Ein Thema im Deutsch-Unterricht, das viele besonders langweilig und unnötig finden, ist die Zeichensetzung. Denn wo jetzt ein Komma oder ein Punkt hinkommt, ob das Ganze vielleicht sogar einen Unterschied macht, scheint im Vergleich zu den vielen anderen Themen unwichtig. Schließlich versteht man einen Satz zur Not auch ohne Satzzeichen.



Warum Zeichensetzung wichtig ist

Es stimmt, die meisten Sätze versteht man auch ohne Satzzeichen sehr gut. Man versteht sie mit Satzzeichen aber besser. Zunächst einmal hilft ein Satzzeichen – konkret der Punkt – dir dabei, festzustellen, was überhaupt alles zum Satz gehört. Wenn du schon etwas länger lesen kannst und häufiger Texte liest, scheint dir das selbstverständlich zu sein. Dein Gehirn ist schon komplett darauf eingestellt, alles bis zum Punkt als zusammengehörig aufzufassen. Und wenn dieser Punkt fehlt, fehlt dir die Orientierung.

Es gibt aber auch Beispiele, in denen Satzzeichen die Bedeutung eines Satzes verändern können. Beispiel:

Es ist einfach für meine Mutter, Geschenke auszusuchen.
Es ist einfach, für meine Mutter Geschenke auszusuchen.

Das Komma macht einen großen Unterschied im Satz. Der erste bedeutet, dass es deiner Mutter leicht fällt, Geschenke auszusuchen – für wen auch immer. Der zweite Satz dagegen heißt, dass es einfach ist, deiner Mutter ein Geschenk auszusuchen.



Solche Beispiele gibt es einige, aber in den meisten Fällen ist auch ohne Komme klar, was du meinst. Die Funktion der Zeichensetzung besteht daher eher darin, Sätze in kleine, leicht aufzufassende Teile zu zergliedern, um das Verständnis zu erleichtern.

Welche Satzzeichen gibt es?

Das wichtigste Satzzeichen überhaupt ist der Punkt, denn jeder Satz braucht einen. Ein Komme kommt auch in vielen Sätzen vor. Es unterteilt den Satz in Sinneinheiten. Beim lauten Lesen ist dies eine gute Stelle, um Luft zu holen. Das Semikolon ist ein Zwischending zwischen Punkt und Komma. Der Satz könnte zu Ende sein, ist es aber noch nicht, weil der Autor oder die Autorin noch etwas Wichtiges hinzufügen wollte. Das Fragezeichen macht aus einer Aussage eine Frage. Im Deutschen ändert sich außerdem die Stellung der Worte im Satz, sodass auch daran eine Frage zu erkennen ist. Das Ausrufezeichen betont einen Satz stärker. Anführungszeichen kennzeichnen direkte Rede oder manchmal auch Namen. Daneben gibt es noch Gedankenstriche, die einen Einschub im Satz umgeben.

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