sich. Daher müsse jeder die Verantwortung für den anderen übernehmen.

Informationen zum Buch Le Petit Prince

Der Roman Le Petit Prince erschien nicht, wie man annehmen könnte, in Frankreich, sondern zunächst in New York, wo sich der Autor im Exil aufhielt. Daher erschien es nicht nur auf Französisch, sondern gleich auch in einer englischen Übersetzung. 1945 erschien das Buch dann auch in Frankreich. 1950 folgte die deutsche Ausgabe. Noch vor deren Erscheinen wurde die Geschichte von Rudolf Fischer für das Theater adaptiert.

Informationen zu Antoine de Saint-Exupéry

Antoine de Saint-Exupéry wurde am 29. Juni 1900 in Lyon geboren. Er war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Pilot. Nach dem Abitur 1917 wollte er zunächst Marineoffizier werden, fiel jedoch ausgerechnet im Prüfungsfach Literatur zweimal durch und gab diese Pläne daher auf. 1921 bis 1923 diente er in Straßburg bei der Kavallerie und machte eine Ausbildung zum Flugzeugmechaniker. Nebenher absolvierte er privat Flugstunden. 1926 war er verarmt und bot daher Touristen Rundflüge an.

Zur gleichen Zeit erschienen seine ersten literarischen Werke. 1927 bis 1928 war er Kommandeur eines winzigen Flughafens in der Wüste in Spanisch-Marokko. Dort musste er mehrmals Touristen aus Notlagen retten, wofür er einen Orden erhielt. 1935 stürzte er bei einem Langstreckenflug mitten in der Wüste ab und wurde nur durch Zufall gerettet. All diese Dinge prägten sein Werk Le Petit Prince. Antoine de Saint-Exupéry wurde im Zweiten Weltkrieg als Pilot eingezogen und verschwand am 31. Juli 1944 auf seinem letzten Flug. Ob er abstürzte oder Suizid beging, da er zu jener Zeit unter Depressionen litt, ist bis heute unklar.

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