Mit den englischen Mengenangaben tun sich vor allem deutschsprachige Schülerinnen und Schüler schwer – denn die Quantifiers sind spezifischer als im Deutschen. Worauf du dabei achten musst, erklären wir dir in diesem Artikel.

Worauf du bei der Verwendungen von Quantifiers achten musst

Wenn du nicht mehr lange auf etwas warten kannst, hast du vielleicht wenig Zeit oder sogar nur wenige Minuten – in jedem Fall aber „wenig“. Im Deutschen verwendest du für beides dasselbe Wort, sodass es uns seltsam vorkommt, wenn hier plötzlich eine Unterscheidung getroffen wird.




Im Englischen aber sagst du bei Zeit a little und bei Minuten a few – obwohl doch beide Male gemeint ist, dass jeweils nur eine geringe Menge davon da ist. Der Unterschied, der uns so gar nicht direkt auffällt: Minuten kann man zählen, Zeit nicht – zumindest nicht, ohne sie in zählbare Einheiten zu „übersetzen“; also eben in Minuten oder Stunden.

Englische Mengenangaben unterscheiden immer danach, ob etwas zählbar ist oder nicht. Für Substantive, die nicht zählbare Dinge bezeichnen, wird dann immer ein anderer Quantifier verwendet, auch, wenn grundsätzlich dasselbe gemeint ist. Im Deutschen unterscheiden wir nicht so streng, aber es gibt auch einige Mengenangaben, die nur für zählbare Substantive verwendet werden können. Du kannst zum Beispiel ein paar Minuten länger bleiben, aber nicht ein paar Zeit.

Und eine weitere Unterscheidung gibt es: bei der Mengenangabe some bzw. any macht es einen Unterschied, ob der Satz, in dem sie verwendet wird, positiv oder negativ formuliert wird, also ob ich ein paar habe oder nicht. Dazu findest du weiter unten mehr Informationen.

Englische Mengenangaben – das sind die wichtigsten

much – many

much und many haben dieselbe Bedeutung: viel. many wird jedoch bei zählbaren Gegenständen verwendet, much bei nicht zählbaren Substantiven. Ein Fluss kann also much water haben, an seinem Ufer aber many animals. Wasser ist also offensichtlich nicht zählbar, Tiere dagegen schon.




Wie kannst du nun feststellen, ob ein Substantiv zählbar ist oder nicht? Zum einen kannst du die Probe im Deutschen machen und einfach versuchen durchzuzählen: ein Tier, zwei Tiere, drei Tiere… Das hört sich richtig und normal an, also sind Tiere zählbar. Bei Wasser hört es sich aber auch einigermaßen in Ordnung an: ein Wasser, zwei Wasser… Das hast du vielleicht im Restaurant schon einmal bestellt. Hier besteht die Tücke in der Umgangssprache: Wir meinen mit „zwei Wasser“ nämlich eigentlich zwei Gläser mit Wasser und haben uns an diese Verkürzung gewöhnt. Wenn du dir daher nicht sicher bist, überlege, ob Wasser (oder ein anderes Beispiel) für sich genommen klar in Einheiten abgegrenzt werden kann, ohne etwas anderes wie ein Glas dazuzunehmen. Wenn die Antwort nein lautet, bezeichnet das Substantiv etwas nicht Zählbares.

a little – a few

a little und a few sind das Gegenteil von much und many – beide bezeichnen wenig. a little steht bei nicht zählbaren Substantiven, a few bei zählbaren. Beispiel: a little money – a few coins. Hier hast du eventuell bei der Bestimmung ähnliche Schwierigkeiten wie beim Wasser. Schließlich kann man Geld ganz sicher zählen, du hast es bestimmt schon selbst gemacht.

Wir sprechen hier aber immer von grammatikalischen Eigenschaften, nicht von Alltagserlebnissen. Denn wenn du zählst, wieviel Geld du besitzt, zählst du in Wahrheit Münzen und Geldscheine. Der Begriff Geld selbst ist abstrakt, er bezeichnet keinen abgegrenzten Gegenstand. Zwei Geld (oder zwei Gelder) hört sich entsprechend falsch an.

some – any

Bei some und any wird ausnahmsweise nicht danach unterschieden, ob die Substantive zählbar sind oder nicht. Du kannst some friends und some humour haben, beides heißt ein bisschen, ein wenig oder eben wenige. any dagegen wird nur in Fragen und bei Verneinungen verwendet, um some zu ersetzen.




So fragst du: Do you have any friends? (Hast du Freunde?) Und du antwortest: Yes, I have some friends. (Ja, ich habe einige Freunde.) Wenn du verneinst, nimmst du wieder any: No, I don’t have any friends. (Nein, ich habe keine Freunde.)

Merken musst du dir, dass in Fragen und bei einer Verneinung nie some, sondern immer any steht, dann wendest du diese Quantifiers auf jeden Fall richtig an.

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Autor(in)

Alle Artikel von Yvonne Kraus Hier schreibt Yvonne Kraus, die Gründerin von nachgeholfen.de.

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