In diesem Text erklären wir dir, was ein Reimschema ist und welche Arten du kennen solltest.

Was ist ein Reimschema?

Unter einem Reimschema versteht man das Muster, nach dem die einzelnen Zeilen eines Gedichts (also die Verse) sich reimen. Reim wird dabei definiert als der Gleichklang zweier Wörter von der letzten betonten Silbe an. meiner und kleiner reimen sich also, Auto und Pluto allerdings nicht.

Um einfacher über die verschiedenen Reimschemata sprechen zu können, bezeichnet man die Verse, die sich reimen, mit demselben Buchstaben. Wenn du schreibst, dass das Reimschema aabb ist, heißt das, dass die ersten beiden und die letzten beiden Verse sich reimen, also zum Beispiel:

Ich wünsche mir ein Eis,
denn heute ist es heiß.
Am liebsten will ich gar nichts tun,
außer mich heut‘ auszuruh’n.




Welche Reimschemata gibt es?

Grundsätzlich kann jeder Dichter natürlich für sich selbst entscheiden, ob und wie sich seine Gedichte reimen sollen. Ein paar Reimschemata kommen jedoch so häufig vor, dass man hierfür eigene Namen entwickelt hat. Die wichtigsten Reimschemata haben wir hier für dich zusammengestellt.

Paarreim

Der Paarreim ist das oben genannte Beispiel, in dem sich immer die beiden aufeinander folgenden Verse reimen, also aabb. Die Gedichte von Wilhelm Busch sind beispielsweise meist im Paarreim geschrieben, wie hier die ersten Zeilen von Max und Moritz. Die Reime sind farblich hinterlegt.

Ach, was muß man oft von bösen
Kindern hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
welche Max und Moritz hießen; […]

Kreuzreim

Beim Kreuzreim wechseln sich die Verse, die sich reimen, immer miteinander ab. Das Reimschema ist als abab. Als Beispiel dienen hier die ersten vier Verse aus Erich Kästners Gedicht Sachliche Romanze.

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut)
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.




Umarmender Reim

Der umarmende Reim verrät schon im Namen, wie sein Reimschema aussieht: zwei sich remeinde Verse „umarmen“ zwei oder mehr andere Verse, die sich reimen. Aufgeschrieben sieht das dann so aus abba, oder – wie in der zweiten Strophe des Gedichts Die Beiden von Hugo von Hofmannsthal:

So leicht und fest war seine Hand:
Er ritt auf einem jungen Pferde,
Und mit nachlässiger Gebärde
Erzwang er, daß es zitternd stand.

Das Reimschema erkennen

Zu einer Gedichtanalyse gehört oft, dass du das Reimschema bestimmst. Am besten gehst du dabei so vor wie wir in diesem Artikel: Markiere die Wörter des Gedichts, die sich reimen, mit derselben Farbe. Dann kannst du das Reimschema schnell auf einen Blick erkennen. Wenn du den Namen für das Reimschema nicht kennst, kannst du auch einfach Buchstaben verwenden, um es zu beschreiben, also zum Beispiel abba.

Was sagt das Reimschema aus?

Reime geben Gedichten zunächst einmal einen besonderen Klang, der sie von anderen Texten abhebt. Durch den Reim wird auch ein bestimmter Rhythmus beim Lesen hergestellt. Dadurch erkennt man die Nähe des Gedichts zum Lied.

Welche Wörter sich reimen ist aber nicht vom Zufall bestimmt. Dichter verwenden viel Zeit darauf, treffende Reime zu finden, und nehmen nicht das erste sich anbietende Wort. Denn Reim bringt ja auch die beiden Reimwörter in einen Zusammenhang, was meistens genau so gewollt ist. Schaue in deiner Gedichtinterpretation also auch darauf, welche Verse durch Reime miteinander verbunden sind. Manchmal findet man auch einen weiteren Reim in einer ganz anderen Strophe wieder, wodurch ein weiterer Zusammenhang hergestellt wird.

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Autor(in)

Alle Artikel von Yvonne Kraus Hier schreibt Yvonne Kraus, die Gründerin von nachgeholfen.de.

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