Würde man direkt von den Polen zum Äquator fahren, dann würde man dabei mehrere Klimazonen durchqueren, die einander unterschiedlicher nicht sein könnten. Von der kargen Eiswüste an den Polen bis hin zu den artenreichen und undurchdringlichen Regenwäldern am Äquator reicht die Vielfalt auf unserem Planeten. Dabei unterteilt die Wissenschaft die Erde grob in fünf verschiedene Klimazonen, die wir dir im Detail vorstellen wollen.

Tropen

Das Gebiet rund um den Äquator, zwischen den beiden Wendekreisen, wird als Tropen bezeichnet. Dazu gehört der Großteil Afrikas, Mittelamerika und das nördliche Südamerika, Südostasien und Nordaustralien. Die Tageslänge schwankt hier nur gering, nämlich zwischen 10,5 Stunden und 13,5 Stunden, je nachdem wie nah sich eine Region am Äquator befindet. Von allen Klimazonen sind die Tropen eindeutig jene, die am wenigsten von den Jahreszeiten beeinflusst wird. In der Tat sind die Temperaturschwankungen innerhalb eines Tages höher als jene innerhalb eines Jahres.

Je nachdem, wie viel Wasser in Form von Luftfeuchtigkeit und Regenfällen zur Verfügung steht, finden sich in den Tropen verschiedene Vegetationszonen. Die typische Vegetation der immerfeuchten Tropen ist der Regenwald. Ein tägliches Gewitter um die Mittagszeit ist hier üblich. Größte Ausbreitung erfährt der Regenwald im Amazonasgebiet Südamerikas und im Dschungel Südostasiens. Diese Regenwälder werden gerne als Lunge der Erde bezeichnet, da sie den Großteil des weltweiten Sauerstoffs produzieren. Ebenso herrscht in ihnen eine höhere Artenvielfalt als sonstwo auf der Erde. Werden heute noch neue Tier- oder Pflanzenarten entdeckt, stammen diese zumeist aus den tropischen Regenwäldern. Aufgrund der fehlenden Jahreszeiten sind die Bäume des Regenwaldes immergrün und bilden auch keine Jahresringe aus.

Gebiete, die Trocken- und Regenzeiten erfahren, nennen sich Savannen. Die berühmteste davon ist die weite afrikanische Savanne, die von Großsäugern wie Elefanten, Giraffen, Zebras oder Löwen bewohnt wird. Da durch den Wechsel an trockenen und regenreichen Monaten nicht immer gleich viel Vegetation und Wasser zur Verfügung stehen, sind sowohl Menschen als auch Tiere dieser Regionen gewohnt, ständig auf Wanderschaft zu sein.

In den trockenen Tropen finden sich Halbwüsten und Wüsten, wie beispielsweise die Sahara. Hier regnet es nur sehr selten. Dementsprechend karg ist die Vegetation. Nur wenige Tiere können in diesen harten Verhältnissen überleben.

Alle Klimazonen, die sich nicht in den Tropen befinden, bezeichnet man auch als Ektropen.

Subtropen

Südlich und nördlich der Tropen schließen die Subtropen als nächste Klimazone an. Sie zeichnen sich durch heiße, tropische Sommer und milde Winter aus. Grob gesprochen werden die Subtropen darüber definiert, dass die Durchschnittstemperatur über das Jahr verteilt über 20 Grad Celsius liegt. Tatsächlich sind die Subtropen aber von allen Klimazonen am schwersten zu definieren, da sie sich wie ein Flickenteppich über den Globus verteilen und nicht einheitlich aussehen.

So zählt die bereits angesprochene Sahara zu gleichen Teilen zu den Tropen als auch zu den Subtropen. Die ähnlich heiße und trockene arabische Halbinsel gehört genauso dazu wie der Großteil Australiens mit seinen ausgedehnten Steppen und Eukalyptuswäldern. Im Süden der USA hingegen finden sich in den Subtropen mehrere feuchte Lebensräume wie beispielsweise die Everglades in Florida oder das Mississippi-Delta in Louisiana.

