Reported Speech – die indirekte Rede im Englischen

Alexander Rüter


Wenn wir jemandem berichten, was ein anderer gesagt hat, dann nutzen wir die indirekte Rede, im Englischen Reported Speech oder auch Indirect Speech genannt. Ein Beispiel: Ein Freund erzählt dir, dass er sich krank fühlt und sagt: “I am feeling sick.“ Du erzählst das einer gemeinsamen Freundin und berichtest ihr: “He said that he was feeling sick.“

Das Tolle an der Reported Speech ist, dass sie im täglichen Sprachgebrauch sehr nützlich ist und man sie in vielen verschiedenen Situationen verwenden kann – sei es wenn du dich mit jemandem unterhältst und Aussagen von anderen Personen wiedergeben möchtest, oder in Texten, die du schreibst oder liest. In Texten findest du die indirekte Rede vor allem in Zeitungsartikeln oder Berichten. Du lernst also etwas ganz Praktisches, das du ständig einsetzen kannst. Alles, was du dazu wissen musst, erfährst du im Folgenden.

So bildest du die indirekte Rede im Englischen

Wenn du die Aussage eines anderen in indirekter Form wiedergibst, ist die Aussage nicht mehr dieselbe – denn du berufst dich ja damit auf andere. Du sagst was jemand anderes gesagt hat. Dies spiegelt sich auch grammatikalisch wieder: Die Zeit, in der der Satz steht, Pronomen, Zeit- und Ortsangaben und sowie Modalverben müssen eventuell angepasst werden. Natürlich fallen auch die Anführungszeichen weg, denn diese sind ja gerade das Satzzeichen für die direkte Rede.

In der indirekten Rede im Englischen wird ein einleitendes Verb (= reporting verb) verwendet (z.B. to sayto whisperto shout). Dieses kann in der Vergangenheit oder in der Gegenwart stehen. Diesem Begleitsatz folgt dann die indirekte Aussage, die du durch that einleiten kannst, aber nicht musst.

Steht das reporting verb in einer Zeitform der Vergangenheit (past tense oder past perfect) (z.B. saidaskedshoutedwhispered, had asked, had said…), musst du Zeit- und Ortsangaben, Modalverben und Pronomen  ändern. Wie du das machst, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Beispiel:

  • Direkte Rede: Holly: “We are going on holiday in August.“
  • Indirekte Rede in der Gegenwart: Holly says (that) they are going on holiday in August.
  • Indirekte Rede in der Vergangenheit: Holly said (that) they were going on holiday in August.

Zeitformen

Im Folgenden zeigen wir dir, in welchen Fällen du in der indirekten Rede im Englischen Änderungen an der Zeitform vornehmen musst.

Steht das reporting verb in der Vergangenheit past tense, verschiebt sich die Zeit um jeweils eine Stufe weiter in die Vergangenheit.

Beachte: Bei den Zeitformen gilt: simple bleibt simple und progressive bleibt progressive.

Direkte RedeIndirekte Rede
simple presentsimple past
present progressivepast progressive
simple pastpast perfect
past progressivepast perfect progressive
present perfect simplepast perfect simple
present perfect progressivepast perfect progressiv
past perfect simplepast perfect simple
past perfect progressivepast perfect progressive
will-futureConditional I
going to-futurewas/were going to
Conditional IIConditional II
future II (vollendete Zukunft)Conditional II
Keine Zeitenverschiebung musst du vornehmen,

1. wenn das reporting verb in der Gegenwart (present tense) steht. Du musst dann, sofern keine Ortsangabe gemacht wird und Sprecher und „Berichter“ sich an einem anderen Ort befinden, außer den Pronomen nichts ändern und kannst die Aussage genau so übernehmen. Beispiel:

  • Direkte Rede: Holly: “My dog is 5 years old.“
  • Indirekte Rede: She says (that) her dog is 5 years old.

2. wenn das Verb in der direkten Rede in der Gegenwart (present simple oder present progressive), im Perfekt (present perfect) oder in der Zukunft (will-future) steht und die Aussage immer noch gültig oder noch gar nicht geschehen ist. Beispiele:

  • Simple Present: Direkte Rede: Howard: “My dad is a gardener.“ Indirekte Rede: Howard told me (that) his dad is a gardener. (trifft immer noch zu)
  • Present Progressive: Direkte Rede: Laura: “I am going on holiday in September.“ Indirekte Rede: She said (that) she is going on holiday in September. (noch nicht geschehen)
  • will-future: Direkte Rede: Dad: “I will help you with your homework.“ Indirekte Rede: He promised (that) he will help me with my homework. (noch nicht geschehen)

Pronomen

In der indirekten Rede im Englischen werden andere Pronomen verwendet als in der direkten Rede, weil sich die Perspektive ändert. Denk daran, dass sich bei he und she auch die Form des Verbs ändert.

Direkte Rede
Indirekte Rede
I / we
he, she / they
you
I, we

Beispiel:

  • Direkte Rede: Oedipa: „I am working on the case. You should help me solve the crime“
  • Indirekte Rede: Oedipa said that she was working on the case. Then she added that I should help her solve the crime.

Zeit- und Ortsangaben

Zeit- und Ortsangaben ändern sich in der indirekten Rede im Englischen, da die indirekte Rede zu einem späteren Zeitpunkt und häufig an einem anderen Ort als die direkte Rede stattfindet.

