John Steinbeck

Redaktion


John Steinbeck gehört zu den erfolgreichsten US-amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Steinbeck schrieb viele Romane, Novellen und Erzählungen, arbeitete als Journalist und war während des Zweiten Weltkrieges als Kriegsberichterstatter tätig.

Leben

John Steinbeck kam am 27. Februar des Jahres 1902 in Salinas, im US-Bundesstaat Kalifornien, zur Welt. Sein Vater John Ernst Steinbeck arbeitete als Mühlenbetriebsleiter, seine Mutter Olive war als Lehrerin tätig.

John Steinbeck wuchs zusammen mit drei Schwestern auf. Seine Heimat prägte später auf vielfache Weise seine Bücher, die oftmals in der Gegend um Salinas spielten. Bereits während seiner Schulzeit schrieb Steinbeck kleine Geschichten und Erzählungen.

Sein Interesse an Literatur veranlasst ihn im Jahr 1919, sich um ein Stipendium an der Stanford University zu bewerben. Hier studierte er Englische und Klassische Literatur, Journalismus und Alte Geschichte. Darüber hinaus belegte Steinbeck viele weitere Kurse, die ihm für seine Arbeit als Schriftsteller nützlich erschienen.

Bald zeigte sich, dass John Steinbeck an einer Universität nicht richtig aufgehoben war. Der junge Schriftsteller vertiefte sich lieber in eigene Lektüren, als für Prüfungen zu lernen. In den Semesterferien arbeitete der Autor zudem als Farmer und in Fabriken. Später sollte sich herausstellen, dass die Erfahrungen, die Steinbeck in diesen Gelegenheitsjobs sammeln konnte, ungeheuer prägend für sein Werk waren.

Ohne Studienabschluss ging Steinbeck im Jahr 1925 nach New York, um als Journalist und freier Schriftsteller zu arbeiten. Hier blieb ihm der Erfolg verwehrt und er kehrte nach Kalifornien zurück. Hier begann Steinbeck mit der Veröffentlichung der ersten Romane.

Beachtung fand dabei der epische Roman Tortilla Flat aus dem Jahr 1935. Nachdem Steinbeck eine Reportage über verarmte Wanderarbeiter in Oklahoma verfasst hatte, gelang ihm im Jahr 1937 der literarische Durchbruch mit seiner Novelle Of Mice and Men. Sein sozialkritischer Roman beeindruckte Leser und Kritiker gleichermaßen und basierte auf den Erfahrungen, die Steinbeck als Journalist in Oklahoma sammeln konnte.

Der Roman The Grapes of Wrath brachte Steinbeck nicht nur viel Lob, sondern auch große Anfeindungen ein. Vielen erschien John Steinbecks Text als zu klassenkämpferisch. Das Buch wurde dennoch mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Im Zweiten Weltkrieg schrieb Steinbeck Theaterstücke und Drehbücher, unter anderem für Alfred Hitchcocks Lifeboat. Nach Ende des Krieges befasste sich der Literat mit neuen Themen. So prägte seine Bekanntschaft mit dem Meeresbiologen Ed Rickett zunehmend sein literarisches Schaffen.

Dem Schriftsteller fiel es zudem schwer, wieder an die alten Erfolge anzuknüpfen. Vielmehr arbeitete Steinbeck abermals als Journalist und verfolgte die Nürnberger Prozesse von der Pressetribüne aus. Anfang der 1950er Jahre zog Steinbeck wieder nach New York. In dieser Zeit unternahm der Autor viele Reisen, während der er neues Material für seine Bücher sammeln wollte. Bereits im Jahr 1952 entstand mit East of Eden ein wiederum sehr erfolgreiches Buch, das die Geschichte zweier amerikanischer Familien zwischen Bürgerkrieg und Erstem Weltkrieg erzählt. Das Buch wurde kurze Zeit später mit James Dean in der Hauptrolle verfilmt.

In den 1960er Jahren engagierte sich der Schriftsteller wieder politisch und half dem amerikansichen Präsidenten Lyndon B. Johnson bei seinem Projekt einer gerechteren Gesellschaft. Steinbeck setzte sich insbesondere für die Aufhebung der Rassentrennung in den Vereinigten Staaten ein. Am 20. Dezember 1968 erlag John Steinbeck in New York einem Herzversagen.

Themen

John Steinbeck gehörte zu den meistgelesenen Autoren des 20. Jahrhunderts. Seine Werke Of Mice and Men und The Grapes of Wrath gehören nach wie vor zum Lehrplan vieler amerikanischer Schulen. Der Schriftsteller hat seine Bücher zumeist im realistischen Stil des Naturalismus geschrieben. Selten gibt es Anklänge ins Phantastische.

In seinen frühen Werken bestimmten die Armen und Entrechteten die Handlung. So erzählt Of Mice and Men die Geschichte der Landarbeiter Lennie und George, die auf der Suche nach einem besseren Leben an den widrigen Umständen ihrer Zeit scheitern. The Grapes of Wrath beschreibt hingegen das Leben der Familie Joad, die nach vielen schlechten Ernten ihre Farm verliert und mit ihrem verbliebenen Hab und Gut nach Kalifornien aufbricht. Hier finden sie aber kein besseres Leben, sondern nur Ausbeutung, Rassismus und keine Solidarität.

In seinen frühen Werken thematisiert Steinbeck oftmals die soziale Ungerechtigkeit in den USA und beschreibt sie als Ursache für die vielen gesellschaftlichen Probleme im Land.

In seinem Roman East of Eden stehen hingegen die Abgründe der menschlichen Seele im Vordergrund. Die Geschichte der Brüder Caleb und Aron soll zeigen, dass es kein Schicksal gibt, sondern der Mensch sich selbst zwischen Gut und Böse entscheiden kann. Der Reisebericht Travels with Charley: In Search of America nimmt hingegen eine Sonderstellung in Steinbecks Werk ein. Hier schildert der Literat Gespräche und Begegnungen mit Menschen, die er auf einer Reise quer durch die USA traf. Auf diese Weise entsteht ein facettenreiches Bild der amerikanischen Gesellschaft. Dabei zeigt sich auch John Steinbecks Gespür für Natur und Umwelt. John Steinbeck stellte in seinen Büchern den Menschen als Teil der Natur und nicht als deren Herr dar. Diese Haltung machte Steinbeck zu einem der ersten „grünen“ Denker des 20. Jahrhunderts.

Werke

  • Of Mice and Men, 1937
  • The Grapes of Wrath, 1939
  • Cannery Row, 1945
  • A Russian Journal, 1948
  • East of Eden, 1952
  • Travels With Charley: In Search of America, 1962

Auszeichnungen

Im Jahr 1940 erhielt John Steinbeck für seinen Roman The Grapes of Wrath den Pulitzer-Preis. Dieser stellt den wichtigsten amerikanischen Literatur- und Medienpreis dar. Im Jahr 1962 erhielt Steinbeck zudem den Nobelpreis für Literatur. Die Akademie lobte damals „seine einmalige realistische und phantasievolle Erzählkunst, gekennzeichnet durch mitfühlenden Humor und sozialen Scharfsinn“. Darüber hinaus war der Schriftsteller dreimal für den Oscar nominiert.  zwei Mal in der Kategorie Beste Originalgeschichte und einmal in der Kategorie für Bestes Originaldrehbuch.

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