Nichts – Was im Leben wichtig ist ist ein düsterer und nihilistischer Jugendroman. Hier erfährst du, worum es darin geht.

Der Anfang von Nichts

Dieser Satz fasst den Inhalt des Romans schon ziemlich gut zusammen: „Nichts bedeutet irgendetwas. Das weiß ich schon lange. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.“

Mit diesen Worten verlässt der fünfzehnjährige Pierre Anthon, Hauptfigur in Janne Tellers Roman Nichts – Was im Leben wichtig ist, am ersten Tag nach den Schulferien den Klassenraum, um von da an seine Tage auf einem Pflaumenbaum zu verbringen. Dort sinniert er über den Sinn des Lebens, den er für sich im „Nichts“ gefunden hat, und bewirft seine Klassenkameraden wahlweise mit Pflaumen oder Weisheiten.




Nichts – was im Leben wichtig ist: Verständnislosigkeit und Wut

Die Eltern und Mitschüler reagieren verständnislos bis wütend und wollen Pierre Anthon runter aus dem Baum und wieder zu sich in die Schule bringen. Vor allem die anderen Jugendlichen stören sich an dem Querdenker, der ihre eigene Weltsicht in Frage stellt.

Nachdem Ignorieren und das Androhen körperlicher Gewalt Pierre Anthon nicht dazu bringen, aus seinem Baum herauszukommen und sich wieder unter seinen Klassenkameraden einzureihen, beschließen die Jugendlichen, ihn zu überzeugen, dass es mehr als „Nichts“ gibt, dass es doch einen Sinn im Leben gibt.

Ein erster halbherziger Versuch, Dinge zusammenzutragen, die einst ihren Besitzern wichtig waren, wird gestartet. Doch die Gruppe erkennt schnell, dass man eher Müll als Inhalt zusammengetragen hat. Mit dem Müll unterstützt man Pierre Anthons Aussagen noch, anstatt sie zu widerlegen. Daher einigen sich Pierre Anthons Klassenkameraden darauf, dass nur wirklich wichtig sein kann, was schmerzt, wenn man es aufgibt.




Spiel zur Sinnsuche und zur Überwindung des „Nichts“

Da man sich selbst nicht gerne auferlegt, ein wirklich schmerzendes Opfer zu bringen, dürfen andere aussuchen, auf was man verzichten muss. Eine Art Spiel entwickelt sich, in dem immer derjenige, der zuletzt etwas opfern musste, bestimmen darf, wer als nächstes etwas zum „Berg der Bedeutung“ beitragen muss – und was.

Die Forderungen gehen immer weiter, greifen in die Persönlichkeit der Jugendlichen ein. Das „Spiel“ eskaliert, doch da man sich dem Sinn des Lebens und der Bekämpfung des Nichts verschrieben hat, können die Kinder nicht mehr aussteigen. Pierre Anthon wird längst zur Randfigur, das Spiel kann dagegen auch genutzt werden, lange existierende Rivalitäten oder Rachgelüste auszuleben.

Lektürehilfe zu Nichts

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Jahre später erinnert sich Agnes, die Ich-Erzählerin, an diese Episode ihrer Jugend und erzählt aus der Distanz, wie sich die Gruppe veränderte.

Zwar ist Nichts ein Jugendbuch, doch ist es auch für Erwachsene sehr mitreißend. Die wenigen Seiten hat man in ein paar Stunden gelesen – vergessen ist das zum Teil verstörende, aber immer nachdenklich stimmende Buch damit aber noch lange nicht.




Infos zum Buch

Nichts – Was im Leben wichtig ist
(Originaltitel: Intet)

Janne Teller
144 Seiten
Erstausgabe 2000 (dt. 2010)