Ein Großteil der Erdoberfläche (71 %) ist von Wasser bedeckt. Die Ozeanograph*innen (Meereskundler*innen) unterscheiden dabei zwischen Meeren und Ozeanen. Für letztere wird auch das Synonym Weltmeere verwandt. Gemeint sind damit die von den Kontinenten umschlossenen drei größten, offenen Wasserflächen der Erde: Atlantik, Pazifik und Indischer Ozean. Als Meer hingegen werden Wasserflächen bezeichnet, die zum Teil von Landmassen umgeben sind. Zum Beispiel das Mittelmeer, karibische Meer oder chinesische Meer. Eine andere Variante unterteilt die Weltmeere in Nord- und Südatlantik sowie Nord- und Südpazifik. Hinzu kommt der Indische Ozean und die großen Wasserflächen am Nordpol und Südpol: Arktischer und antarktischer Ozean.

Der Pazifik

Der Pazifische Ozean ist mit einer Fläche von über 166 Mio. km² das größte Weltmeer. Seine Oberfläche entspricht 35 % der gesamten Erdoberfläche. Mit einer mittleren Tiefe von 4.188 Meter ist er auch der tiefste Ozean der Welt. Seine tiefste Stelle mit etwa 11.000 Metern befindet sich im Marianengraben, einer Tiefseerinne im westlichen Pazifik.

Der Pazifik enthält mit einem Volumen von über 696 Mio. km³ mehr als 50 % des gesamten Wassers der Erde. Zählt man die Nebenmeere hinzu, hat er ein Volumen von ca. 715 Mio. km³. Er ist der einzige Ozean, der an alle anderen Ozeane angrenzt.

Die Inselwelt des Pazifiks unter dem Namen Ozeanien bekannt besteht aus den Inselgruppen Melanesien, Polynesien und Mikronesien. Zu Melanesien gehört auch die zweitgrößte Insel der Welt, Neuguinea. Der Pazifik wird auch stiller Ozean genannt.

Der berühmte Entdecker und Weltumsegler Ferdinand Magellan durchfuhr im Jahr 1520 die nach ihm benannte Magellanstraße an der Südspitze Südamerikas. Diese Meerenge verbindet den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean. Als Magellan auf der Durchfahrt den Pazifischen Ozean erreichte, taufte er diesen Mar Pacifico (friedliche See), weil die bis dahin ständig vorkommenden Stürme aufgehört hatten. Magellan hatte Glück, denn auch im Pazifik gibt es verheerende Stürme. Die Hurrikane im Nordostpazifik sind nicht nur unter Seefahrer*innen berüchtigt.

Der Atlantik

Der Atlantische Ozean ist mit einer Fläche von über 106 Millionen km² der zweitgrößte der Weltmeere. Er bedeckt rund 1/5 der Erdoberfläche. Seine durchschnittliche Wassertiefe beträgt 3.646 Meter. Tiefste Stelle ist mit 8.376 Metern der Puerto-Rico-Graben.

Der Atlantik grenzt an diverse Nebenmeere, z. B. das europäische Nordmeer, die Nordsee, die Baffin Bay, die Labradorsee, die Biskaya, der Ärmelkanal, die Sargassosee, der Golf von Guinea und andere. Einige der größten Inseln der Welt liegen im Atlantischen Ozean. Dazu zählen zum Beispiel die britischen Inseln, Irland, Island, Grönland und Neufundland.

Weitere bedeutende Inselgruppen sind die Kanaren, Azoren, Bahamas, Bermudas, die Großen und Kleinen Antillen, Kapverden, die Falklandinseln und die Scilly-Inseln. Die durchschnittliche Wassertiefe des Atlantiks (unter Einschluss der Nebenmeere) liegt bei etwa 3.293 Metern.

Eine Besonderheit des Atlantiks ist der 1914 erbaute Panamakanal der diesen zweitgrößten Ozean der Welt mit dem größten Ozean der Welt, dem Pazifik verbindet.

Eine weitere künstliche Meeresstraße, der 1869 erbaute Sueskanal, verbindet den Atlantik mit dem Mittelmeer. Neben einigen Tiefseebecken, Tiefseerinnen und weiteren Meerestiefs findet sich am Boden des Atlantiks eine auffällige Erhebung, der mittelatlantische Rücken. Dieses aus Lava entstandene Gebirge liegt auf einer in der Mitte des Ozeans von Nord nach Süd verlaufenden Plattengrenze. Die vulkanische Aktivität in diesem Bereich schiebt die hier angrenzenden zwei ozeanischen Platten (amerikanische Platte und eurasische Platte) langsam auseinander, was zur Folge hat, dass die dahinter liegenden Kontinente immer weiter auseinanderdriften.

Der Indische Ozean

Das drittgrößte der Weltmeere, mit einer Fläche von 74,9 Millionen km² Fläche, ist der Indische Ozean. Das entspricht fast 15 % der Erdoberfläche. Sein Volumen umfasst ca. 291,9 Millionen km³. Er hat eine durchschnittliche Tiefe von 3.897 Meter.

Die tiefsten Stellen sind mit etwa 8.047 Meter das sogenannte Diamantinatief und der bis zu 7.455 Meter tiefe Sundagraben. Der Indische Ozean liegt zwischen den drei Kontinenten Afrika, Asien und Australien und grenzt an den Atlantik, den Pazifik und das Südpolarmeer. Die größten Inseln sind Indonesien, Madagaskar, Mauritius und Sri Lanka. Des Weiteren die Seychellen die Malediven und andere kleinere Inselgruppen.

Der Arktische Ozean

Das kleinste der Weltmeere ist das Nordpolarmeer in der Arktis. Es hat eine Fläche von über 14 Mio. km² und eine Tiefe von bis zu 5.608 Meter. Seine tiefsten Stellen sind das westlich von Spitzbergen liegende Molloytief (5.669 Meter) und das nördlich der Nordküste von Nordostland (= zweitgrößte norwegische Insel) liegende Litketief (5.449 Meter).

Der Arktische Ozean erstreckt sich zwischen den Kontinenten Asien, Europa und Nordamerika. Er grenzt an den Atlantik durch das zwischen Grönland und Skandinavien liegende europäische Nordmeer und an den Pazifik durch die Beringstraße.

Der antarktische Ozean

Das Südpolarmeer, auch südlicher Ozean genannt, ist der zweitkleinste der Weltmeere. Er erstreckt sich über eine Fläche von über 20 Millionen km² und umschließt den gesamten Kontinent Antarktika. Er hat eine Tiefe von 5.805 Meter. Tiefste Stelle im Südpolarmeer ist der Süd-Sandwich-Graben (7.433 Meter).

In Richtung Norden geht das Südpolarmeer in den Atlantik, den Pazifik und den Indischen Ozean über. Die Wassertemperatur im südlichsten Ozean der Welt liegt zwischen minus zwei und zehn Grad Celsius. Eine Besonderheit im Südpolarmeer ist der antarktische Zirkumpolar-Strom. Diese kalte Meeresströmung umrundet den Kontinent Antarktika und verbindet den Atlantischen mit dem Indischen und dem Pazifischen Ozean. Diese mächtigste Meeresströmung der Welt hat einen entscheidenden Einfluss auf das Erdklima. Man nennt sie deshalb auch die Wetterküche der Welt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.