William Shakespeare

Redaktion


Obwohl William Shakespeare als einer der bedeutendsten, wenn nicht gar als der bedeutendste Schriftsteller der Geschichte gilt, ist seine Biografie erstaunlich lückenhaft. Einige gehen gar so weit die Existenz Shakespeares als Ganzes anzuzweifeln und seine Werke entweder einer ganzen Gruppe von Autoren oder einem einzelnen Autor, der nicht unter seinem richtigen Namen publizieren konnte, zuzuschreiben. Shakespeares umfangreiches Werk umfasst 38 Dramen, fünf epische Versdichtungen und 154 Sonette.

Leben

Das Geburtsdatum Shakespeares ist nicht überliefert, als gesichert gilt jedoch, dass er am 26. April 1564 in Stratford-upon-Avon getauft wurde. Er war der Sohn von John Shakespeare und Mary Arden.

1582, also im Alter von 18 Jahren, heiratete Shakespeare die Bauerstochter Anne Hathaway. Das Paar hatte drei Kinder – zwei Töchter und einen Sohn.

Die Zeit von 1584/85 bis 1592 gilt in der Shakespeare-Forschung als die verlorenen Jahre, da so gut wie nichts über diese Zeitspanne bekannt ist. Erst danach trat Shakespeare als Autor und Schauspieler in Erscheinung. Er war finanziell beteiligt an einer Theatergruppe, für die er schrieb und auch selbst spielte. Sein Konkurrent zu dieser Zeit war primär der Autor Christopher Marlowe. Die meisten der heiteren Komödien entstanden in dieser Zeit.

In den Jahren, da die Pest in London wütete und die Theater zeitweise schließen mussten, verfasste Shakespeare seine Gedichte. Gerade die epischen Gedichte etablierten Shakespeare als wichtigen Schriftsteller seiner Zeit und brachten ihm die Anerkennung seiner zeitgenössischen Kollegen ein. Vermutlich im Jahre 1593 schrieb er zwei seiner Verserzählungen: Venus und Adonis und Lucretia (The Rape of Lucrece). Shakespeare widmete die beiden Versdichtungen seinem Gönner Henry Wriothesley, dem Earl of Southampton.

Ab 1599 war Shakespeare einer der Besitzer des Globe Theatres in London. Viele seiner bedeutendsten Tragödien verfasste Shakespeare für das Globe Theatre – etwa Macbeth, Othello und Hamlet. Ferner brachte ihm die Beteiligung am Globe Theatre Einfluss und Reichtum. Shakespeare beteiligte sich außerdem am im Gegensatz zum Globe Theatre überdachten Blackfriars Theatre, in dem Shakespeare und seine Truppe in den Wintermonaten spielten.

Die Theatertruppe benannte sich nach ihrem Sponsor Lord Chamberlain’s Men und trat öfters vor Königin Elizabeth I. auf. Unter James I. nannte sich die Gruppe dann King’s Men.

Im Alter von 46 Jahren kehrte Shakespeare nach Stratford-upon-Avon heim, wo er von seinen Theatereinnahmen das zweitgrößte Anwesen des Ortes gekauft hatte, und verlebte dort den Rest seines Lebens. Am 23. April 1616 starb William Shakespeare im Alter von 52 Jahren.

Themen

Die zentralen Themen der meisten Werke Shakespeares sind Macht und Liebe. Gerade die historischen Dramen um reale Könige und die Tragödien befassen sich fast alle mit Machtkämpfen und Ränkespielen. Shakespeares Antagonisten sind so meist durchtriebene Manipulatoren, die durch Intrigen dem Helden schaden und mehr Macht erlangen wollen. Ein Paradebeispiel für den intriganten Schurken stellt Jago in Othello dar. Andere Bösewichte gehen noch weiter – sowohl Macbeth (Macbeth) als auch Claudius (Hamlet) machen sich des Regizids (Königsmords) schuldig.

