Thomas Pynchon

Yvonne Kraus


Thomas Pynchon (vollständiger Name: Thomas Ruggles Pynchon, Jr.) ist ein US-amerikanischer Autor von Romanen und Kurzgeschichten. Er gilt als einer der bedeutendsten englischsprachigen Schriftsteller der Gegenwart und wichtiger Vertreter der literarischen Postmoderne. Während er inhaltlich und stilistisch nicht festgelegt ist, setzen sich seine Romane thematisch oft mit sozialpolitischen Themen auseinander. Dabei mischt Pynchon häufig literarisches Schreiben mit popkulturellen und folkloristischen Elementen, mit Themen aus Comics, modernen Sagen oder Verschwörungstheorien. Dabei gilt sein Werk allgemein als eher schwer zugänglich, am zugänglichsten sind noch Die Versteigerung von No. 49 und Vineland, wobei das erste für Pynchon auch untypisch kurz ist. Sein bekanntestes Werk ist Die Enden der Parabel, das unter anderem für den Pulitzer-Preis nominiert war, ihn jedoch nicht gewann, weil das Vergabekommittee dem Urteil der Jury nicht folgte, den Roman für unlesbar und teilweise obszön hielt und lieber keinen Preis vergab.

Die Einflüsse auf Pynchons Werk sind vielfältig und höchst unterschiedlich und reichen von James Joyce, Ludwig Wittgenstein und Vladimir Nabokov bis zu William S. Burroughs, Don DeLillo und Umberto Eco. Umgekehrt übte Thomas Pynchon großen Einfluss auf viele jüngere Schriftsteller aus, darunter David Foster Wallace, David Mitchell und Dave Eggers.

Vita

Thomas Pynchon wurde 1937 auf Long Island als Sohn einer alten neuenglischen Familie geboren. Später studierte er zunächst Physik, dann englische Literatur. Einer seiner Dozenten war Vladimir Nabokov. Pynchon unterbrach das Studium, um für zwei Jahre zur Navy zu gehen. 1963 veröffentlichte er seinen ersten Roman V. und schottete sich anschließend konsequent von der Außenwelt ab.

Veröffentlichungen

Thomas Pynchon hat insgesamt acht Romane geschrieben und darüber hinaus Kurzgeschichten veröffentlicht. Die Romane von Thomas Pynchon sind:

  • V., 1963
  • Die Versteigerung von No. 49 (The Crying of Lot 49), 1966
  • Die Enden der Parabel (Gravity’s Rainbow), 1973
  • Vineland, 1990
  • Mason & Dixon, 1997
  • Gegen den Tag (Against the Day), 2006
  • Natürliche Mängel (Inherent Vice), 2009
  • Bleeding Edge, 2013, bisher nicht auf Deutsch erschienen

Auszeichnungen

Auch wenn der Pulitzer-Preis knapp an ihm vorbei ging, wurde Thomas Pynchon mit wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet. Für Die Enden der Parabel erhielt er den National Book Award. Außerdem war er MacArthur Fellow, also Empfänger des Stipendiums, das an vielversprechende und kreative US-Amerikaner vergeben wird.

Privates

Thomas Pynchon lebt mit seiner Frau, die gleichzeitig seine Agentin ist, wahrscheinlich in Manhattan und legt großen Wert darauf, sein Privatleben vor den Medien zu schützen. Seine Zurückgezogenheit ist legendär und ist Teil eines jeden Berichts über ihn. Seit über vierzig Jahren spricht er nicht über Journalisten, es existieren nur sehr wenige Fotos von ihm – alle aus seiner Schul- und College-Zeit und über seine Identität gibt es wilde Spekulationen. Dennoch trat er in zwei Simpsons-Folgen als er selbst auf, gezeichnet mit einer Papier-Tüte über dem Kopf, auf der ein Fragezeichen aufgemalt ist. In den Folgen spricht er sich selbst; angeblich war er bereit, dies zu machen, weil sein Sohn ein großer Fan ist. Die Figur tritt in einer dritten Folge auf, allerdings stumm. Eine weitere Aufnahme von Pynchons Stimme wurde zur Veröffentlichung seines jüngsten Romans Bleeding Edge auf Youtube geschaltet.

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