Beim Lernen einer Fremdsprache besteht immer die Gefahr, dass man zwar im Grunde alle Vokabeln weiß, die man braucht, um einen Satz wörtlich zu übersetzten, aber die Grammatik dies nicht eins zu eins zulässt. In manchen Fällen bekommt man mit der Zeit durch Übung ein Gefühl dafür, wie ein Satz in der Fremdsprache konstruiert werden sollte. Aber manchmal, zum Leidwesen aller Beteiligten, muss man es leider doch zuerst ganz stumpf und theoretisch lernen, um peinliche Fehler zu vermeiden.

Ein Fall, in dem letzteres zutrifft, sind die If-Sätze, im Englischen conditional clauses oder if-clauses genannt. Hier lässt das Gefühl für den richtigen Satzbau oft auch fortgeschrittene Lerner im Stich: Welche Zeit muss man nochmal wann benutzen, kommt da ein Komma hin, und wann darf ich welches Wort wo einsetzen?

In dieser Übersicht zeigen wir dir die wichtigsten Regeln und Kniffe.




Was sind If-Sätze und wie werden sie verwendet?

If-Sätze, im Englischen if-clauses oder conditional clauses, werden dazu genutzt, bedingende Zusammenhänge zwischen Ereignissen oder Umständen herzustellen. condition bedeutet Bedingung, daher kommt auch die Bezeichnung conditional clause.

Grundsätzlich stellen If-Sätze Zusammenhänge in der Form da „Wenn X, dann Y“. Ins Deutsche kann if entweder mit  falls oder wenn übersetzt werden. Zwar gibt es auch im Englischen das Wort when in diesem Zusammenhang, es hat dort aber eine etwas eingeschränktere Bedeutung als unser wenn: Während wir üblicherweise das wenn benutzen, und falls nur dazu dient, explizit hervorzuheben, dass wir den im Satz beschriebenen Umstand für unwahrscheinlich halten, ist es im Englischen umgekehrt: Hier ist das häufiger genutzte Wort if und when wird nur verwendet, um zu betonen, dass es ganz sicher ist, dass der beschriebene Umstand eintritt, und hier lediglich der Zeitpunkt den Zusammenhang zwischen Bedingung und Resultat herstellt.

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Als Beispiele dazu:

„Wenn ich morgen in die Schule gehe…“ kann gleichermaßen bedeuten, dass noch nicht klar ist, ob die Person tatsächlich in die Schule geht, oder aber auch, dass etwas zu dem Zeitpunkt geschehen wird, wenn sie zur Schule geht.
„When I go to school tomorrow…“ besagt explizit, dass es klar ist, dass die Person zur Schule gehen wird.
„If I go to school tomorrow…“ hat die erste Bedeutung unseres „wenn“ oben.
„Falls ich morgen in die Schule gehe…“ deutet darauf hin, dass die Person eher nicht davon ausgeht, zur Schule zu gehen.

Typen von If-Clauses

Typ 1: Realer Bedingungssatz

Unter einem realen Bedingungssatz versteht man die Art von If-Sätzen, deren tatsächliches Eintreten möglich ist, weil es in der Zukunft liegt.

Im Deutschen etwa:

„Wenn Papa morgen wieder kocht, bestelle ich mir eine Pizza.“

Im Englischen wird im realen Bedingungssatz in dem If-Teil das simple present verwendet, während der andere Teil im will-future steht.

„If Dad cooks again tomorrow, I will order a pizza.“

Die Reihenfolge der beiden Satzteile kann auch umgedreht werden, wird dann allerdings ohne Komma geschrieben, also:

„I will order a pizza if Dad cooks again tomorrow.“




Typ 2: Irrealer Bedingungssatz

Irreale Bedingungssätze sind If-Clauses, deren Realisierung ziemlich unwahrscheinlich, aber nicht völlig unmöglich ist.

Zum Beispiel:

„Wenn ich ein Auto hätte, müsste ich nicht mit dem Bus zur Schule fahren. „

Im Englischen ist in den conditional clauses nun der If-Teil im simple past und der Hauptsatz im conditional I geschrieben.

„If I had a car, I wouldn’t have to take the bus to school.“
„I’d be happy if the bus stopped near my house.“

Typ 3: Unmöglicher Bedingungssatz

Wenn das, worauf sich der If-Satz bezieht, bereits in der Vergangenheit liegt und nicht erfüllt wurde, wird der dritte Typ, der unmögliche Bedingungssatz verwendet.

Im Deutschen:

„Hätte ich nicht die ganze Tüte Chips aufgegessen, wäre mir danach nicht so schlecht gewesen.“

In englischen Conditional clauses wird im If-Teil das present perfect und im Haupsatz das conditional II verwendet.

„If I had not eaten the entire bag of crisps yesterday, I wouldn’t have felt so sick afterwards.“

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Was ist bei der Konstruktion von Conditional Clauses zu beachten?

Neben der bereits im Zusammenhang des realen Bedingungssatzes erwähnten Kommaregelung (fängt der Satz mit dem If-Satzteil an, folgt auf ihn ein Komma, beginnt der Satz mit dem anderen Teil, wird das Komma weggelassen) gibt es noch eine weitere wichtige Regel, auf deren Umsetzung man jede If-Clauses-Konstruktion prüfen sollte: Wo befindet sich das will oder would im Satz?

Auf gar keinen Fall nämlich dürfen in den Conditional Clauses die beiden Satzteile vermischt werden: Es darf sich entweder ein if ODER ein would oder will im Satzteil befinden, nicht aber beides.




Beispiele für falsche Konstruktionen sind:

„If Dad would cook again tomorrow, I will order a pizza.“
„If I would have a car, I wouldn’t have to take the bus to school.“
„I would be happy if the bus would stop near my house.“

Wir hoffen, dass dir diese Tipps beim Formulieren fehlerfreier und eleganter If-Sätze weiterhelfen und wünschen dir viel Erfolg dabei!

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