Theodor Fontane

Redaktion


Theodor Fontane war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und Dichter. Er lebte von 1819 bis 1898. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des poetischen Realismus in Deutschland. Die meisten seiner Romane wurden erst nach seinem 60. Lebensjahr geschrieben.

Leben

Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren. Sein voller Name lautet Heinrich Theodor Fontane. Seine Eltern waren hugenottischer Herkunft. Sein Vater Louis Henry Fontane war Apotheker. Bis zum 7. Lebensjahr lebte Theodor Fontane in Neuruppin, bis sein Vater aufgrund von Spielschulden seine Apotheke verkaufen musste. Die Familie zog nach Swinemünde, wo sein Vater eine neue Apotheke erwarb.

Bis 1833 besuchte Fontane das Gymnasium, er verbrachte insgesamt nur wenig Zeit in Schulen. Dann besuchte er die Gewerbeschule Karl Friedrich Klöden in Berlin. 1834 zog er zu seinem Onkel nach Berlin. 1835 traf Theodor Fontane seine zukünftige Frau Emilie Rouanet-Kummer zum ersten Mal.




1836 brach Theodor Fontane schließlich seine Ausbildung an der Gewerbeschule ab und begann seine Ausbildung zum Apotheker. Währenddessen schrieb er an seiner ersten Novelle Geschwisterliebe. Die Novelle wurde 1839 veröffentlicht, im selben Jahr, in dem er auch seine Ausbildung zum Apotheker abschloss. Im folgenden Jahr fand Theodor eine Anstellung als Apothekergehilfe in Burg. Gleichzeitig begann er auch, seine ersten Gedichte zu verfassen. 1841 bis 1842 erkrankte er an Typhus und wurde im Elternhaus in Letschin gepflegt. Nachdem er sich erholt hatte, arbeitete er wieder als Apothekergehilfe in Leipzig, dann in Dresden und schließlich in der Apotheke seines Vaters in Letschin.

1844 schloss er sich dem literarischen Verein „Tunnel über der Spree“ an. Der Offizier und Schriftsteller Bernhard von Lepel machte ihn 1843 mit dem Verein bekannt. Fontane sollte bis 1865 dem Verein angehören.

1844 bis 1845 leistete er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger im Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2. Es folgte seine erste Reise nach England mit seinem Schulfreund Hermann Scherz und schließlich seine Verlobung mit Emilie Rouanet-Kummer im Dezember 1845.

Im März 1847 erhielt Theodor seine Approbation als Apotheker erster Klasse. Er wurde Angestellter der Apotheke „Zum Schwarzen Adler“ in Berlin. 1848 beteiligte er sich an den Barrikadenkämpfen in der Hauptstadt. Außerdem veröffentlichte er radikaldemokratische Schriften in der Berliner Zeitungs-Halle, welche zum „Centralausschuss der Demokraten Deutschlands“ gehörte. In seinen Texten ließ er seiner feindlichen Haltung gegenüber den Fürsten freien Lauf. Später arbeitete er im Krankenhaus Bethanien. Dort bildete er die Diakonisse Emmy Danckwerts aus, wovon Theodor später in seiner Autobiographie „Von Zwanzig bis Dreißig“ berichtete. In dieser Zeit schrieb er eine VIelzahl an Briefen und arbeitete auch an verschiedenen Balladen, die jedoch nie fertiggestellt wurden.

Am 30. September 1849 gab er den Apothekerberuf vollständig auf und widmete sich dem Schreiben. Zunächst veröffentlichte er politische Texte in der demokratischen Dresdner Zeitung. Außerdem veröffentlichte er auch „Männer und Helden: Acht Preußenlieder“, ein Buch über acht preußische Persönlichkeiten. Am 16. Oktober 1850 heiratete er schließlich Emilie Rouanet-Kummer. 1851 wurde er von der „Centralstelle für Preßangelegenheiten“ angeheuert. Als Journalist unternahm er mehrere Reisen nach London und lebte dort 1855 bis 1859 als deutsch-englischer Korrespondent. Seine Arbeit bestand größtenteils darin, in englischen und deutschen Zeitungen außenpolitische Berichte zugunsten von Preußen zu veröffentlichen. Aufgrund dieser Tätigkeit hielt man ihn für einen Agenten Preußens. Seine in Deutschland veröffentlichte Texte wurden „Englische Artikel“ genannt.




