Paul Auster

Redaktion


Paul Benjamin Auster, geboren 1947, gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Schriftstellern. Seine Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt und sind weltweit bekannt. Der US-amerikanische Autor ist auch als Kritiker, Regisseur, Herausgeber und Übersetzer tätig.

Leben

Paul Auster wuchs in New Jersey und New York auf. Er schrieb seine ersten Gedichte und Aufsätze mit zwölf Jahren. Der Sohn jüdischer Eltern war von klein auf ein begeisterter Leser und hatte schon früh den Wunsch, schriftstellerisch tätig zu werden. Nachdem es zur Scheidung seiner Eltern gekommen war, lebte Paul Auster mit seiner jüngeren Schwester bei der Mutter.

Neben der Literatur begeisterte sich Paul Auster auch für den Sport. Er spielte leidenschaftlich gerne Football, Baseball und Basketball. In den Sommerferien wurde er oft in ein Feriencamp geschickt, wo er mit vielen Außenseitern in Kontakt kam.

1966 schloss Paul Auster die High School ab. In den Jahren danach nahm er an Demonstrationen gegen den Krieg in Vietnam teil. Außerdem begegnete er Lydia Davis, einer Schriftstellerin und Übersetzerin.

Auster lebte zu Beginn der 1970er Jahre in Paris, wo er Samuel Beckett begegnete. In dieser Zeit arbeitete er für die New York Times. Im Anschluss an die Zeit in Paris hatte er einen Lehrauftrag an der Universität von Columbia. Außerdem schrieb er Lyrik. Seine finanzielle Lage war schwierig, sodass er neben seinem Hauptberuf als Übersetzer und Herausgeber für französische Literatur arbeitete. Er zog mit Lydia Davis in eine gemeinsame Wohnung, und das Paar heiratete im Herbst 1974.

Ein Stipendium im Jahr 1975 ermöglichte es Auster, sich stärker auf seine eigenen Werke zu konzentrieren, und er schrieb mehrere Gedichte und Einakter. 1977 kam sein Sohn zur Welt.

Als sein Vater 1979 starb, hatte Paul Auster durch die Erbschaft mehr finanzielle Sicherheit. In dem Roman„Die Erfindung der Einsamkeit gelang Auster die Annäherung an seinen Vater. Mit diesem Werk kam der Umschwung zur Prosa.

Bald darauf trennten sich Auster und seine erste Frau. 1981 lernte er Siri Hustvedt kennen, die Tochter eines Norwegisch-Professors. Im Sommer 1982 heirateten sie und 1987 kam ihre Tochter Sophie auf die Welt.

In den 1980er Jahren hatte Auster eine Professur an der Universität in Princeton. Die Familie wohnte einige Jahre in einem Haus bei Park Slope. Bei seinen zahlreichen Aktivitäten lernte Auster in den 1990er Jahren den Regisseur Wayne Wang kennen und drehte mit ihm zwei Filme. Weitere Kontakte führten zu interessanten Gemeinschaftsprojekten. So entstand das Buch Double Game, das Paul Auster zusammen mit Sophie Calle schrieb.

Inzwischen wohnt Auster in Brooklyn, in einem viktorianischen Haus in der Nähe des Prospect Parks. Im Namen der Literatur reist er viel durch die USA sowie durch Europa. In Deutschland sowie in Frankreich sind die Verkaufszahlen von Austers Romanen sogar höher als in seinem Heimatland. Von 2005 bis 2007 war er Vize-Präsident vom PEN American Center.

Themen

Zu den wichtigen Motiven in Paul Austers Werken gehört vor allem die Stadt New York. In dieser spielen sich die meisten Geschichten ab. Die Leser erkennen eine starke Selbstreferenz zwischen den verschiedenen Romanen, die teilweise auf Charaktere seiner früheren Kriminalromane zurückgreifen. Im Vordergrund steht dabei die Frage nach der eigenen Identität. Dieser wird teilweise in kleinen, abgeschlossenen Räumen nachgegangen, manchmal geht Auster aber auch in grenzenlos weiten Landschaften auf die Suche nach Antworten.

Häufig steht bei Paul Auster das Schreiben selbst im Mittelpunkt. Er benutzt sein Alter Ego, um auf die Sinnsuche zu gehen oder um bestimmte Ziele zu hinterfragen. Die Anekdoten lassen Rückschlüsse auf Austers eigene Entwicklung zu und zeigen immer wieder die große Belesenheit und die Begeisterung für große Dichter und Denker, beispielsweise Borges, Camus und Kafka. In einigen seiner Werke zeigen sich auch die Einflüsse von Psychoanalytikern wie Jacques Lacan.

Wichtigste Werke

Zu den bedeutenden Werken von Paul Auster gehört seine New-York-Trilogie, die 1987 publiziert wurde. Es handelt sich dabei um die drei Romane Stadt aus Glas, Schlagschatten und Hinter verschlossenen Türen. Die Protagonisten sind ein Krimiautor, der seine Identität wechselt, ein Detektiv und ein Schriftsteller, der das Leben eines anderen Autors übernimmt.

Romane

  • Mond über Manhattan
  • Nacht des Orakels
  • Reisen im Skriptorium
  • Unsichtbar
  • Sunset Park

Lyrik

  • Wall Writing
  • Facing the Music
  • Disappearances

Filme

  • Smoke
  • Lulu on the Bridge
  • Das Innenleben des Martin Frost

Essays

  • Die Erfindung der Einsamkeit
  • Das rote Notizbuch
  • Bericht aus dem Inneren

Auszeichnungen

  • 1984 Ingram Merrill Foundation Grant für Prosa
  • 1996 Bodil Awards – Bester Amerikanischer Film: Smoke
  • 1996 John William Corrington Award for Literary Excellence
  • 2007 Ehrendoktorwürde der Universität von Lüttich
  • 2007 Komtur des Ordre des Arts et des Lettres

Bildnachweis: Von David ShankboneEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

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