Adjektive sind Eigenschaftswörter und dienen auch in der englischen Sprache grundsätzlich der genaueren Beschreibung von Subjekten oder Objekten. Im einfachsten Falle steht das Adjektiv daher ganz einfach vor dem entsprechenden Subjekt oder Objekt und bezieht sich hierauf.

Adjektive als reine Attribute

Beispiele:
the long ride / the red carpet / the extraordinary actor
die lange Fahrt / der rote Teppich / der außergewöhnliche Schauspieler

Ebenfalls können mehrere Adjektive hintereinander stehen, wobei sie nur dann durch ein Komma voneinander getrennt werden, wenn die Adjektive beliebig vertauscht werden können, ohne dass sich die Bedeutung des Gesagten bzw. Geschriebenen verändern würde.

Beispiel:
the red, big, round ball
der rote, große, runde Ball

Hier ist die Reihenfolge der Adjektive völlig beliebig. Die Bedeutung des Geschriebenen ändert sich durch Umstellungen nicht.

Beispiel:
the favourite big tree
der favorisierte große Baum

Die Aussage beschreibt den liebsten unter den großen Bäumen. Die Variante the big favourite tree (der große Lieblingsbaum) beschreibt den Umstand, dass der Lieblingsbaum groß sei. Entsprechend ist die Reihenfolge der Adjektive sehr wichtig.

Es hilft, wenn du dich vergewisserst, ob das letzte vor dem Objekt oder Subjekt stehende Adjektiv wichtig für die genaue Bezeichnung ist oder nicht. Muttersprachler werden bei längeren Ketten aus Adjektiven (die allerdings sehr selten bis nie verwendet werden) unbewusst eine gewisse Reihenfolge einhalten:

Persönliche Bewertung, Alter, Form, Farbe, Herkunft, Material, Zweckbeschreibung, Objekt.

Diese Reihenfolge wird oftmals als Beispiel angegeben, ist aber je nach Sprecherkreis leicht variabel. Grundsätzlich stehen bei längeren Beschreibungen von Objekten aber die persönliche Bewertung (lovely, boring, important etc.), das Alter (insofern relevant), die Form und Farbe sowie die Herkunft in dieser Reihenfolge hintereinander.

Beispiel:
the boring old round red British wooden coffee table
der langweilige, alte, runde, rote, Britische, hölzerne Kaffeetisch

Es müssen hier in der englischen Variante keine Kommas gesetzt werden, da sich aus der Reihenfolge der Adjektive ergibt, was gemeint ist. Es handelt sich hierbei um eine Feinheit der englischen Sprache, die Lernenden auch nach Jahren oftmals noch Schwierigkeiten bereitet. Ist die Reihenfolge aber einmal verinnerlicht, gelingt es – wie beim native speaker – ganz automatisch. Werden einzelne Positionen nicht benannt, dann werden diese einfach ausgelassen.

Beispiel:
the old British wooden table
der alte, britische Holztisch

Wie erwähnt sind solche langen und detaillierten Beschreibungen allerdings im Alltagsgebrauch kaum anzutreffen. In der Literatur wird allerdings zum Hervorheben von bestimmten Objekten Gebrauch von solch langen Beschreibungen gemacht.

Adjektive lassen sich im Übrigen auch direkt aus Verben ableiten und ergeben sich durch die Nutzung von Partizipien. cooked (von: to cook) bedeutet etwa gekocht, shaken (von: to shake) heißt geschüttelt, frozen (von: to freeze) bedeutet gefroren. Der Wortschatz lässt sich mit diesem Wissen schnell erweitern, da sich nahezu alle Verben als Grundlage für ein Adjektiv eignen.

Genauso lassen sich –ing-Formen von Verben als Adjektive benutzen. Sie stehen dann in der Regel vor dem Substantiv des Satzes.

Beispiel:
I played my most amazing game ever! / After all, it was a boring book.
Ich spielte mein herausragendstes Spiel bisher! / Alles in allem war es ein langweiliges Buch.

Prädikative Nutzung

Wie auch im Deutschen können Adjektive im Englischen mühelos prädikativ genutzt werden. Sie werden dann hinter einer Form von to be eingesetzt.

