Das Schulsystem der USA

Yvonne Kraus


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Wahrscheinlich hast du in US-amerikanischen Filmen oder Serien schon erste Einblick in das Schulsystem der USA bekommen: Die Schüler*innen essen zusammen zu Mittag, wechseln zwischen den einzelnen Stunden immer die Räume und treffen sich an den Schließfächern, wo sie ihre Bücher aufbewahren. Sie gehen zur Elementary School oder zur High School und fahren mit dem Bus nach Hause. In diesem Artikel haben wir dir alles Wissenswerte darüber zusammengestellt, was es bedeutet, in den USA zur Schule zu gehen.

Unterschiedliche Schulformen

In Deutschland werden unterschiedliche Schulformen entsprechend der Begabung bzw. der Schulnoten in der Grundschule besucht. So etwas gibt es in den USA nicht. Alle Kinder und Jugendlichen eines Jahrgangs werden gemeinsam unterrichtet. Zwar gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für verschiedene Schulen, diese hängen jedoch davon ab, welche Jahrgangsstufen sie umfassen. Dies kann von Schulbezirk zu Schulbezirk unterschiedlich sein.

Das Schulsystem für die unterschiedlichen Altersstufen

Vor der Schule

In den USA werden Kinder normalerweise mit 5 Jahren eingeschult. Da viele Eltern berufstätig sind, gibt es auch Betreuungsangebote vor dem Schuleintrittsalter. Anders als in Deutschland werden diese jedoch weitestgehend privat finanziert. Da es keine bezahlte Elternzeit und keinen Anspruch auf Freistellung gibt, gehen viele Kinder bereits mit 3 Monaten in eine sogenannte Nursery oder Day Care-Einrichtung.

Primary Education

Die Schulzeit beginnt mit den Elementary oder Primary Schools. Das erste Jahr wird als kindergarten bezeichnet, zählt jedoch zur Grundschulzeit. Darauf folgt die eigentliche Elementary School. Diese kann bis zur 4., 5., 6. oder 8. Klasse gehen – abhängig davon, welche weiterführenden Schulen es im Schulbezirk gibt.

Secondary Education

Secondary Schools gibt es ab der 7. Klasse. Manchmal teilen diese sich in Junior und Senior High School auf, oder es gibt eine Middle School von der 5. bis zur 8. Klasse, woraufhin man dann eine High School besucht.

Die High School führt zu dem Schulabschluss, den fast alle US-Amerikaner erlangen. Sie dauert klassischerweise 4 Jahre und die einzelnen Stufen haben besondere Namen. Die 9. Klasse wird Freshmen genannt, die 10. Sophomores, die 11. Juniors und die 12. Seniors. Nach der 12. Klasse endet die allgemeine Schulpflicht in den USA.

Nach der Schule

Nach der Schule kann man auch in den USA studieren. Manche Einrichtungen sind darauf spezialisiert, Studierende nur bis zum Bachelor-Abschluss auszubilden. Dies sind in der Regel Colleges. Um einen Master-Abschluss zu erlangen, geht man in sogenannte postgraduates Programme, also Studiengänge, die man nach einem Abschluss (dem Bachelor) besucht. Für bestimmte Fachrichtungen (Jura, BWL, Medizin) gibt es eigene Bezeichnungen wie Law School, Business School, Medical School. Anschließend kann man promovieren, wenn man möchte.

In der Schule

Klassenverbände

In den USA ist es üblich, dass Klassenverbände nur für ein Jahr lang aufrechterhalten werden. Sie richten sich nach der Lehrerin oder dem Lehrer, die die Klasse unterrichten und beispielsweise immer für die 4. Klasse zuständig sind. Ab der High School gibt es gar keine Klassenverbände mehr. Stattdessen wird in Kursen unterrichtet, wie in der deutschen Oberstufe.

Unterrichtszeiten

Die Schulen in den USA sind alle Ganztagsschulen. Alle Schüler*innen beginnen morgens zur selben Zeit und hören nachmittags gemeinsam auf. Meistens nehmen sie dann den Bus, um nach Hause zu fahren.

Mittagessen

US-amerikanische Schulen haben Kantinen, in denen es gemeinsames Mittagessen gibt. Das Schulessen nimmt eine viel größere und wichtigere Rolle ein als bei uns.

Zensuren

Die Noten in den USA werden nicht mit Zahlen, sondern mit Buchstaben bezeichnet. Ein A ist die beste Note, die in etwa einer deutschen 1 entspricht, danach kommen B, C und D. Ein E gibt es in der amerikanischen Notenvergabe nicht. Das F steht für failed – mit einem F fällt man also durch bzw. besteht die Prüfung nicht.

Schuluniformen

Zwar gibt es an vielen amerikanischen Schulen dress codes, d.h. die Schüler*innen müssen zum Beispiel eine dunkle Hose oder einen dunklen Rock und Blazer tragen, aber es gibt meist keine offizielle Schuluniform. So bleibt genügend Platz für Individualität bei der Kleiderwahl.

Private und öffentliche Schulen in den USA

Die meisten Schulen in den USA sind öffentliche Schulen. Zwar gibt es auch private Schulen, diese sind jedoch meist sehr teuer und werden daher nur von sehr wenigen besucht.

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