In diesem Artikel erfährst du alles, was du über die vier Himmelsrichtungen wissen musst.

Was sind die Himmelsrichtungen?

Insgesamt gibt es vier Haupthimmelsrichtungen. Dies sind der Norden, der Süden, der Osten und der Westen. Diese orientieren sich am Lauf der Sonne.

Bereits im Altertum hat man festgestellt, dass die Sonne immer im Osten aufgeht und im Westen untergeht. Am Mittag steht sie im Süden, außer auf der Südhalbkugel. Hier steht sie im Norden. Die Sonne steht zu dieser Zeit in Äquatornähe. Der Grund für diese Tatsache ist, dass die Erde rund ist und sich im Laufe des Tages einmal um sich selbst dreht.

Die Richtungen lassen sich im Uhrzeigersinn in der Reihenfolge Nord, Ost, Süd und West lesen. Meist werden die Himmelsrichtungen mit den Anfangsbuchstaben N, O, S und W abgekürzt.

Eine gedankliche Brücke, um sich die Reihenfolge zu merken, bietet der Spruch „Nie Ohne Seife Waschen“.

Neben den Haupthimmelsrichtungen gibt es auch die Zwischenhimmelsrichtungen. So wird die Richtung zwischen Norden und Osten als Nordosten beschrieben, die Richtung zwischen Süden und Westen als Südwesten usw.

Sie können aber weiter auch in Sechzehntel und Zweiunddreißigstel unterteilt werden. Die Sechzehntel werden dann als SSW oder WSW betitelt. Dies beinhaltet ein Viertel und ein benachbartes Achtel auf dem Kompass. Das Zweiunddreißigstel entsteht durch die Ergänzung des Wortes „zu“, welches zwischen den angrenzenden Vierteln oder Achteln steht. So heißt es dann beispielsweise WzS für West zu Süd.

Wozu muss man sie kennen?

Himmelsrichtungen dienen der Orientierung. So kann man sich mithilfe der Sonne oder auch technischen Geräten die gewünschte Laufrichtung anzeigen lassen, wenn man weiß, in welcher Himmelsrichtung das Ziel liegt. Dies ist besonders nützlich bei Wanderungen in der Natur. Aber auch geografisch ist die Erde in die verschiedenen Haupthimmelsrichtungen aufgeteilt. Auch in der Schifffahrt werden sie noch als Orientierungshilfe genutzt. Hier werden sie als Kurse bezeichnet.

Auch beim Wetterbericht ist die Nutzung der Kardinalpunkte Gang und Gäbe. Hiermit werden meist Windrichtungen beschrieben oder auch der Zug der Wetterfronten. Luft die aus Westen kommt, ist dabei eher feucht, südliche Luft eher warm und Luft aus dem Norden kühl.

Weiter werden auch Gegenden oder Stadtteile mit den typischen Richtungen betitelt. Dies kann innerstädtisch sein oder auch auf das ganze Land gesehen. Auf Deutschland bezogen spricht man beispielsweise von Norddeutschland oder auch vom Osten.

Wenn man Himmelsrichtungen erwähnt, verbindet man damit meist auch gewisse Temperaturen. So geht man davon aus, dass es im Norden eher kalt ist und im Süden eher warm.

Himmelsrichtungen finden aber auch in ganz anderen Bereichen Anwendung. So findet man sie auch in der Astronomie und der Geodäsie oder dem Militär.

Wie kannst du die Himmelsrichtungen bestimmen und dich so orientieren?

Die Himmelsrichtungen lassen sich bei Sonnenschein mit Hilfe einer analogen Uhr bestimmen. Dabei muss der Stundenzeiger Richtung Sonne zeigen. Zwischen der Sonne und der Ziffer 12 befindet sich der Süden. Alle anderen Richtungen lassen sich entsprechend ableiten. Zur Sommerzeit muss man wegen der Zeitverschiebung darauf achten, die Ziffer 1 als Orientierungspunkt zu nehmen.

Klassischerweise kann man sich auch mit Hilfe eines Kompasses oder einer Windrose orientieren. Der Kompass funktioniert auch, wenn die Sonne nicht scheint oder es Nacht ist. In dem Kompass befindet sich ein kleiner Zeiger, welcher magnetisch ist. Automatisch dreht sich dieser Zeiger im Richtung Norden.

Die Windrose ist ein Instrument aus der Schiff- und Luftfahrt. Die Windrose umfasst einen Radius von 360 Grad. Der Norden liegt dabei bei 0 Grad, der Osten bei 90 Grad, der Süden bei 180 Grad und der Westen bei 270 Grad. Insgesamt 32 gleichgroße Winkel teilen die Windrose.

Um Landkarten mit den Haupthimmelsrichtungen in Verbindung zu bringen muss man wissen, dass diese in der Regel immer Richtung Norden ausgerichtet sind, Norden ist hierbei immer oben. Entsprechend kann man die Karte nach Norden drehen, wenn man diese Himmelsrichtung ermittelt hat, und so die richtige Laufrichtung wählen.

Himmelsrichtungen lassen sich auch mit Hilfe eines Schattenstabs bestimmen. Hierzu benötigt man 2 Stäbe. Die erste Stocklänge sollte zwischen 60 und 150 cm betragen. Der zweite Stock sollte ca. 30 cm messen. Zudem benötigt man Gegenstände wie Steine. Der Stab wird senkrecht in den Boden gesteckt. Mit dem Stein wird die Spitze des Schattens, der von dem Stock ausgeht, markiert. Wenn man etwas wartet, kann man sehen, dass sich der Schatten bewegt hat. Der zweite Stein markiert nun die Spitze des zweiten Schattens. Beiden Punkte können nun verbunden werden durch eine gerade Linie oder den zweiten Stock. Die Laufrichtung des Schattens ist entgegen der Sonne. Die Linie steht für die Ost-West-Linie, wobei der erste Schatten den Westen markiert und der zweite entsprechend den Osten. Die anderen Richtungen lassen sich entsprechend ableiten.

Ähnlich funktioniert auch eine Sonnenuhr. Wenn man diese selbst bastelt, greift man auch hier zu einem Stock, den man senkrecht in den Boden steckt. Der Schatten wird wieder durch einen Stein markiert. Nun befestigt man einen Faden am Ende des senkrechten Stocks sowie an einem Kleineren. Letzteren führt man zum Boden und zeichnet einen Kreis rund um den Stab und in der Breite der Steinmarkierung. Sobald ein zweiter Schatten den Kreis berührt, erfolgt auch hier wieder eine Markierung mit Hilfe eines Steins. So erhält man wieder die Ost-West-Linie.

Grundsätzlich kann man auch am Sonnenstand die Himmelsrichtungen ablesen. Hierzu benötigt man die aktuelle Uhrzeit, so dass man sich an den Sollhimmelsrichtungen grob orientieren kann.

Zum Teil lässt sich auch an Pflanzen die Himmelsrichtung ablesen, da diesen auf der südlichen Seite häufig einen stärkeren Wuchs aufweisen.

Nicht zuletzt lassen sich die Himmelsrichtungen auch am Polarstern erkennen, welcher immer im Norden liegt.