Relative Clauses: Relativsätze im Englischen

Redaktion


In vielen Fällen ist die Grammatik der englischen Sprache unkomplizierter als die der deutschen: Statt der, die und das kommt man zum Beispiel mit einem einfachen the aus, die Liste der unregelmäßigen Verben ist deutlich überschaubarer und auf den Unterschied zwischen Duzen und Siezen wird komplett verzichtet. Eine Ausnahme stellen wir dir in diesem Artikel vor.

Warum du dich mit Relativsätzen im Englischen beschäftigen solltest

Bei den Relativsätzen sieht die Sache nämlich leider anders aus: Während es im Deutschen eigentlich nur den Unterschied zwischen mit Komma oder falsch gibt, hat ein Komma vorm Relative Clause, dem Relativsatz im Englischen, direkten Einfluss auf die Bedeutung dieses Satzes.
Tipp: Unser Arbeitsheft zu Relativsätzen im Englischen
Wie genau das funktioniert und worauf du achten musst zeigen wir dir hier.

Was sind Relativsätze überhaupt genau?

Als Relativsatz wird eine bestimmte Art des Nebensatzes bezeichnet, mit dem zusätzliche Informationen zu einem Gegenstand oder einer Person geliefert werden. Im Deutschen sind sie durch ein Komma und ein darauffolgendes Relativpronomen oder Relativadverb zu erkennen. Hier ein paar Beispiele: Relativpronomen:
  • Der Kaktus, den ich gestern gekauft habe,….
  • Die Katze, die ich gestern gestreichelt habe,…
  • Das Buch, das ich gestern gelesen habe,…
Relativadverbien:
  • Der Laden, wo ich den Kaktus gekauft habe,…
  • Der Moment, als ich die Katze gestreichelt habe,…
  • Die Art, wie ich das Buch gelesen habe,…
Natürlich gibt es auch kompliziertere Kombinationen, wie beispielsweise
  • Das Geld, mit dem ich den Kaktus gekauft habe,… oder
  • Die Katze für deren Zuneigung ich mich ganz schön anstrengen musste,…
Aber an der Kommasetzung ändert sich auch dabei nichts.

Relativpronomen im englischen Relative Clause

Im Englischen sind Relativsätze allerdings flexibler in ihrem Aufbau, und je nachdem, was der Satz ausdrücken soll, ist ein Komma entweder notwendig oder, anders als bei uns, sogar tatsächlich falsch. Wörter, die im Englischen auf einen Relativsatz hindeuten können, sind zum Beispiel: Anstelle von der, die und das: who oder which (je nachdem ob es sich um ein Subjekt oder Objekt handelt) und that (unabhängig von Subjekt oder Objekt).
  • The man who helped me…
  • The map which led me to…
  • The bus that I took…
Leider helfen diese Marker aber nicht so zuverlässig dabei, einen Relativsatz zu erkennen, wie im Deutschen, denn: Es gibt auch Sätze, die immer noch funktionieren, wenn man die Pronomen einfach weglässt. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Relativsatz ein eigenes Subjekt hat.
  • The book (that) I have read…
  • The boy (that/which) I know from school…
  • The party (that) I am planning…
In diesen Fällen erkennst du den Relativsatz nicht am Komma (wie du siehst gibt es in den drei Beispielen nämlich keins), sondern nur am Satzbau. Nach einem Substantiv (oder Satzteil) – zum Beispiel the book  – folgt sofort der Relativsatz I have read. Wenn du diesen Teil gemeistert hast, gilt es, sich mit der Kommasetzung zu beschäftigen. Hier gibt es im Englischen nämlich einen Unterschied zwischen nicht bestimmenden und bestimmenden Relativsätzen. In der deutschen Grammatik macht das keinen Unterschied in der Schreibweise, im Englischen aber schon.
Tipp: Unser Arbeitsheft zu Relativsätzen im Englischen

Was sind bestimmende Relativsätze?

Bestimmende Relativsätze sind Relativsätze, die dazu da sind, genauer zu erklären, um welche Person oder um welchen Gegenstand es geht. Wenn man zum Beispiel etwas über eine bestimmte Person erzählen möchte, deren Namen man selbst oder das Gegenüber nicht kennt, oder einen bestimmten Gegenstand aus einer Ansammlung ähnlicher Gegenstände hervorheben möchte:
  • Die Frau, die die ganze Zeit mit ihrem Hund geredet hat,…
  • Die Wolke, die aussah wie ein Piratenschiff,…

Was sind nicht bestimmende Relativsätze?

Nicht bestimmende Relativsätze sind im Gegensatz dazu solche, bei denen schon bekannt ist, wen oder was man meint. Man bestimmt also nicht mehr, sondern beschreibt eine Eigenschaft oder Tätigkeit einer oder mehrerer Personen oder Gegenstände:
  • Mein Vater, der absolut nichts über Fußball weiß,…
  • Katzen, die dafür bekannt sind, Dinge über Kanten zu schubsen,…

Und was hat das jetzt mit der Kommasetzung zu tun?

In den Beispielsätzen kannst du sehen, dass im Deutschen beide Arten von Relativsätzen mit einem Komma beginnen. Im Englischen ist das aber nur bei den nicht bestimmenden Relativsätzen der Fall. Bestimmende Relativsätze:
  • The woman who was talking to her dog the whole time…
  • The cloud that looked like a pirate ship…
Nicht bestimmende Relativsätze:
  • My father, who knows absolutely nothing about football,…
  • Cats, which are known for pushing objects over edges,…
Wenn du dir beim Verfassen von Relativsätzen im Englischen also nicht sicher bist, ob du ein Komma setzen solltest oder nicht, hilft dir die Folgende Frage: Wird mit dem Relativsatz eine Eigenschaft von etwas oder jemandem beschrieben, oder wird die Eigenschaft benutzt, um das Objekt oder die Person zu bestimmen, um das/die es sich handelt? Sei dir außerdem im Klaren darüber, dass du das Ergebnis nicht einfach für einen Satz auswendig lernen und dann immer wieder benutzen kannst: Es kommt nicht auf die benutzten Wörter, sondern auf die Bedeutung des Satzes an:
  • The woman who stole my shoe… und
  • The woman, who stole my shoe,…
sind beides korrekte Konstruktionen, sie sagen nur unterschiedliche Dinge aus.
Und wenn du nicht aufpasst, kann das die Aussage, die du eigentlich niederschreiben möchtest, stark verändern: Children, who enjoy playing, should not be hit. In diesem Fall besagt der Satz nur unabhängig voneinander, dass Kinder gern spielen und nicht geschlagen werden sollten. Children who enjoy playing should not be hit. Ohne das Komma hingegen besagt dieser Satz, dass die Kinder, die gern spielen, nicht geschlagen werden sollten. So formuliert impliziert das, dass es okay ist, die anderen Kinder zu schlagen. Ob du bestimmende oder nicht bestimmende Relativsätze benutzt, kann also eine empfindliche Angelegenheit sein, und es lohnt sich, immer wenn du Relativsätze benutzt, noch einmal kurz darüber nachzudenken. Wir wünschen dir von jetzt an viel Erfolg und Spaß bei Verfassen von grammatikalisch einwandfreien Relativsätzen!
{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}