Direkte Rede
Indirekte Rede
today
that day
tonight
that night
ago
before
yesterday
the day before / the previous day
the day before yesterday
two days before
last week / last year
the previous week / year / the week / year before
tomorrow
the next day / the following day
the day after tomorrow
in two days time / two days later
next week / next year
the following week / the following year
now
then
here
there
this
that
these
those

Beispiel:

  • Direkte Rede: Molly: „I worked in the garden yesterdayTomorrow I’m going to stay inside.“
  • Indirekte Rede: Molly said that she worked in the garden the day before. Then she said that she is going to stay inside the next day.

Modalverben

Die folgenden Modalverben verändern sich in der indirekten Rede im Englischen.

Direkte Rede
Indirekte Rede
can (Fähigkeit in der Gegenwart)
could
can (Fähigkeit in der Zukunft)
would be able to
may (Möglichkeit)
might
may (Erlaubnis in der Gegenwart)
could
may (Erlaubnis in der Zukunft)
would be allowed to
must (Verpflichtung in der Gegenwart)
had to
must (Verpflichtung in der Zukunft)
must / would have to
shall (Zukunft)
would
shall (Vorschlag)
should
will
would
needn’t (Notwendigkeit in der Gegenwart)
didn’t have to / didn’t need to
needn’t (Notwendigkeit in der Zukunft)
wouldn’t have to

WichtigMightshouldwouldcouldmustn’t und ought to bleiben unverändert.

Beispiel:

  • Direkte Rede: Jay: „I can dance. I may be the best dancer in town.“
  • Indirekte Rede: Jay said that he could dance. Then he told me that he might be the best dancer in town.

Aufforderungen und Befehle

Bei einer Aufforderung oder einem Befehl sagt dir jemand, dass du etwas tun sollst. In der direkten Rede wird dafür der Imperativ verwendet.

Indirekte Aufforderungen und Befehle werden im Englischen meist mit dem Verb told eingeleitet.

Beispiel: 

  • Direkte Aufforderung: George: “Feed the dogs!“
  • Indirekte Aufforderung: George told me to feed the dogs.

Da indirekte Aufforderungen und Befehle mit der Infintiv-Form (to + Verb) gebildet werden, musst du dir um Zeitenverschiebung keine Gedanken machen.

Indirekte Fragen

Bei indirekten Fragen ändert sich die Wortstellung von Subjekt und Verb. Während in der direkten Frage das Subjekt nach dem Verb steht, hat die indirekte Frage die grammatikalische Form einer Aussage und daher die Reihenfolge Subjekt – Prädikat – Objekt. Das ist die Reihenfolge, die du schon aus ganz normalen englischen Sätzen kennst. Die Wortstellung in indirekten Fragen ist dieselbe wie in indirekten Aussagen. Außerdem verschiebt sich die Zeit, in der die Frage steht, um eine Stufe in die Vergangenheit.

W-Fragewörter wie wherewhowhywhenhow oder what bleiben unverändert. Kommt in der direkten Frage kein W-Fragewort vor, verwendest du if oder whether.

In indirekten Fragen fällt das Fragezeichen weg. Nach asked wird kein Komma gesetzt. Beispiel: 

  • Direkte Frage: Paula: “Where are my keys?
  • Indirekte Frage: Paula asked where her keys were.

Kann eine Frage nur mit Ja oder Nein beantwortet werden, verwendest du in der Regel ifBeispiel: 

  • Direkte Frage: John: “Are you going out tonight?“
  • Indirekte Frage: John asked if I was going out that night.

Bei Fragen, bei denen es mehrere Alternativen gibt, verwendest du whetherBeispiele: 

  • Direkte Frage: Hannah: „Do you speak French?“
  • Indirekte Frage: She asked me if I spoke French.
  • Direkte Frage: Jamie: „Are they coming on Saturday or Sunday?“
  • Indirekte Frage: He asked whether they were coming on Saturday or Sunday.

Kommt in der direkten Frage das Hilfszeitwort do/did vor, fällt dieses in der indirekten Frage weg. Beispiel: 

  • Direkte Frage: Samantha: “Where do your parents live?“
  • Indirekte Frage: Samantha asked him where his parents lived.

Indirekte Aussagen über bleibende Fakten

Wenn in der indirekten Rede im Englischen über einen allgemein gültigen Sachverhalt bzw. eine Tatsache berichtet wird, muss die Zeitform nicht zwingend um eine Zeitstufe in die Vergangenheit verschoben werden, da die Tatsache im Moment, in dem du sie berichtest, immer noch gültig ist. Zeitverschiebung ist aber niemals falsch.

Beispiele: 

  • Direkte Rede: Jason: “Tokyo is the largest city in the world.“
  • Indirekte Rede: Jason said (that) Tokyo is the largest city in the world.
  • Indirekte Rede: Jason said (that) Tokyo was the largest city in the world.

Beide Varianten sind richtig, jedoch kannst du mit “Jason said (that) Tokyo was the largest city in the world.” andeuten, dass du seine Aussage anzweifelst. Dieser Effekt hängt aber auch vom Kontext ab, in dem du darüber sprichst, was Jason gesagt hat.

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