Beispiele:
The letter was difficult to understand. / The box is empty. / Peter is tall.
Der Brief war schwierig zu verstehen. / Die Box ist leer. / Peter ist groß.

Gleichsam werden Adjektive prädikativ hinter taste, sound, seem, smell und look verwendet. Warum das wichtig ist, wird im Zusammenhang mit Adverbien noch näher erläutert. Als kleine Merkhilfe gilt, dass die oben genannten Verben sich auf die Eindrücke auf die verschiedenen Sinne beziehen und daher auch das Sein (to be) repräsentieren.

Beispiele:
It smells funny. / That sounds brillant! / It seems dangerous.
Es riecht komisch. / Das klingt genial[1]! / Es scheint gefährlich (zu sein).

Weiterhin stehen Adjektive auch hinter appear, become, get, go, keep und turn. Auch diese Verben beschreiben in einigen Fällen Zustände.

Komparative und Superlative im Englischen

Im Englischen können Adjektive gesteigert werden. Es gibt einen Komparativ und einen Superlativ. Die Regeln sind hier sehr eindeutig.

So werden alle regelmäßig steigerbaren Adjektive (das sind alle einsilbigen sowie die zweisilbigen, welche auf -le, -er, -ow und y- enden) zum Komparativ durch eine Ergänzung von -er. Zum Superlativ werden sie durch eine Ergänzung durch -est.

Beispiele:
narrow – narrower – the narrowest / cold – colder – the coldest
eng – enger – am engsten / kalt – kälter – am kältesten

Der Komparativ und der Superlativ werden bei allen anderen zweisilbigen Adjektiven sowie allen Adjektiven mit mehr Silben durch more und most gebildet.

Beispiele:
beautiful – more beautiful – the most beautiful / splendid – more splendid – the most splendid
schön – schöner – am schönsten / hochnäsig – hochnäsiger – am hochnäsigsten

Die Steigerung von Adjektiven gelingt im Englischen deshalb vergleichsweise einfach. Dabei wird beim Komparativ bzw. beim Superlativ durch den Kontext oder einen direkten gesagten oder verschriftlichten Vergleich die Steigerung herbeigeführt. Beim Komparativ wird daher häufig mit than gearbeitet.

Beispiel:
This thing is smaller than yours. / He is the most stubborn of the group.
Dieses Ding ist kleiner als deines. / Er ist der sturste aus der Gruppe.

Der Komparativ und der Superlativ setzen ohne eine direkte Benennung des Vergleichs einen Kontext voraus. Wird in einem Dialog ein Komparativ oder Superlativ verwendet, bezieht er sich in der Regel auf das Objekt oder Subjekt des Gesprächs.

Beispiel:
A: I just bought a beautiful house. But I saw another one, I still think about.
B: So it was more beautiful?
A: I would say, it was the most beautiful one I have ever seen. But it is too expensive.
B: I am sure, your new home is beautiful as well.
A: Ich habe kürzlich ein schönes Haus gekauft. Aber ich sah auch ein anderes, an das ich noch immer denke.
B: Also war es schöner?
A: Ich würde sagen, es war das schönste, das ich je gesehen aber. Aber es war zu teuer.
B: Ich bin mir sicher, dein neues Heim ist auch schön.

Die Substantivierung des Adjektivs im Englischen

Adjektive können auch stellvertretend für Objekte verwendet werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn über Menschengruppen gesprochen wird. In solchen Fällen werden Adjektive substantiviert.

Beispiele:
the rich / the poor / the bad / the tall
die Reichen / die Armen / die Schlechten / die Großen

Eine solche Anwendung findet sich auch bei der Benennung von Bevölkerungsgruppen, wobei hier Großschreibung verwendet wird.

Beispiele:
the Polish / the Brasilian / the English
die Polen / die Brasilianer / die Engländer

Gleichzeitig bedeuten diese Formen je nach Kontext auch: die polnischen / die brasilianischen / die englischen.