1860 gab es einen Regierungswechsel in Preußen. Theodor Fontane hoffte auf eine Liberalisierung des Landes und kehrte nach Berlin zurück. Hier fand er jedoch keine Anstellung, weshalb er sich mit Reiseliteratur beschäftigte. Er schrieb über Neuruppin in der Kreuzzeitung und fasste seine Texte in „Grafschaft Ruppin“ zusammen. Es sollten weitere Reisebücher folgen, die sich mit der Wanderung durch seine Heimat beschäftigen. 1851 kam sein erstes Kind zur Welt. Außerdem fand er eine Anstellung in der Redaktion der elitären und konservativen Neuen Preußischen Zeitung. Hier arbeitete er bis 1870. 1852, 1853 und 1855 wurden ihm und seiner Frau drei Söhne geboren, die kurz nach der Geburt starben. Seine 1860 geborene Tochter Martha und der letzte 1864 geborene Sohn Friedrich überlebten. 1864 zog die Familie nach Kopenhagen, wo Fontane vom Deutsch-Dänischen Krieg berichtete.

1870 fand er eine Anstellung bei der Vossischen Zeitung als Theaterkritiker. Er machte Urlaub in Paris während des Deutsch-Französischen Krieges und wurde dort als Spion verhaftet. Bismarcks Eingreifen war es zu verdanken, dass der Verdacht fallen gelassen wurde und Theodor Fontane freikam. In seinem Buch Kriegsgefangen berichtet er über seine Zeit als Gefangener. Nach mehreren Reisen mit seiner Frau entschied er sich 1876, nicht mehr für eine Zeitung zu schreiben und sich nur noch mit den eigenen Büchern zu beschäftigen. 1878 entstand Vor dem Sturm und 1888 Irrungen, Wirrungen, eines seiner bekanntesten Werke. 1892 erkrankte er an einer schweren Gehirnschämie. Sein Arzt riet ihm dazu, seine Kindheitserinnerungen aufzuschreiben und die Erholung setzte ein. 1894 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Friedrich Wilhelms-Universität Berlin verliehen. Noch vor seinem Tod 1898 vollendete er die Werke Effi Briest, Die Poggenpuhls, Der Stechlin und Von Zwanzig bis Dreißig. Er wurde auf dem Friedhof II der französischen Gemeinde in Berlin-Mitte beigelegt.

Themen

Theodor Fontane hat mit den Romanen, die nach seinem 60. Lebensjahr geschrieben wurden, den poetischen Realismus geprägt. Zu seinem Stil gehört eine detailgetreue Darstellung der Menschen, ihrer Redensarten und ihres Umfeldes. Häufig kommen bei ihm Unterhaltungen in anspruchsvoller Umgebung vor. Das wird auch als „Causerie“ bezeichnet. Theodor Fontane kritisiert seine Figuren häufig und schließt durch sie auf eine allgemeine Gesellschaftskritik. In seinen Büchern und Novellen macht er vom allwissenden Erzähler Gebrauch, in Dialogen jedoch vom personalen Erzähler. Ein ironischer Humor ist in seinen Werken allgegenwärtig.




Werke

Romane

  • Vor dem Sturm
  • Cécile
  • Irrungen, Wirrungen
  • Effi Briest
  • Von Zwanzig bis Dreißig

Novellen

  • Die Poggenpuhls
  • Stine

Reiseberichte

  • Wanderungen durch die Mark Brandenburg
  • Ein Sommer in London
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