Nacherzählung

Meike Backers


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Bei einer Nacherzählung handelt es sich um einen Aufsatz. In diesem musst du den Inhalt einer Geschichte oder einer Erzählung mit deinen eigenen Worten nacherzählen. Die unwichtigen Details kannst du auslassen. Du musst jedoch alle relevanten Aspekte in die Nacherzählung einbringen. Dabei gibt es verschiedene Texte, die als Grundlage genutzt werden können.

Häufig werden Romane, Kurzgeschichten, Fabeln, Novellen oder Märchen verwendet. Manchmal wird ein Epos bzw. ein Gedicht nacherzählt. Im Folgenden erklären wir dir, wie du eine Nacherzählung verfassen kannst und worauf du hierbei achten solltest.

Die Vorbereitung: Verstehe zunächst den Sinn der Geschichte

Vor dem eigentlichen Schreiben der Nacherzählung solltest du die Geschichte bzw. die Erzählung sorgfältig durchlesen. Du solltest versuchen, den Sinn hinter dem Text zu verstehen. Sobald du die Geschichte verstanden hast, kannst du diese korrekt nacherzählen.

Bevor du mit dem Schreiben beginnst, solltest du dir daher die Frage „Habe ich die Geschichte korrekt verstanden?“ stellen. Eine Antwort auf diese Frage kannst du zum Beispiel finden, indem du die Geschichte bzw. den Sinn der Erzählung kurz in ein bis zwei Sätzen zusammenfasst. Schaffst du dies, hast du den Sinn vermutlich verstanden.

Während der Vorbereitung und des Lesens machst du dir am besten ein paar Notizen. Schreibe alle wichtigen Details auf. Notiere dir, welche Figuren in der Geschichte vorkommen und wie die Geschichte abläuft.

Verstehst du etwas nicht, solltest du dies ebenfalls aufschreiben. Zusätzlich kannst du die Geschichte in drei Teile (Einleitung, Hauptteil und Schluss) einteilen. Darfst du in den Text schreiben, kannst du die Geschichte auch in einzelne Abschnitte gliedern und diese farblich markieren.

Der Aufbau einer Nacherzählung

Eine Nacherzählung besteht aus einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schluss. In dieser sollst du die originale Geschichte mit allen wichtigen Informationen und Handlungssträngen wiedergeben, und zwar in deinen eigenen Worten. Dabei ist eine Nacherzählung normalerweise kürzer als der originale Text.

Die Einleitung

Die Einleitung ist recht kurz. In dieser musst du nur wenige Informationen preisgeben. Du solltest in der Einleitung kurz und knapp erzählen, wovon die Geschichte handelt. Hierbei kannst du auf folgende Fragen eingehen:

  • Wo spielt die Geschichte?
  • Wann spielt die Geschichte?
  • Wer kommt in der Geschichte vor?

Den Inhalt der eigentlichen Geschichte solltest du in der Einleitung nicht beschreiben.

Der Hauptteil

Im Hauptteil kannst du Antworten auf die Frage „Was passiert in der Geschichte?“ geben. Erzähle die wichtigen Handlungsschritte näher und halte hierbei die korrekte Reihenfolge ein. Orientiere dich am Original und gebe die Geschichte von Beginn an bis zum Ende in der richtigen Reihenfolge wieder.

Beim Schreiben der Nacherzählung solltest du nur deine eigenen Worte verwenden. Du darfst keine Sätze bzw. Abschnitte aus der Geschichte nutzen. Achte zudem darauf, nicht alles wiederzugeben. Denn unwichtige Details oder Handlungsstränge kannst du weglassen.

Möchtest du feststellen, wie wichtig das Detail ist und ob du dieses in deiner Nacherzählung erwähnen solltest, kannst du dir folgende Frage stellen: Wäre das entsprechende Ereignis ausgelassen worden, hätte sich die Handlung anders entwickelt?

Kannst du diese Frage verneinen, kannst du das Detail weglassen. Falls du die Frage bejahen kannst, solltest du das Detail in deine Nacherzählung aufnehmen. Jedes bedeutende Detail spielt nämlich eine Rolle. Schließlich kann deine Nacherzählung für den Leser bzw. für den Hörer unverständlich werden, wenn du ein relevantes Ereignis auslässt.

Auf keinen Fall darfst du eigene Ideen in die Nacherzählung einbringen. Neue Personen darfst du nicht erfinden. Ebenso darfst du weder den Handlungsort noch die Zeit verändern. Doch auch die einzelnen Handlungsstränge müssen bestehen bleiben. Verfassen musst du die Nacherzählung schließlich in der Zeitform Präteritum (zum Beispiel er sprang, er weinte, er ging, sie lachte, sie trank, sie saß).

Wird in dem originalen Text direkte Rede (auch als wörtliche Rede bezeichnet) verwendet, kannst du diese in deiner Nacherzählung als indirekte Rede nutzen. Die direkte Rede solltest du nicht wortwörtlich übernehmen und somit nicht abschreiben. Stattdessen solltest du diese in deinen eigenen Worten wiedergeben.

Der Schluss

Anders als bei vielen anderen Aufsätzen darfst du bei einer Nacherzählung nicht deine eigene Meinung in den Schlussteil einbringen. Genauso wenig darfst du im Schlussteil den Text bewerten. Stattdessen musst du im Schlussteil das Ende der Geschichte beschreiben. Erzähle, was zum Schluss der Geschichte passiert ist und wie diese beendet wurde.

Dabei darfst du alle Details verraten. Schließlich soll eine Nacherzählung kein Interesse und keine Neugier zum Lesen der Geschichte wecken. Denn eine Nacherzählung soll über die vollständige Geschichte berichten. Der Schluss einer Nacherzählung ist normalerweise, wie die Einleitung, ziemlich kurz.

Eine Nacherzählung schreiben: Achte auf den Sprachstil der Geschichte

Möchtest du eine Nacherzählung schreiben, solltest du auf den Sprachstil der ursprünglichen Geschichte bzw. der Erzählung achten. Deine Nacherzählung sollte in einem ähnlichen Sprachstil verfasst werden. Dennoch solltest du die Nacherzählung im modernen Hochdeutsch schreiben. Wurde der ursprüngliche Text in einem Dialekt geschrieben, darfst du diesen Dialekt nicht für deine Nacherzählung übernehmen. Stattdessen musst du den Aufsatz auf Hochdeutsch verfassen.

Du kannst allerdings überprüfen, ob der originale Text beispielsweise in einer alltäglichen Umgangssprache oder in einer förmlichen Sprache geschrieben wurde. Frage dich darüber hinaus, ob dir etwas Besonderes bzw. Spezielles an der Schreibart des Autors auffällt. Deinen Schreibstil kannst du dementsprechend anpassen. Hast du einen Text in einer älteren Sprache vorliegen, kannst du in der Nacherzählung oft wichtige Schlüsselwörter in der alten Sprache übernehmen.

Weiterhin solltest du dir anschauen, welche Erzählperspektive der Autor verwendet hat. Diese musst du in der Regel übernehmen. Erzählt der Autor die Geschichte in der Ich-Form, musst du für die Nacherzählung die Ich-Form verwenden. Falls der Autor die Geschichte als außenstehender Erzähler verfasst hat, musst du diese Erzählperspektive beibehalten.

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