Ein Teil der Subtropen ist uns Europäer*innen aus dem Urlaub besonders vertraut und das ist das mediterrane Klima, wie es in Italien, Spanien, Südfrankreich Griechenland, aber auch im Norden Marokkos, Tunesiens und Ägyptens sowie im Osten in der Türkei vorherrscht. Typisch für das Mittelmeerklima sind mehrere verschiedene Winde, wie der Föhn oder der Mistral. Die Vegetation besteht vorwiegend aus Hartlaubgewächsen, das sind Bäume, die ihre Blätter nicht abwerfen und an lange Trockenzeiten angepasst sind. Dazu zählen die Korkeiche, die Steineiche, der Olivenbaum sowie Lorbeer, Zedern und Zypressen.

Gemäßigte Zone

Diese Zone ist vorherrschend auf der Nordhalbkugel und sollte auch dir besonders vertraut sein, denn Mitteleuropa befindet sich in ihrem Zentrum. Große Teile Nordamerikas und Eurasiens gehören der Gemäßigten Zone an. Dagegen ist sie in Südamerika, Afrika und Australien nur an den Südspitzen zu finden. Da der Großteil der Südhalbkugel aus Wasser besteht und sich die Kontinente eher Richtung Äquator orientieren, sind nicht alle Klimazonen in derselben Ausprägung auch dort zu finden.

Man spricht zwischen dem 45. Breitengrad und dem Polarkreis von der Gemäßigten Zone. Sie ist geprägt von Schwankungen, die sich auf das Jahr und auch auf den Tag beziehen. Die Tageslänge kann je nach Entfernung zum Äquator und je nach Jahreszeit stark variieren. Auch finden sich hier jene stark ausgeprägten Jahreszeiten, die in Mitteleuropa jedes Kind kennt: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. In keiner anderen Klimazone lassen sich diese so deutlich unterscheiden wie in der Gemäßigten Zone.

Man unterscheidet je nach Entfernung zum Äquator noch in eine Warmgemäßigte (Nemorale) und eine Kaltgemäßigte (Boreale) Zone. Hauptvegetation der gesamten Gemäßigten Zone besteht aus Nadel-, Misch- und Laubwäldern, wobei die Laubbäume in der Nemoralen Zone überwiegen und die Nadelbäume in der Borealen. In der Mitte der Kontinente können sich selbst in der Gemäßigten Zone Steppen oder Halbwüsten entwickeln. In Europa ist das beispielsweise in der ungarischen Tiefebene der Fall. Das Gegenstück in Nordamerika wäre dagegen die weite Prärie.

Subpolare Zone

Die Subpolare Zone ist die kleinste aller Klimazonen und praktisch nur auf der Nordhalbkugel zu finden. Dort verläuft sie entlang des Polarkreises im Norden Amerikas, Europas und Russlands. Sie bezeichnet den Übergang zwischen Gemäßigter und Polarer Zone und zeigt daher Charakteristiken beider Seiten.

Die Winter sind lang und kalt, die Jahreszeiten nicht mehr sehr deutlich ausgeprägt. Die Tageslänge schwankt im Jahresverlauf deutlich. Das Land ist von Permafrostboden bedeckt und die vorherrschende Vegetation ist die Tundra. Hier finden sich praktisch keine Bäume mehr, dafür ausdauernde kleinere Pflanzen wie Moose, Flechten und Sauergräser. Auch die Tiere dieser Zone sind weite Wanderungen gewöhnt und begnügen sich mit der kargen Nahrung, die zur Verfügung steht. Typische Einwohner dieser Zone sind Rentiere, Wölfe, Lemminge, Braunbären und Schneehasen.

Polare Zone

Die kälteste aller Klimazonen befindet sich beiderseits der Erde in Polnähe. Genauer spricht von nördlich bzw. südlich des Polarkreises von der Polaren Zone. Hier geht an mindestens einem Tag im Jahr die Sonne gar nicht auf bzw. unter. Manche Gegenden sehen sogar monatelang kein Tageslicht. Im Norden gehört die Arktis, im Süden die Antarktis zu diesem Lebensraum. Hier überleben nur noch wenige Tier- und Pflanzenarten. Besonders hervorzuheben sind Eisbären im Norden, sowie Kaiserpinguine im Süden. Beide sind auf lange Wanderungen und Nahrung aus dem Meer angewiesen. Nur wenige Flechten- und Moosarten überleben in dem extrem kalten Klima. Auch wenige Menschen haben sich in der Polaren Zone angesiedelt. Im Norden Alaskas und auf Grönland haben sich die Inuit perfekt an die harten Bedingungen angepasst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.