Adverbien im Englischen

Adverbien werden im Englischen in der Regel durch ein Anhängen von -ly gebildet. Insofern ein Adjektiv mit -ll endet, wird kein drittes l hinzugefügt. Sie beschreiben näher, wie etwas getan wird, da sie sich hinter Verben einfinden.

Beispiele:
He drives insanely. / She sings heavenly.
Er fährt wahnsinnig. / Sie sing himmlich.

Ausnahmen sind hard[2] (Adv.: hard), good (Adv.: well) und fast (Adv.: fast).

Weiterhin werden keine Adverbien hinter look, taste, feel, sound und smell gesetzt, insofern die zugrunde gelegten Adjektive auch als Adjektive bestehen bleiben sollen. Würden hier Adverbien verwendet werden, würden sich diese auf die Art, wie etwas wahrgenommen wird, beziehen.

So bedeutet He smells perfectly, dass er er auf perfekte Art und Weise riechen kann. He smells perfect meint hingegen, dass er perfekt riecht. Dieser Unterschied ist sehr wichtig, da Adverbien hier die gesamte Bedeutung des Gesagten völlig verändern können.

Beispiel:
The stew tastes dull. / The stew tastes dully.
Der Eintopf schmeckt fade. / Der Eintopf schmeckt getrübt.

Allerdings bedeutet die zweite Variante: Der Eintopf hat einen getrübten Geschmackssinn. Der Eintopf selbst ist also Akteur und schmeckt etwas. Der Geschmackssinn des Eintopfs ist allerdings getrübt. Das Beispiel verdeutlicht die Relevanz richtig eingesetzter Adverbien (beziehungsweise den richtigen Verzicht auf diese) hoffentlich gut.

Adjektive, die auf -ly enden, können keine Adverbien werden. Es müssen in solchen Fällen Hilfskonstruktionen verwendet werden, so etwa bei silly oder friendly. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, das Adverb durch in a silly/friendly/etc. way zu ersetzen.

Beispiel:
Most beginners translate in a silly way.
Viele Anfänger übersetzen in einer dummen Art und Weise.

Das Salz in der Suppe: Adjektive präzisieren

Sehr häufig verwenden Menschen, die das Englische erlernt haben, noch jahrelang (meistens zu lang) ein sehr ungeschliffenes Englisch, das sich auch im Gebrauch von Adjektiven widerspiegelt. Anzutreffen ist etwa die häufige Formulierung, etwas sei very X.

Beispiele:
very cold / very rude / very rich
sehr kalt / sehr unhöflich / sehr reich

Es lassen sich nahezu alle Adjektive zur Steigerung ihrer Bedeutung durch andere Adjektive ersetzen, die genau das Gewünschte ausdrücken. Die oben genannten lassen sich etwa durch freezing, vulgar und wealthy ersetzen. Dies ist eine Fleißaufgabe und erfordert das Lernen von Vokabeln. Aber gerade weil Adjektive zur genauen Beschreibung von Sachverhalten und Eindrücken dienen, ist ein präzises Nutzen auch im Englischen enorm wichtig. Ein weites Repertoire an verwendbaren Adjektiven klingt nicht nur diversifizierter (sehr unterschiedlich), sondern macht sich auch im Schriftlichen sehr gut. Das Schreiben von sprachlich ansprechenden und reichen Texten ist ohne einen entsprechenden Wortschatz gar nicht möglich.

Insgesamt sind Adjektive auch im Englischen etwas, was nur durch Präzision und Sparsamkeit gut wirkt. Viele Adjektive sind, gerade bei Aufzählungen, völlig beliebig und lassen sich durch andere, präzisere ersetzen. Dies ist zu beachten. Allerdings gilt auch, dass das Englische ohne Adjektive weder bunt, diversifiziert noch interessant sein kann. Adjektive sind zudem die einzige Möglichkeit, eigene Empfindungen und Urteile auszudrücken.

[1] brillant lässt sich selten mit brillant (im Sinne von rein; ohne Makel) übersetzen. Dies gilt allenfalls bei der Beschreibung von Gegenständen. Hier ist die Wortbedeutung eher genial oder geistreich.

[2] hardly gibt es als Begriff. Er bedeutet aber kaum.

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