Auch Rache stellt ein häufiges Motiv dar. Entweder will sich der Held am Schurken für dessen Missetaten rächen oder aber das Motiv des Antagonisten selbst ist Rache – so etwa in Der Kaufmann von Venedig (The Merchant of Venice), in dem sich der jüdische Geldverleiher Shylock an Antonio für die ihm entgegengebrachte Geringschätzung rächen will.

Viele Stücke befassen sich mit historischen Machtkämpfen, allen voran natürlich die Historiendramen. Die acht Stücke der York- und der Lancaster-Tetralogie beschäftigen sich mit den Rosenkriegen, die auch für andere literarische Werke – etwa Das Lied von Eis und Feuer (A Song of Ice and Fire) von George R. R. Martin, die Vorlage zu Game of Thrones – als Inspirationsquelle dienten.

Die York-Tetralogie umfasst die drei Teile von Heinrich VI. (King Henry VI) und Richard III. (King Richard III). Die Lancaster-Tetralogie beinhaltet Richard II. (King Richard II), Teil 1 und 2 von Heinrich IV. (King Henry IV) und Heinrich V. (King Henry V). Die Römerdramen werden trotz ihrer historischen Vorlagen nicht zu den Historiendramen gezählt, behandeln aber ebenfalls Politik und Machtkämpfe.

Obgleich das wohl bekannteste Liebesdrama aus Shakespeares Feder eine Tragödie ist, Romeo und Julia (Romeo and Juliet) nämlich, ist Liebe vor allem in den Komödien häufig das zentrale Thema, nicht selten gepaart mit einer Verwechslungsgeschichte – etwa in Der Kaufmann von Venedig (The Merchant of Venice) oder Ein Sommernachtstraum (A Midsummer Night’s Dream). Letzteres ist auch ein gutes Beispiel für ein beliebtes Stilmittel Shakespeares: Das Stück im Stück.

Auch übernatürliche Elemente sind Shakespeare nicht fremd. So lässt er Macbeth seine Zukunft von drei an die Moiren oder Parzen erinnernden Hexen weissagen. In Der Sturm und Ein Sommernachtstraum treten ebenfalls Wesen aus Mythologie und Volksglauben wie Elfen, Elementargeister, Hexen und Zauberer auf. Die Geister Verstorbener suchen sowohl Macbeth als auch Hamlet heim.

Werke

Die Dramen Shakespeares werden in drei größere Kategorien unterteilt. Zunächst wären da die Historiendramen, die wiederum in die York- und die Lancaster-Tetralogie aufgeteilt werden. Ebenfalls zu den Historiendramen zählen König Johann (King John) und Heinrich VIII. (King Henry VIII). Obwohl andere Dramen wie etwa Macbeth oder Julius Cäsar (Julius Caesar) auch eine historische Vorlage haben, werden sie nicht zu den Historiendramen gezählt.

Die zweite Hauptkategorie bilden die Komödien, die wiederum in heitere Komödien, Problemstücke und Romanzen unterteilt werden. Wichtige heitere Komödien sind etwa Verlorene Liebesmüh (Love’s Labour’s Lost), Der Widerspenstigen Zähmung (The Taming of the Shrew), Ein Sommernachtstraum, Der Kaufmann von Venedig und Viel Lärm um nichts (Much Ado about Nothing). Das bedeutendste Problemstück ist wohl Ende gut, alles gut (All’s Well That Ends Well). Die wichtigste Romanze stellt zweifelsohne Der Sturm dar.

Auch die dritte Hauptkategorie, die Tragödien, werden in drei Unterkategorien unterteilt: frühe Tragödien, Römerdramen und spätere Tragödien. Die wichtigste frühe Tragödie ist Romeo und Julia. Zu den Römerdramen zählen Julius Cäsar und Coriolanus. Die späteren Tragödien bilden Shakespeares wichtigste Schaffensphase und umfassen Macbeth, Hamlet, Othello, König Lear (King Lear) und das wenig bekannte Stück Timon von Athen (Timon of Athens).

Neben seinen Dramen zählen zu Shakespeares Werk fünf epische Versdichtungen und 154 Sonette.

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